[WestG] [AKT] LWL-Industriemuseum sucht Zeitzeuginnen: Frauen im Aufbruch zu Amt und Wuerden
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Nov 19 11:45:17 CET 2008
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 18.11.2008, 09:01
AKTUELL
Frauen im Aufbruch zu Amt und Würden
LWL-Industriemuseum sucht Zeitzeuginnen
"Wie wir wurden, was wir nicht werden sollten. Frauen im
Aufbruch zu Amt und Würden", lautet der Titel einer Ausstellung,
die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab Juli
nächsten Jahres in seinem Industriemuseum Zeche Zollern in
Dortmund präsentiert; anschließend soll sie durch NRW touren.
Der Anlass: Vor genau 100 Jahren konnten sich erstmals Frauen an
deutschen Hochschulen einschreiben. Zehn Jahre später erhielten
sie auch Zugang zu politischen Ämtern.
Das LWL-Industriemuseum sucht jetzt Frauen, die aus ihrer
eigenen Lebensgeschichte oder der Biografie ihrer weiblichen
Vorfahren über Studium, Beruf oder politische Laufbahnen von den
1920er bis 1960er Jahren berichten können. "Ganz besonders
interessieren uns solche Lebenswege, die nicht zum Ziel führten
und Geschichten über die Umstände, die das verhinderten",
erklärt Museumsleiterin Dr. Ulrike Gilhaus.
Willkommen sind auch Leihgaben aller Art zu diesem Thema: Vom
Examenszeugnis über Zettelkästen der Diplom- oder Doktorarbeiten,
Bewerbungen, Arbeitsverträge, Gegenstände aus dem Berufsalltag
wie Arzttaschen, Kittel, Roben oder Türschilder - kurz: alles,
das an die Frauengeneration im Aufbruch erinnert. "Gern würden
wir Frauen für Filminterviews gewinnen, um ihre ganz persönliche
Pionierleistung würdigen zu können", ergänzt die
Museumsleiterin. Aber auch Männer seien willkommen, die aus dem
Leben ihrer Ehefrauen, Mütter, Schwiegermütter oder Tanten
berichten möchten.
Hintergrund
Als sich die Universitäten vor 100 Jahren auch weiblichen
Studierenden öffneten, entschieden sich zunächst nur wenige
junge Frauen für die akademische Laufbahn. Frauen mit
akademischem Abschluss besetzten vor allem Positionen in
Verwaltung, Verbänden und Journalismus. Beliebt war die
Ausbildung zur Lehrerin. "Wer heiratete, musste in der Regel die
berufliche Position aufgeben. Über Jahrzehnte waren Ehe und
Beruf unvereinbar", erklärt Ulrike Gilhaus. Ab den 1920er Jahren
wurde das Studium für "Töchter aus gutem Hause" jedoch zunehmend
Voraussetzung für eine standesgemäße Ehe. Die examinierte Frau
und Mutter, die jedoch nicht in ihrem Beruf arbeitete, galt als
neues Leitbild. Andere Frauen nahmen ein Studium auf, konnten es
aber wegen finanzieller Engpässe, Kriegsereignisse oder anderer
Umstände nicht beenden.
INFO
Kontakt für Zeitzeuginnen und Zeitzeugen:
Dr. Ulrike Gilhaus
Tel.: 0231 6961-148
E-Mail: ulrike.gilhaus at lwl.org
Dr. Anne Kugler-Mühlhofer
Tel. 0231 6961-211
E-Mail: anne.kugler-muehlhofer at lwl.org