[WestG] [AUS] Juedisches Schicksal in Paderborn 1933-1945, Paderborn, 02.11.2008-22.02.2009

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Nov 6 10:33:46 CET 2008


Von: "Barbara Stenger" <barbara.stenger at web.de>
Datum: 04.11.2008, 21:57 


AUSSTELLUNG

"Ausgegrenzt - Ausgelöscht". 
Jüdisches Schicksal in Paderborn 1933-1945
 
Das Paderborner Museum für Stadtgeschichte und der Verein für 
Geschichte an der Universität Paderborn VfG richten zum Gedenken 
an die Pogromnacht vor siebzig Jahren gemeinsam eine Ausstellung 
aus. Unter dem Titel "Ausgegrenzt - Ausgelöscht. Jüdisches 
Schicksal in Paderborn 1933-1945", wird die Exposition vom 2. 
November 2008 bis zum 22. Februar 2009 im Museum für 
Stadtgeschichte gezeigt werden. Die Ausstellung wird durch die 
NRW-Stiftung unterstützt.

Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler des Deutschen 
Reiches am 30. Januar 1933 setzte die Verfolgung nicht 
systemkonformer Teile der Bevölkerung, insbesondere der 
jüdischen Minderheit, nun organisiert und bürokratisch auf 
breiter Front ein. Das Schicksal der Paderborner Juden verlief 
weithin außengesteuert. Schrittweise, bestimmt von zunehmender 
Diskriminierung, der Vernichtung der Existenzmöglichkeiten und 
der Zerstörung ihrer sozialen Beziehungen, engte sich das 
jüdische Leben immer mehr ein. Der Novemberpogrom vom 9.11.1938 
steigerte den staatlichen Antisemitismus gegen die Juden im 
Deutschen Reich. Entgegen der NS-Propaganda waren sie keine 
Reaktion des "spontanen Volkszorns" auf die Ermordung eines 
deutschen Diplomaten durch einen Juden. Sie sollten vielmehr die 
seit Frühjahr 1938 begonnene gesetzliche "Arisierung", die 
Zwangsenteignung jüdischen Besitzes und jüdischer Unternehmen, 
planmäßig beschleunigen.

Die Ausstellung stellt am Beispiel der Paderborner Familie 
Kosses, die in der Bachstraße 9 am Paderquellgebiet wohnten, die 
Geschichte des Unterganges der jüdischen Gemeinde Paderborns in 
der NS-Zeit dar. Während Hilde und Lotte Kosses noch emigrieren 
konnten wurden die Eltern und die jüngste Tochter Henny im 
Konzentrationslager in Auschwitz ermordet. Das Schicksal der 
Familie steht exemplarisch für sukzessive Entrechtung, 
Verfolgung und Ermordung, welche die deutschen Juden während der 
NS-Zeit erlitten.
 
Konzept und Idee: Dr. Margit Naarmann, Markus Runte M.A.
Museumspädagogik: Ann-Britta Dohle
 
BEGLEITPROGRAMM
 
Theater
Abgrenzung - 
Ausgrenzung - Mord. Rückwärts nach Theresienstadt.
Jugendtheater des Kulturamts der Stadt Paderborn, 
Leitung: Ann-Britta Dohle
Premiere: 6.11.2008, weitere Aufführungen am 8.11., 20.11. 
und 21.11.2008, jeweils 19 Uhr;
Eintritt: 3,- Euro (erm. 2,- Euro), 
Eintrittskarten im Museum erhältlich 

Lesung
12.11.2008, 19 Uhr
Die Judenburg soll brennen. 
Lesung aus den Akten zum Paderborner Synagogenprozess
unter der Leitung von Dr. Wolfgang Kühnhold, 
es lesen Mitglieder der Studiobühne der Universität Paderborn 

Filmabend und Gespräch
22.01.2009, 19 Uhr
Jud-Süß - ein Film als Verbrechen, Deutschland 2001
vorgestellt von Eyke Isensee, 
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
Ort: Städtische Galerie Am Abdinghof, 
in Kooperation mit dem Stadtarchiv Paderborn 

Vortrag
04.02.2009, 19 Uhr
Musikpolitik und Propaganda in der NS-Zeit
Prof. Dr. Dietmar Klenke, Universität Paderborn
 
18.02.2009, 19 Uhr
Ausblick: Unsere vergessenen Nachbarn? - 
Jüdisches Schicksal in Paderborn seit 1933
Dr. Margit Naarmann, Verein für Geschichte an 
der Universität Paderborn
 
  
ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
13.11. und 10.12.2008
14.01. und 11.02.2009
Beginn jeweils um 17 Uhr


INFO

Veranstaltungsdaten:
Ausstellung
Datum: 02.11.2008 - 22.02.2009
Museum für Stadtgeschichte im Adam und Eva-Haus, Paderborn - 
Verein für Geschichte an der Universität Paderborn
Hathumarstr. 7-9 
33098 Paderborn
Tel.: 05251/88.23501
E-Mail: stadtmuseum at paderborn.de 
URL: www.paderborn.de/stadtmuseum 

Kontakt:
Dr. Margit Naarmann
Verein für Geschichte an der Universität Paderborn
Gotenweg 12
33100 Paderborn
Tel.: 05251/58383
E-Mail: mnaarmann at versanet.de 
URL: www.vfg-paderborn.de