[WestG] [AKT] Modell erinnert an zerstörte Lippstaedter Synagoge

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Nov 3 11:19:25 CET 2008


Von: "Stadt Lippstadt" <info at presse-service.de>
Datum: 31.10.2008, 12:38


AKTUELL

Modell erinnert an zerstörte Lippstädter Synagoge

Zum Gedenken an die in der sogenannten Reichspogromnacht 1938 
zerstörten Lippstädter Synagoge wird ein Edelstahlmodell des 
jüdischen Gebetshauses an der Stiftstraße aufgestellt. Zur 
Einweihung des Modells sind alle Bürgerinnen und Bürger am 
Dienstag, 04. November, um 11.00 Uhr, am Standort Stiftstraße 
herzlich eingeladen.

Anhand des Modells kann sich der interessierte Besucher 
eindrucksvoll informieren, welche exponierte städtebauliche Lage 
und gut gestaltete Architektur die 1852 errichtete Synagoge 
auszeichnete.

Im Rahmen des historischen Altstadtrundganges erinnert seit 
einigen Monaten auch eine Stele mit verschiedenen Fotos an die 
mittlerweile als Baudenkmal eingetragene Synagoge, deren Reste 
sich auch heute noch in dem Baukomplex an der Stiftstraße 
verbergen. Mit dem Modell ist nun ein weiteres interessantes 
Objekt im Altstadtrundgang zu finden.

Hintergrund:
In der Nacht vom 09. zum 10. November 1938, der sogenannten 
Reichspogromnacht, wurde auch die Lippstädter Synagoge ein Opfer 
der Nazibarbarei. Die Synagoge wurde in Brand gesetzt und 
brannte völlig aus. Nur noch die Trauf- und Giebelwände blieben 
stehen. Im Jahre 1957, die Synagogenruine war zwischenzeitlich 
an einen Lippstädter Kaufmann veräußert worden, stellte dieser 
einen Bauantrag zum Abriss der Treppengiebel und Eindeckung des 
Baukörpers mit einem flach geneigtem Dach, um das Objekt als 
Lager zu nutzen.

Durch weitere Anbauten und Garagenvorbauten verschwand die 
Synagoge weitgehend aus dem Blick der Lippstädter Bürger. Erst 
durch eine Erinnerungstafel, die 1985 montiert wurde, mit der 
Aufschrift: "Hier befand sich die am 09. November 1938 zerstörte 
Synagoge der jüdischen Gemeinde Lippstadt - Shalom!" wurde der 
jüdischen Opfer der Hitler-Diktatur und der ehemaligen Synagoge 
an diesem Standort gedacht.