[WestG] [AUS] Vom Rennfeuer zum Hochofen, Hattingen, 18.05.-24.08.2008
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Mai 19 11:26:22 CEST 2008
Von: "Pressestelle der Uni Münster" <pressestelle at uni-muenster.de>
Datum: 16.05.2008, 17:13
AUSSTELLUNG
Vom Rennfeuer zum Hochofen
WWU beteiligt an neuer Ausstellung zum "Alten Eisen" in Hattingen
Eisen gilt als der Werkstoff unserer Geschichte. Mit ihm
gestalten Menschen ihre Welt - als Schmuck, Werkzeug oder Waffe.
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eröffnete am
Sonntag, 18. Mai, in Hattingen die Ausstellung "Altes Eisen. Vom
Rennfeuer zum Hochofen", die von den Universitäten Münster und
Kiel entwickelt wurde.
Im LWL-Industriemuseum Henrichshütte geht es bis zum 24. August
auf archäologische Spurensuche nach dem Stoff, der unsere
Geschichte seit 6.000 Jahren prägt."Altes Eisen" schlägt den
Bogen von der Prähistorie über die antike Sagenwelt bis hin zur
nordischen Eisenverhüttung. Die Ausstellung zeigt den Weg vom
Erz zum Metall und weiter vom Metall zum geformten Produkt.
Gegenüber gestellt werden moderne Hochöfen des
Industriezeitalters wie etwa Hochofen 3 der Henrichshütte mit
einfachen Rennöfen, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten in
Afrika zur Anwendung kamen.
Modelle und Experimente laden zum Ausprobieren ein. "Vor Ort"
geht der zweite Teil der Ausstellung. Sie dokumentiert die
traditionsreiche Eisenverhüttung im Sauer- und Siegerland bis
zum Beginn der Moderne."Die Ausstellung zeigt die eiserne
Geschichte bis zum Beginn der Industrialisierung", erläutert
Museums-Kuratorin Andrea Hubert, "sozusagen die Vorgeschichte,
die es brauchte, damit es so etwas wie die Henrichshütte
überhaupt geben konnte."
Dafür werden in Hattingen erstmals zwei Ausstellungen gemeinsam
gezeigt, die sich dem Thema "Eisen" aus unterschiedlichen
Blickwinkeln nähern. Die Universität Kiel reist in ihrem Beitrag
durch Zeit und Raum, immer dem Eisen auf der Spur. Die Reise
führt in den Orient, nach Skandinavien, nach Afrika.
Die Dokumentation der Abteilung für Ur- und Frühgeschichtliche
Archäologie des Historischen Seminars der Universität Münster
unter Leitung von Prof. Dr. Albrecht Jockenhövel zeigt hingegen
die Ergebnisse jahrzehntelanger Forschungen zum Eisen in
südlichen Westfalen.
Michael Overbeck, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung
und Ausstellungs-Kurator, freut sich über das gemeinsame Projekt
mit dem LWL-Industriemuseum Henrichshütte: "Wir wollen hier
dauerhaft die vorindustrielle Geschichte des Eisens zeigen.
Hattingen ist als Mittler zwischen Südwestfalen und Ruhrgebiet
sowohl historisch wie geographisch der ideale Standort für solch
ein Projekt". Die Ausstellung "Altes Eisen - Vom Rennfeuer zum
Hochofen" ist ein erster Schritt in diese Richtung.
Die 1854 gegründete Henrichshütte in Hattingen ist eines der
traditionsreichsten Eisenhüttenwerke des Ruhrgebiets. Bis zu
10.000 Arbeiter produzierten hier Eisen und Stahl. Gegen den
erbitterten Widerstand einer ganzen Region wurde 1987 der
Hochofen 3, der älteste im Revier, ausgeblasen. Drei Rundwege
erschließen heute das 50.000 Quadratmeter große Gelände des
Westfälischen Industriemuseums Henrichshütte. Eine Fülle von
Angeboten für Jung und Alt macht die Henrichshütte heute zu
einem lebendigen Museum.
INFO
LWL-Industriemuseum Henrichshütte
URL: https://www.lwl.org/LWL/Kultur/wim/S/hattingen/