[WestG] [AKT] LWL-Landesmuseum praesentiert als Kunstwerk des Monats Mai ein Flugblatt von 1650

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Mai 9 11:18:00 CEST 2008


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 07.05.2008, 14:16


AKTUELL


"Der Mars ist im Ars"
LWL-Landesmuseum präsentiert als Kunstwerk des Monats Mai ein 
Flugblatt von 1650

"Der Mars ist nun im Ars" (um 1650) ist ein Flugblatt über das 
Ende des Dreißigjährigen Krieges betitelt, der 
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Kunstwerk des 
Monats Mai vorstellt.

"Der Kriegsgott Mars erliegt der Kunst (lateinisch Ars)", kann 
man diese Schlagzeile übersetzen. Der Künstler stellt die 
Forderung, dass an die Stelle des zerstörerischen und 
leidbringenden Krieges nun wieder Recht, Gesetz und Kunst treten 
sollen. Die Doppeldeutigkeit des Titels ergibt sich aus der 
Bedeutung des Wortes "Ars" im Deutschen, in Kombination mit dem 
lateinischen Begriff für Gesetz, "Lex". "Das Spottblatt entlädt 
die ganze aufgestaute Wut des bürgerlichen Verfassers gegen den 
Krieg und gegen die Soldaten, deren Fäkaliensprache nun - mit 
der Bildungssprache Latein bemäntelt - gegen das Militär 
gewendet wird", erklärt Dr. Gerd Dethlefs vom LWL-Landesmuseum 
für Kunst und Kulturgeschichte in Münster.

Das Spiel mit diesem Hintersinn mache das Blatt selbst zu einem 
vielschichtigen Kunstwerk, das seinen Reiz dem lehrhaften 
Zusammenspiel von Bild und Text, Kunst und Geschichte verdanke. 
Der gereimte Text steht in Bezug zu den szenischen Abbildungen, 
wie beispielsweise dem liegenden Mars, abziehenden 
Söldnertruppen oder der Obrigkeit, die den Krieg zu verantworten 
hatte.

Der Text ist aus Sicht der einfachen Bürger geschrieben, der 
Betroffenen des Krieges und der eigentlichen Nutznießer des 
Friedens. "Die Kunst kann erst blühen, wenn die 
historisch-politischen Voraussetzungen stimmen, das heißt wenn 
Frieden herrscht", so Dethlefs. Das Flugblatt belege, dass Kunst 
nicht nur Selbstzweck sei, sondern auch dem Frieden dienen kann 
und ein Mittel ist, sich gegen die Obrigkeiten zu wehren.