[WestG] [AUS] Vom Rennfeuer zum Hochofen im LWL-Industriemuseum, Hattingen, 18.05.-24.08.2008
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Mai 9 11:13:22 CEST 2008
Von: "Christiane Spänhoff" <christiane.spaenhoff at lwl.org>
Datum: 08.05.2008, 11:29
AUSSTELLUNG
Neue Ausstellung zum "Alten Eisen"
Vom Rennfeuer zum Hochofen im LWL-Industriemuseum
Eisen gilt als der Werkstoff unserer Geschichte. Mit ihm
gestalten Menschen ihre Welt - als Schmuck, Werkzeug oder Waffe.
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eröffnet am Sonntag,
18. Mai, um 15 Uhr in Hattingen die Ausstellung "Altes Eisen.
Vom Rennfeuer zum Hochofen", die von den Universitäten Kiel und
Münster entwickelt wurde. Im LWL-Indusriemuseum Henrichshütte
geht es bis zum 24. August auf archäologische Spurensuche nach
diesem Stoff, der unsere Geschichte seit 6.000 Jahren prägt.
"Altes Eisen" schlägt den Bogen von der Prähistorie über die
antike Sagenwelt bis hin zur nordischen Eisenverhüttung. Sie
zeigt den Weg vom Erz zum Metall und weiter vom Metall zum
geformten Produkt. Gegenüber gestellt werden moderne Hochöfen
des Industriezeitalters wie etwa Hochofen 3 der Henrichshütte
mit einfachen Rennöfen, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten in
Afrika zur Anwendung kamen. Modelle und Experimente laden zum
Ausprobieren ein. "Vor Ort" geht der zweite Teil der
Ausstellung. Sie dokumentiert die traditionsreiche
Eisenverhüttung im Sauer- und Siegerland bis zum Beginn der
Moderne.
Stahl und Eisen
Ein großes Thema kompakt und kompetent dargestellt, Raum an Raum
mit der Eisengießerei - zur Feier des Tages hat sich das
Industriemuseum ein Stahl & Eisen-Programm einfallen lassen. So
bietet das Museum ab 11 Uhr stündlich Führungen auf dem neuen
"Weg des Stahls" über das Hüttengelände an. Um 15 Uhr eröffnen
Marlene Lubek, stellvertretende Vorsitzende der
Landschaftsversammlung, und Ausstellungs-Kurator Michael
Overbeck die Ausstellung. Unterstützt werden sie dabei
musikalisch von der "Klangschmiede Langenberg" sowie handfest
vom Förderverein, der an diesem Nachmittag Eisen gießt und Stahl
schmiedet.
"Was bisher geschah"
"Die Ausstellung zeigt die eiserne Geschichte bis zum Beginn der
Industrialisierung", erläutert Museums-Kuratorin Andrea Hubert,
"sozusagen die Vorgeschichte, die es brauchte, damit es so etwas
wie die Henrichshütte überhaupt geben konnte." Dafür werden in
Hattingen erstmals zwei Ausstellungen gemeinsam gezeigt, die
sich dem Thema "Eisen" aus unterschiedlichen Blickwinkeln
nähern. Die Universität Kiel reist in ihrem Beitrag durch Zeit
und Raum, immer dem Eisen auf der Spur. Die Reise führt in den
Orient, nach Skandinavien, nach Afrika.
Die Dokumentation der Universität Münster zeigt hingegen die
Ergebnisse jahrzehntelanger Forschungen zum Eisen in südlichen
Westfalen. Michael Overbeck, Ausstellungs-Kurator von der
Universität Münster, freut sich auf das gemeinsame Projekt mit
dem Hattinger Museum: "Wir wollen hier dauerhaft die
vorindustrielle Geschichte des Eisens zeigen. Hattingen ist als
Mittler zwischen Südwestfalen und Ruhrgebiet sowohl historisch
wie geographisch der ideale Standort für solch ein Projekt. Die
Ausstellung ist ein erster Schritt in diese Richtung."
Altes Eisen ist "in" - Das Begleitprogramm
Das Thema Eisen ist hochaktuell - nicht nur in Wirtschaft und
Produktion, wo weltweit Jahr um Jahr immer neue Rekorde
aufgestellt werden. Auch die Auseinandersetzung mit der
Geschichte dieses Werkstoffes ist allgegenwärtig: "Eiserne
Zeiten" wurden in Gliwice, Bendorf und Berlin gezeigt. In der
Wendener Hütte geht es um die "Faszination Archäologie" und in
Oberhausen um einen "Industriearchäologischen Park
Antony-Hütte". Zur Wendener Hütte (11.6.) und auch nach
Oberhausen (2.7.) führen im Begleitprogramm entsprechend
Exkursionen, auch zur heimatlichen Isenburg (13.8.). Vorträge
und Film-Programm runden das Angebot ab. Führungen durch die
Ausstellung werden jeden Sonntag um 15 Uhr kostenfrei angeboten
oder können nach Vereinbarung gebucht werden.
INFO
LWL-Industriemuseum
Henrichshütte in Hattingen
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen
Tel.: 02324 9247-0
Fax: 02324 9247-112
E-Mail: birgit.schulz at lwl.org