[WestG] [AKT] Der Leiter Dr. Timothy Sodmann des kreiseigenen Landeskundlichen Institutes Westmuensterland tritt in den Ruhestand

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Mai 5 11:42:37 CEST 2008


Von: "Kreis Borken" <info at presse-service.de>
Datum: 02.05.2008, 12:15


AKTUELL

Landrat Wiesmann: "Dr. Timothy Sodmann hat sich um die 
landeskundliche Forschung verdient gemacht!"
Der Leiter des kreiseigenen Landeskundlichen Institutes 
Westmünsterland, tritt in den Ruhestand

Wer hätte seinerzeit gedacht, dass das 1988 
gegründete und in Vreden beheimatete Landeskundliche Institut 
Westmünsterland des Kreises Borken nach 20 Jahren eine solch 
stolze Bilanz vorweisen kann: eine Vielzahl von Publikationen, 
eine fruchtbare Beratungstätigkeit, ein Renommee weit über die 
Region hinaus - all das ist ganz maßgeblich Dr. Timothy Sodmann 
zu verdanken, der nun im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand 
tritt.

Landrat Gerd Wiesmann würdigt jetzt ausdrücklich dieses 
schaffensreiche Wirken, das dazu geführt habe, dass sich das 
Institut zu einer fest im Bewusstsein der Region etablierten 
Kultureinrichtung und gleichermaßen zu einem wichtigen 
Forschungsstandort entwickelt hat und konstatiert: "Dr. Sodmann 
hat sich um die landeskundliche Forschung verdient gemacht!"

Seit der Gründung des Landeskundlichen Institutes war Dr. 
Sodmann dessen Leiter. Um diese Aufgabe zu übernehmen, hatte er 
zuvor * auch im Wortsinne * einen weiten Weg zurückgelegt. So 
stammt Sodmann nämlich aus Buffalo im US-Staat New York. Im 
Anschluss an den Besuch der dortigen Hochschule kam er nach 
Deutschland, wo er an der Universität Münster weiterstudierte 
und dann dort auch arbeitete. Nach wissenschaftlichen 
Tätigkeiten u. a. beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe 
übernahm er 1988 die Leitung des Institutes, das der Kreis 
Borken zur Erforschung der Landeskunde gerade einrichtete.

Da Dr. Sodmann "von Haus aus" Sprachwissenschaftler ist, widmete 
er sich mit besonderem Interesse der Erforschung des Platt. Als 
"Startprojekt" nahm er damals die Inventarisierung der Flurnamen 
im Kreis Borken in Angriff * ein Vorhaben in Westfalen, dass es 
sonst nirgends außer in der Region Höxter gegeben hat. Für die 
Wissenschaft ist dies daher außerordentlich interessant, zumal 
mit dem Borkener Projekt gleichzeitig auch eine 
Forschungs-Brücke in die Niederlande "gebaut" wurde.

Dr. Sodmanns Reputation als Fachmann für mittelalterliche 
Literatur hat ihn in der "Szene" bekannt gemacht. So gilt er für 
*Reinicke Fuchs", das "Narrenschiff" und die mittelalterlichen 
Totentanzdarstellungen international als Fachmann. Und da es im 
Mittelalter die heutigen Landesgrenzen noch nicht gab und der 
Sprachraum weit über die Ijssel hinaus noch einheitlich war, ist 
es nicht verwunderlich, dass Sodmann auch niederländische 
Affinitäten hat.

Beiträge zu den wechselweisen kulturellen Einflüssen von 
Westfalen auf die Niederlande wie umgekehrt sind fester 
Bestandteil seiner forschenden wie publizistischen Tätigkeit. 
Ungezählten Personen und Vereinigungen stand er darüber hinaus 
beratend zur Seite.