[WestG] [AKT] Neheim-Huestener Geschichte verzeichnet - Bald auch online recherchierbar
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Mär 27 10:45:27 CET 2008
Von: "Stadt Arnsberg" <info at presse-service.de>
Datum: 27.03.2008, 09:33
AKTUELL
Neheim-Hüstener Geschichte verzeichnet - Bald auch online
recherchierbar
Einblick in Leid und Elend sowie Wirtschaftswunder und
Stadtentwicklung
2.300 Akten in 600 Archivkartons - Sebastian Post hat während
seines dreimonatigen Praktikums im Stadtarchiv ein gewaltiges
Arbeitspensum absolviert. Zum Glück für alle, die sich für die
Geschichte Neheims interessieren, denn der Student der
Fachhochschule Postdam mit dem Studienabschluss
"Diplom-Archivar" verzeichnete die Verwaltungsakten der Stadt
Neheim-Hüsten von 1941-1975. Der gebürtige Neheimer bewertete
über dreitausend Akten.
Bei jeder einzelnen Akte musste er eine Entscheidung treffen
über Vernichtung (Kassation) oder dauerhafte Aufbewahrung im
historischen Archiv. Letztendlich verzeichnete er mit einer
neuen Archivsoftware über 2.300 Akten. Sie stehen nun erstmalig
interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Einsichtnahme und
freien Recherche zur Verfügung.
Die Neheim-Hüstener Akten bilden nun einen der größten Bestände
im Stadtarchiv. Das Findbuch, in dem sie verzeichnet sind, ist
über 400 Seiten stark. Es wird in Kürze auch über den
Internet-Auftritt der Stadt (www.arnsberg.de) und das
landesweite Portal www.archive.nrw.de recherchierbar sein. Die
Originalakten selbst können dann im Stadtarchiv eingesehen
werden.
Der Aktenbestand dokumentiert hochinteressante Abschnitte der
Stadtgeschichte, so die letzten Jahre der
nationalsozialistischen Diktatur und des Zweiten Weltkrieges,
natürlich auch die Möhnekatastrophe und den Einsatz von
"Fremdarbeitern". Besonders gut überliefert sind die
Nachkriegsjahre und die britische bzw. belgische Besatzung, die
zahlreiche Wohnhäuser beschlagnahmte aber auch den
demokratischen Neubeginn in Neheim-Hüsten unterstützte.
Großen Raum nimmt die Lösung der Probleme ein, die mit dem
Zustrom tausender Vertriebener und Flüchtlinge auftraten bis hin
zu ihrer gelungenen Integration. Einblicke in persönliches Leid
und Elend gestatten Akten des Sozial- und Jugendamtes: der Krieg
und die Entwurzelung Tausender warfen lange Schatten bis weit in
die 1960er Jahre.
Ebenfalls gut verfolgen lässt sich die städtebauliche
Entwicklung, die Erschließung von Neubaugebieten (z.B. Moosfelde,
Rusch, Bergheim) oder der Bau der Umgehungsstraße und des
Trauringes - beide ebenfalls schon Geschichte - sowie der Bau
des neuen Rathauses.
Spannend der Aufbau der städtischen Kulturarbeit nach dem Krieg,
die Wirtschaftswunderjahre und der Ausbau von Schulen und
Freizeiteinrichtungen. Der Aufstieg vieler Unternehmen in der
Stadt und manchmal auch ihr Niedergang spiegeln sich in den
Unterlagen. Schon früh wird die Frage der Kommunalen
Neugliederung diskutiert. Mit ihr endet die Stadt Neheim-Hüsten,
die 1975 Teil der heutigen Stadt Arnsberg wird.
Die Stadt Neheim-Hüsten wurde während des Dritten Reiches am 1.
April 1941 durch den Zusammenschluss der Stadt Neheim und der
Freiheit Hüsten "geboren". Sie war damals die größte Stadt im
Kreis Arnsberg und existierte über 30 Jahre lang bis zur
Kommunalen Neugliederung, als am 1. Januar1975 die neue Stadt
Arnsberg entstand.