[WestG] [AKT] LWL kuert Bismarcksaeule in Bad Berleburg zum Denkmal des Monats

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Dez 12 10:51:38 CET 2008


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 11.12.2008, 15:26


AKTUELL

LWL kürt Bismarcksäule in Bad Berleburg zum Denkmal des Monats
Gemeinschaftsaktion hat Restaurierung möglich gemacht

Vandalismus, Witterung und Wildwuchs hatten der Bismarcksäule am 
Westhang des Großes Hilscheids in Bad Berleburg (Kreis Siegen 
Wittgenstein) kräftig zugesetzt. Deshalb hat der Verkehrs- und 
Heimatverein Bad Berleburg die notwendige Restaurierung 
organisiert. Seit diesem Herbst ist die Säule restauriert und 
vom historischen Ortskern aus wieder bestens zu sehen. Der 
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat die Säule deshalb 
jetzt als Denkmal des Monats Dezember ausgezeichnet.

"Das Engagement vieler Beteiligter und die Hilfe zahlreicher 
Spender sowie die Denkmalfördermittel des LWL und des Landes 
Nordrhein-Westfalen haben die Restaurierung möglich gemacht", 
freut sich LWL-Denkmalpflegerin Sybille Haseley über die 
gelungene Gemeinschaftsaktion. Die Restaurierung hatte vor allem 
das Ziel, die Substanz des Denkmals zu sichern und zu 
reparieren. Die verschmutzten, abgewitterten Oberflächen wurden 
gereinigt und gefestigt. Sämtliche Fugen des Denkmals mussten 
erneuert werden. Die abgesackten und gebrochenen 
Natursteinstufen der Treppenanlage unterhalb des Denkmals wurden 
neu verlegt. Als Wetter-Schutz erhielt die Feuerschale eine 
Kupferabdeckung, die bei Bedarf abgenommen werden kann. Die 
Sichtschneise wurde freigeschnitten, so dass der Blick auf die 
restaurierte Säule wieder möglich ist.

Wie in vielen anderen Orten folgte man in Bad Berleburg dem 
Aufruf der Studentenschaft aus dem Jahr 1898, Bismarcksäulen zu 
errichten. Auf Initiative des Bad Berleburger Turnvereins wurde 
1911 die Idee in die Tat umgesetzt.

Der örtliche Regierungsbaumeister Aust baute die Bismarcksäule 
in Anlehnung an einen Entwurf von Wilhem Kreis als sogenannte 
Feuersäule mit einer Feuerschale aus Metall. Als Baumaterial 
verwendete Aust Ruhrsandstein und Basaltlava. Der Grundstein 
wurde am 19. August 1911 gelegt, die Säule wurde am 24. 
September 1911 eingeweiht. Der Schriftzug an der Rückseite im 
Sockel "D.R. 1911" weist auf die ausführende Firma Daniel Rompel 
hin.

Hintergrund: Ab 1890, aus Anlass des 75. Geburtstags von 
Reichskanzler Otto von Bismarck, verbreitete sich die Idee, 
Türme zu Ehren Bismarcks zu errichten. Die architektonischen 
Formen der ersten Türme sind an Burg- und Wehrtürme angelehnt. 
Nach Bismarcks Tod etablierte sich mit dem Aufruf der deutschen 
Studentenschaft im Jahr 1898 ein neuer Denkmaltypus. Der Aufruf 
vom 3. Dezember 1898 fordert auf zum Bau von "gewaltigen, 
granitenen Feuerträgern als ein Sinnbild der Einheit 
Deutschlands".

Dem studentischen Aufruf folgte ein Wettbewerb für alle 
deutschen Architekten. Bis zum Einsendeschluss am 1. April 1899 
gingen mehr als 320 Entwürfe ein. Als Gewinner des Wettbewerbs 
ging der Architekt Wilhelm Kreis (1873-1955), damals Assistent 
bei Paul Wallot an der Dresdener Akademie der bildenden Künste, 
hervor. Nach dessen preisgekröntem Entwurf "Götterdämmerung" 
wurden in den folgenden Jahren im gesamten Deutschen Reich 
mindestens 47 Feuersäulen zu Ehren Bismarcks in verschiedenen 
Varianten errichtet, drei davon in Westfalen: Hagen (1901), 
Lüdenscheid (1902) und Bad Berleburg (1911).

"Die Lage der Türme und Säulen auf freien Anhöhen entsprang dem 
Wunsch, einen weitreichenden Blick in die Landschaft und eine 
gute Sicht auf die Denkmale zu ermöglichen. Feuer wurden 
entweder zum Geburtstag Bismarcks am 1. April, seltener an 
dessen Todestag, dem 30. Juli, aber auch zum Sedantag am 2. 
September entzündet. Die Studentenschaft einigte sich dagegen 
auf den Sonnenwendetag am 21. Juni", so Haseley.


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