[WestG] [AKT] Vortrag zum Verhaeltnis von Architektur und Reisen, Muenster, 11.12.2008
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Dez 11 11:27:36 CET 2008
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 10.12.2008, 14:50
AKTUELL
"Gebaute Reisen"
Vortrag zum Verhältnis von Architektur und Reisen
von Dr. Marcel Schumacher
Mobilität bedeutet Bewegung und Immobilien stehen für
Unbeweglichkeit: Zwei Positionen, die scheinbar nicht
miteinander zu vereinen sind. Unter dem Titel "Gebaute Reisen -
von der Villa Kaiser Hadrians bis Las Vegas" wird Dr. Marcel
Schumacher in seinem Vortrag am Donnerstag, 11. Dezember um 20
Uhr, im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte diesen
vermeintlichen Gegensatz auflösen. Im Rahmen der Vortragsreihe
zur Ausstellung "Orte der Sehnsucht. Mit Künstlern auf Reisen"
betrachtet der Kunsthistoriker am Museum des
Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) hierzu das Verhältnis
von Architektur und Reise.
"Die Visionen von reisenden Architekturen wie der "Walking City"
der Architektengruppe Archigram (1964) leben gerade von der
paradoxen Verbindung eines massigen Gebäudes mit der Bewegung.
Tatsächlich sind Gebäude in vielen Fällen eng mit der Mobilität
verbunden", so Schumacher. Durch Architektur können fremde Orte
erzeugt werden, wie das Venice in Las Vegas oder im Rahmen von
Weltausstellungen, bei denen die ganze Welt an einem Ort
konzentriert wird.
Schon der römische Kaiser Hadrian ließ in Tivoli bei Rom in
einem Garten Gebäude anlegen, die ihn an Stationen seiner
Rundreise durch das Imperium erinnerten. Solche
Erinnerungsarchitekturen haben eine vielseitige Motivation und
Wirkung. Sie sind persönliches Souvenir und zugleich Zeichen von
Inbesitznahmen. Gebäude können durch ihre spezifische Form die
Illusion eines fernen Ort hervorrufen und damit auch eine Reise
ersetzen, was zum Erfolg der Kolonialausstellungen und
Themenparks wie in Coney Island, New York, führte.
"Mit dem Beginn der Moderne begann man allerdings an der
Zitation von Regional-Stilen zu zweifeln. Auf den
Weltausstellungen nach 1945 war die Welt nicht mehr in Form von
Simulationen versammelt", erklärt Schumacher. In seinem Vortrag
geht er auch der Frage nach, wieso es in der Postmoderne
schließlich erneut zu Simulationsversuchen kam, wie
beispielsweise von Venedig in Las Vegas. Der Vortrag wird den
Zuhörern die vielschichtigen Motivationen zeigen, die Menschen
dazu bringt, Reisen Architektur werden zu lassen .
INFO
Dauer der Ausstellung
28. September 2008 bis 11. Januar 2009
Öffnungszeiten während der Jubiläumsausstellung:
Di, Mi, 9 - 19 Uhr, Do, Fr 9 - 21 Uhr
Sa, So 10-18 Uhr
Montags bleibt das Museum geschlossen.
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