[WestG] [AUS] Sonderausstellung "August Macke - Der Bestand im LWL-Landesmuseum", Muenster, 26.04.-22.06.2008
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Apr 25 10:37:39 CEST 2008
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 24.04.2008, 11:50
AUSSTELLUNG
Der hellste und reinste Klang der Farbe
Sonderausstellung "August Macke -
Der Bestand im LWL-Landesmuseum"
Innerhalb eines Jahrzehnts hat August Macke (1887-1914) sein
leuchtendes Werk geschaffen: Im Alter von nur 27 Jahren starb
der Maler als Soldat im Ersten Weltkrieg. Seit den 1970er Jahren
arbeitete Ursula Heiderich im Auftrag des Landschaftsverbands
Westfalen-Lippe (LWL) an einem mehrbändigen Werkverzeichnis
"August Macke", dessen dritter und letzter Band jetzt
fertiggestellt ist.
Das Verzeichnis enthält neben 6.000 Skizzen, 3.000 Zeichnungen
und Hunderten von Gemälden auch eine eingehende Darstellung zum
Leben und Werk August Mackes. Aus diesem Anlass veranstaltet das
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte vom 26. April
bis zum 22. Juni die Sonderausstellung "August Macke - Der
Bestand im LWL-Landesmuseum" mit 160 Exponaten, darunter 20
Gemälde.
"Unser Museum betreut den Nachlass des im westfälischen Meschede
geborenen Künstlers. Daher können wir neben den bekannten
Gemälden der ständigen Sammlung jetzt auch selten gezeigte
Skizzen und Briefwechsel präsentieren, die uns den Menschen
August Macke näher bringen", erklärt Museumsdirektor Dr. Hermann
Arnhold.
Das umfangreiche Werk August Mackes gehört zu den größten
Leistungen des Expressionismus. "Er hat von uns allen der Farbe
den hellsten und reinsten Klang gegeben, so klar und hell wie
sein ganzes Wesen war", schrieb Mackes Freund Franz Marc aus der
Künstlergruppe "Der Blaue Reiter" über ihn. Diese Leuchtkraft
und Ausdrucksstärke bringen auch die Gemälde im Landesmuseum,
wie etwa das "Modegeschäft" oder die vier Tunis-Aquarelle, zum
Ausdruck.
Um die 14 Ölgemälde des "Macke-Raumes" in der ständigen Sammlung
des Museumsaltbaus gruppieren sich zur Sonderausstellung sechs
weitere Gemälde aus dem Museum Kloster Bentlage, außerdem 60
Aquarelle und Zeichnungen sowie 80 Skizzenbücher, Fotoaufnahmen
und Schriftwechsel des Künstlers. Interessante Einblicke in
Mackes Persönlichkeit ermöglichen insbesondere seine Briefe:
Flüchtig gemalte Zeichnungen am Briefrand oder ganze
Bildergeschichten auf der Rückseite eines Briefes lassen seinen
Sinn für Humor und eine poetische Begabung erkennen.
Die Ausstellung orientiert sich an Mackes Biographie und
untergliedert sein Werk in drei Lebensabschnitte: die ersten
Schaffensjahren,die vor allem mit lebendigen Studien und
Porträts von Familienmitgliedern in der Ausstellung präsent sind,
die Auseinandersetzung mit Matisse und dem "Blauen Reiter", und
sein letzter Lebensabschnitt, der durch farbkräftige Ölgemälde
und die künstlerischen Ergebnisse der Tunis-Reise geprägt ist.
"Das Entstehen der Flächen, der farbigen Leuchtkraft und auch
der Figuren bleibt im Pinselstrich spürbar. Immer behält der
Farbauftrag die Frische des soeben Gemalten, des fast
skizzenhaft Entstandenen", beschreibt Dr. Erich Franz, Kurator
der Ausstellung, Mackes unverkennbaren Stil. Zudem würden die
zahlreichen Bleistiftskizzen in der Ausstellung belegen, dass
die vermeintlich flüchtig gemalten Motive sehr wohl auf einer
akribischen Vorarbeit basierten.
Im LWL-Landesmuseum erhalten die Besucher jedoch nicht nur einen
repräsentativen Einblick in Mackes Arbeiten, sondern tauchen
auch in die Zeit des frühen 20. Jahrhunderts ein: Große Hüte,
lange Röcke und hochgesteckte Frisuren prägen das Aussehen der
Menschen auf den Bildern. Sie flanieren über Straßen, bestaunen
Schaufensterauslagen und verbringen ihre Freizeit im Park.
Neben figürlichen Darstellungen hat sich Macke auch mit
abstrakten Farbkompositionen beschäftigt, wie in dem Werk
"Farbige Karos" (1913) deutlich wird. "Das Hervorrufen
wechselnder Aufmerksamkeitszentren und einer damit verbundenen
Augenbewegung war für Macke ein wichtiges Thema, das bei diesem
Werk besonders gut zum Ausdruck kommt", so Franz. Der Blick
werde nicht durch das Gegenständliche, sondern durch eine
optische Spannung gelenkt, wodurch die Lebendigkeit in Mackes
besten Werken entstehe, erklärt der Kunsthistoriker.
Während der Sonderausstellung bietet die Kunstvermittlung des
LWL-Landesmuseums ein Programm von Workshops,
Ausstellungsgesprächen über Lehrerfortbildungen bis hin zu
Kuratorenführungen und den öffentlichen Sonntagsführungen an.
"In unserem Schulklassenworkshop 'Lichtbilder und lichte Bilder'
begeben wir uns auf eine Licht-Recherche, wobei Schüler die
Leuchtkraft der Farben in Mackes Werken erforschen und in
eigenen Malversuchen umsetzen", berichtet Kunstvermittlerin
Heike Kropff von einem Höhepunkt aus ihrem Programm.
Zu der Sonderausstellung erscheinen im Hatje Cantz Verlag z
wei Publikationen:
Ursula Heiderich
August Macke - Gemälde. Werkverzeichnis
Hrsg. vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe
568 S., ca. 900 Abb., davon ca. 135 farbig
27 x 32 cm, Leinen mit Schutzumschlag, 298,- €
Ursula Heiderich
August Macke -
Der hellste und reinste Klang der Farbe
Ca. 160 S., ca. 120 Abb., davon ca. 90 farbig
22 x 22 cm, gebunden mit Schutzumschlag, 24,80 €
INFO
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte
Domplatz 10
48143 Münster
Tel.: 0251 5907-01
URL: www.lwl-landesmuseum-muenster.de
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10:00 bis 18:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 bis 21:00 Uhr
Öffentliche Führungen:
Sonntags, 16: Uhr
Teilnahme mit Eintrittskarte kostenfrei
Besucherbüro:
Information und Anmeldung:
Dienstag bis Freitag 9 - 12, 15 - 17 Uhr
Tel.: 0251 5907-201
Fax: 0251 5907-104;
E-Mail: besucherbuero at lwl.org