[WestG] [KONF] Historiker-Tagung zum Thema Migration und Diaspora, 27./28.09.2007, Muenster
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Sep 20 10:58:11 CEST 2007
Von: "Pressestelle der Uni Münster" <pressestelle at uni-muenster.de>
Datum: 20.09.2007, 10:03
TAGUNG
Migration und Diaspora
Historiker-Tagung zum Thema Migration und Diaspora an der WWU
Münster
Das Stück knusprige Pizza zum Mittagessen oder der saftige Döner
abends auf dem Heimweg: Nicht nur Deutschlands Esskultur wäre
ohne Einwanderer ärmer. Migration vernetzt seit Jahrhunderten
Gesellschaften rund um den Globus und sorgt für einen regen
Austausch der Kulturen. Auf der Fachtagung "Migration und
Diaspora" des Arbeitskreises für Außereuropäische Geschichte
(AAG) beschäftigen sich vom 27. bis 29. September 2007
Historiker mit diesem Thema. Organisiert wird der Kongress von
Prof. Dr. Silke Hensel vom Historischen Seminar der WWU Münster.
"Wanderungsbewegungen sind kein neues Phänomen. Die Untersuchung
historischer Migrationsprozesse kann Reflektionswissen
bereitstellen, das zum Verständnis aktueller Phänomene beitragen
kann. In der Regel zeigt sich nämlich, dass Wanderungsprozesse
wesentlich komplexer sind, als angenommen wird", begründet Prof.
Hensel das Interesse der Forscher. Die Motive von Einwanderern
stehen auf der Konferenz ebenso im Mittelpunkt wie der
gesellschaftliche Umgang mit ihnen. Um Parallelen ziehen zu
können, will der Arbeitskreis auf dem Kongress zunächst die
häufig synonym verwendeten Begriffe Migration und Diaspora
voneinander abgrenzen.
Diaspora bezeichnete ursprünglich geschlossene jüdische
Siedlungen in Babylonischem Exil und Palästina nach dem
Untergang des Reiches Juda. Heute wird der Begriff auch im
Zusammenhang mit anderen Minderheiten gebraucht, die aus ihrer
Ursprungsregion flüchten mussten. Diasporagemeinden sind nicht
freiwillig ausgewandert, leben verstreut über die ganze Welt und
wünschen sich zurück in ihr Ursprungsgebiet. Demgegenüber
erwarten Migranten vor der Auswanderung häufig, dass sich ihr
Leben im Zielland verbessert. Doch das Gegenteil ist meist der
Fall: Sie sind von vielen staatlichen Leistungen ausgeschlossen
und werden Opfer von Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung.
Welche Rolle Migration und Diaspora für die Entwicklung einer
Identität spielen, beleuchten Referenten und Tagungsteilnehmer
in Vorträgen und Diskussionen. Weitere Aspekte des Kongresses
sind Geschlecht und Migration, Kulturtransfer und
Kulturkonflikte. Darüber hinaus soll gezeigt werden, wie Lehrer
das Thema im Schulunterricht behandeln können.
Der AAG, angesiedelt im Verband der Historiker und
Historikerinnen Deutschlands, will mit seiner Arbeit
außereuropäische Erfahrungswelten stärker ins Bewusstsein der
Geschichtswissenschaft rücken. Seit 1980 schließen sich in ihm
Historiker zusammen, die auf außereuropäischen Gebieten
forschen. Ziel ist es, internationale Geschichte stärker in
deutschen Lehrplänen an Schulen und Hochschulen zu verankern
und aus ihr zu lernen.
INFO
Link: Historisches Seminar
URL: http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-sem/