[WestG] [AKT] LWL kuert das Ackerhaus des Klosters Marienmuenster zum Denkmal des Monats September
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Sep 21 11:21:27 CEST 2007
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 20.09.2007, 12:46
AKTUELL
LWL kürt das Ackerhaus des Klosters Marienmünster zum Denkmal
des Monats September
Gelungene Umnutzung für Kulturveranstaltungen
Das 1712 erbaute Ackerhaus des Klosters Marienmünster (Kreis
Höxter) wurde umfassend saniert und steht seit seiner Eröffnung
am 5. September für kulturelle Veranstaltungen und
Musikaufnahmen zur Verfügung. Mit dieser neuen Nutzung ist der
Erhalt des Baudenkmals auf Dauer gesichert. Deshalb hat der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das Ackerhaus jetzt als
Denkmal des Monats ausgezeichnet.
"Der Qualitätsstandard der Planung und der Ausführung bei diesem
Projekt ist ausgesprochen hoch", lobt LWL-Denkmalpflegerin
Barbara Seifen. Das Ackerhaus ist Teil des ersten Bauabschnittes
zur Sanierung der ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Klosters,
dazu gehören das Ackerhaus von 1712, der Reisestall von 1712,
hier wurden die Pferde, die für Reisen der Mönche oder Besucher
erforderlich waren, untergestellt, und der Schafstall von 1726.
Mit dem Ackerhaus, das von der Eigentümerin Derenthalsche
Stiftung am 5. September an die neu gegründete Kulturstiftung
Marienmünster übergeben wurde, ist das erste Gebäude
fertiggestellt.
Bereits 1999 haben die Eigentümer und Bewohner des Klosters
gemeinsam mit der Stadt Marienmünster, dem Regierungspräsidium
Detmold und dem LWL-Amt für Denkmalpflege in Westfalen unter der
Federführung des Architekten Eckhard Lohmann aus Brilon ein
Konzept für eine kulturelle Nutzung und damit eine neue
zukunftsfähige Perspektive für die Klosteranlage erstellt.
Das Ackerhaus hatte ursprünglich eine Struktur mit einer
mittleren Dreschtenne, an die sich an beiden Seiten Pferdeställe
anschlossen. Dazu kamen Schlafkammern für den Hofmeister, den
Förster, für die Taglöhner, außerdem eine Küche, Kammern und
Schlafstellen für die Knechte, ein großer Speckboden, darüber
der Dachboden, auf dem Korn und anderes Erntegut gelagert werden
konnte. Später wurden die Innenwände entfernt und das Gebäude
diente nur noch als großer Schweinestall. "Das war für die neue
kulturelle Nutzung ein Glücksfall. Denn so konnte hier der
nötige große Saal geschaffen werden, ohne dass denkmalwerte
Substanz zerstört wurde", so Seifen.
Anstelle des kleinen Nebengebäudes an der Klostermauer zwischen
dem Ackerhaus und dem Reisestall, in dem sich um 1803 die
Schmiede, die Schlafkammer des Schmieds und eine Kohlenkammer
befunden haben, steht nun ein neuer Verbindungsbau. "Ganz in der
Tradition seines historischen Vorgängergebäudes stellt es das
für die Nutzung des Ackerhauses notwendige 'Gerät' zur Verfügung,
das ist heute die Tontechnik", erklärt Seifen.
Diese "Gebäude-Neuzutat" wurde als leicht und transparent
wirkender Bau vor die barocke Klostermauer gesetzt, die die
Rückwand des neuen Nebengebäudes bildet. "Das Gebäude weist sich
damit als zeitgemäße und wohltuende Ergänzung der historischen
Architektur aus. So ist das Kloster Marienmünster, das für
Besucher Kunst und Kultur in sehr schöner Landschaft zu bieten
hat, nun auch wegen seiner neuen Nutzung im Ackerhaus eine Reise
wert", lobt Seifen.
Hintergrund:
Das im Jahr 1128 gegründete ehemalige Benediktinerkloster
Marienmünster im Kreis Höxter ist eine vollständig erhaltene
Klosteranlage. Sie wurde 1803 säkularisiert, wenige Jahre als
staatliche Domäne betrieben und dann in mehrere private
Besitzungen aufgeteilt. Seit der Säkularisation im Jahr 1803 ist
es den Eigentümern gelungen, das Kloster zu erhalten. Die
Gebäude wurden in ähnlicher Weise wie vor 1803 kontinuierlich
genutzt: Landwirtschaft im Wirtschaftshof des Klosters, Wohnen
in den Konventsbauten, überwiegend Gartennutzung auf den
Freiflächen. Die Klosterkirche ist weiterhin Pfarrkirche der
Gemeinde. Inzwischen steht ein neuer Umnutzungsprozess an, da
die landwirtschaftliche Nutzung, die hier den baulichen Bestand
lange gesichert hat, nicht mehr gegeben ist.