[WestG] [AKT] 20 Jahre nach der Stilllegung fließt wieder Eisen in Hattingen, 16.09.2007, Hattingen
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Sep 14 10:14:17 CEST 2007
Von: "Christiane Spänhoff" <christiane.spaenhoff at lwl.org>
Datum: 13.09.2007, 13:10
AKTUELL
20 Jahre nach der Stilllegung fließt wieder Eisen in Hattingen
Ofenabstich und Ausstellungseröffnung im LWL-Industriemuseum
Vor 20 Jahren wurde der letzte Hochofen der Henrichshütte
ausgeblasen - jetzt fließt wieder Eisen im Industriemuseum des
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Hattingen. Am
Sonntag, 16. September, um 13 Uhr lädt der Förderverein des
Industriemuseums zum ersten Abstich am neuen Graugussofen in die
Schaugießerei ein. Zwei Stunden zuvor wird im ehemaligen
Bessemer Stahlwerk die Mitmach-Ausstellung "Meine Hütte"
eröffnet.
"Am Anfang stand die Idee, dass der Förderverein Stahl, Eisen
und auch ein wenig seine Arbeit zum Thema macht", erläutert
Vereinsvorsitzender Dr. Dirk Springorum, früher selbst im
Vorstand der Hütte. "Die Menschen waren eingeladen, mitzumachen
bei der Schau und mitzuhelfen, dass auf unserer Hütte wieder
Eisen fließt." Was da auf die hilfreichen Geister des
Fördervereins zurollte, war kaum zu bewältigen. Gerd Hehs hat
sich bei Ofenbau und Foto-Bearbeitung engagiert. Beides war
leichter gesagt als getan."Immer wieder mussten wir den Ofen
umbauen. Wir sind zwar ganz schön nervös, aber auch sicher, dass
dieser Ofen ein paar Kilo Grauguss ausspucken wird."
Ganz anders die Probleme bei der Ausstellung: "Wir wurden von
einer Bilder-Flut überrollt", freut sich Heinrich Hensing,
Macher der Schau. "Weit mehr als 1.000 Fotografien, Dokumente,
Filme, Gemälde, Graphiken, Schallplatten und Bücher erreichten
uns." Und das Team um Hensing hat zu den tausend Bildern tausend
Fragen. "Das aufzubereiten und vernünftig zu präsentieren, das
schaffen wir einfach alles nicht in den paar Tagen." Die Lösung?
"Wir haben grob das Material drei Phasen zugeordnet - alte Hütte,
Krise, neue Hütte", erläutert Rolf Potthoff vom Förderverein.
"Dann haben wir begonnen, Fragen an das Material zu stellen. An
den Antworten arbeiten wir für 2008." Dann soll das erfolgreiche
Projekt fortgeführt werden.
Am Sonntag (16.9.) können sich die Besucher jetzt auf ein "Best
of Henrichshütte" freuen. Um 11 Uhr wird
Fördervereinsvorsitzender Dr. Dirk Springorum die Gäste
begrüßen. Zum Kreis der weiteren Redner gehören Maria Seifert,
Vorsitzende der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe,
Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch und IG-Metall-Bevollmächtigter
Otto König. Musikalisch begleitet wird die Ausstellungseröffnung
von "Chorrosion" mit ihrem Brecht-Programm. Gegen 13 Uhr geht’s
dann mit einem "Glück auf" dem Ofen ans Eisen.
Eine Stunde später zieht der Tross in der Messwarte weiter, die
der Förderverein renoviert hat. Hier können demnächst junge und
junggebliebene "Hochöfner" gemeinsam mit Museums-Maskottchen
Ratte versuchen, einem digitalen Hochofen Eisen zu entlocken.
Ute Harnack, Medienberaterin bei der "Konzeptschmiede", stellt
eine Demo-Version vor. Die Vollversion folgt bis zum
"Hüttenzauber 2008" am 4. Mai.
Am Nachmittag stehen verschiedene Führungen auf dem Programm: Um
14 Uhr startet die Ratte mit jungen Museumsgästen zur
Entdeckungstour. Der Hütten-Natur auf der Spur sind Teilnehmer
einer Tour um 15 Uhr. Premiere feiert die neue Führung "Weg des
Stahls" an, die der Förderverein ausgearbeitet hat. Start: 15
und 16.30 Uhr.
Passend zum Thema des Tages unterhält die "Bäng Bäng Marching
Band" die Museumsgäste mit Steel Drum-Musik. Für Speis’ und
Trank ist gesorgt.
INFO
LWL-Industriemuseum
Henrichshütte in Hattingen
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen
Tel.: 02324 9247-0
Fax: 02324 9247-112
E-Mail: birgit.schulz at lwl.org