[WestG] [AUS] Euthanasie und Zwangssterilisierung im Raum Herford, Herford, ab 04.06.2007

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Mi Mai 16 12:17:32 CEST 2007


Von: "Laue, Christoph (Kreis Herford)" <C.Laue at Kreis-Herford.de>
Datum: 16.05.2007, 11:42


AUSSTELLUNG

An die Fachlehrer/-innen
für Politik, Sozialkunde, Geschichte, Deutsch und Religion

Johanne E., lebensunwert?
Eine Ausstellung über Euthanasie und Zwangssterilisierung im Raum
Herford 

und

Lebensunwert zerstörte Leben,
eine Ausstellung des Bundes der "Euthanasie"-Geschädigten und
Zwangssterilisierten e.V.
vom 4. Juni bis zum 3. November 2007.

"...Es gibt kein gleiches Recht für alle. Jeder hat so viel Recht, wie
er für das Volk wert ist..." (Reichsminister Frick auf der ersten
Sitzung des Sachverständigenrates für Bevölkerungs- und Rassenpolitik,
28. Juni 1933.) 

Die utilitaristische Denkweise, nach der das Recht auf Leben von der
Leistungsfähigkeit des Menschen abhängig ist und die Eugenik, diese
pseudowissenschaftliche, menschenverachtende Lehre von der
"Rassenhygiene", führten zwischen 1939 und 1945 zur planmäßigen
Ermordung von 250.000 Menschen mit Behinderung und zur zwangsweisen
Sterilisierung von etwa 400.000 Menschen. Bei den Eingriffen oder an
deren Folgen sind rund 6.000 Menschen gestorben. 

Die Ausstellung im Herforder Zellentrakt zeigt auf anschauliche Weise
die Folgen des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses bzw. des
ersten NS Rassegesetzes. Das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken hat
die Ausstellung des Bundes der "Euthanasie"-Geschädigten und
Zwangssterilisierten e.V. um Materialien und Fallschilderungen aus dem
Raum Herford ergänzt. Die Opfer von Zwangssterilisierung, aber auch die
Täter und sonstigen Beteiligten werden erstmals in einer Ausstellung in
Herford benannt. 

Diese Ausstellung ist ein Plädoyer für die Unantastbarkeit der Würde
des Menschen, unabhängig von der Leistungsfähigkeit des Einzelnen,
seiner genetischen Ausstattung und seines Gesundheitszustandes. Sie
dient der Sensibilisierung für unseren Umgang mit behinderten Menschen
heute, und der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Themen wie
Euthanasie und Sterbehilfe.

Zur Ausstellung erscheint eine Materialsammlung zur Benutzung in
Schulen. 
Neben den allgemeinen Öffnungszeiten können Führungen für Gruppen und
Schulklassen gebucht werden.

Die Eröffnungsveranstaltung findet am 4. Juni 2007 um 19:00 Uhr in der
Gedenkstätte Zellentrakt statt.

Begleitprogramm:

17.6.2007 18:00 Uhr 
St. Johannis (Herford, Neuer Markt)
Ökumenischer Gottesdienst der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher
Kirchen) 

17.9.2007 19:00 Uhr
Ort siehe Tagespresse
Vortrag und Diskussion mit dem bekannten blinden Journalisten Keyvan
Dahesch
zum Thema:
"Umgang mit Menschen mit Behinderungen in der Vergangenheit und
heute."

22.10.2007 19:00 Uhr 
Zellentrakt
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Klaus Dörner (früherer Leiter der
Heilanstalt Gütersloh)

Weitere Begleitveranstaltungen entnehmen Sie bitte der Tagespresse.


Sie erreichen uns unter 
Tel.-Nr.: 05221/189257 oder Fax: 05223/6530454, 
Mail: info at zellentrakt.de 

Die Anmeldung kann telefonisch erfolgen oder mit dem beigefügten
Anmeldeformular per Fax oder Post geschickt werden. Wir nehmen dann
Kontakt mit Ihnen auf. 

Die Ausstellung ist darüber hinaus jeden Samstag von 14:00 bis 16:00
Uhr geöffnet.


INFO

Gedenkstätte Zellentrakt
Rathausplatz 1
32052 Herford
Tel.: 05221/189257
Fax.: 05223/6530454
http://www.zellentrakt.de 
info at zellentrakt.de