[WestG] [AUS] LWL-Freilichtmuseum Detmold eroeffnet Saison, 01.04.2007, Detmold
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Do Mär 29 11:20:20 CEST 2007
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 28.03.2007, 12:12
AUSSTELLUNG
Neues Lausch-Haus, historische Frauenporträts und galoppierende
Pferde im LWL-Freilichtmuseum Detmold
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eröffnet am Sonntag
(01.04.) die Saison in seinem Freilichtmuseum Detmold. Ein
Höhepunkt ist das neu eingerichtete "Lausch-Haus", das mitten im
Paderborner Dorf des größten deutschen Freilichtmuseums Genuss
für Ohren-, Augen- und Gaumen bietet. Faszinierende
Frauenporträts aus den 1930er Jahren zeigt das LWL-Museum in
seiner Ausstellung "Mach mich schön". Auf dem Programm 2007
stehen auch die Großveranstaltungen "PferdeStark" im August und
der Museumsadvent zum Ausklang des Jahres.
"Im 'Lausch-Haus' wird für das LWL-Freilichtmuseum der
Besucherservice groß geschrieben: Hier finden die Besucher -
zusätzlich zum Info-Punkt am Museumseingang - eine weitere
Anlaufstelle, um sich über museumspädagogische Angebote zu
informieren. Der Laden bietet darüber hinaus ein historisches
Kauferlebnis", verspricht LWL-Museumsleiter Dr. Jan Carstensen.
In dem 1731 als Hof Zeddies erbauten Haus ist ein historischer
Kolonialwarenladen eingerichtet. Handgefertigte Schokolade und
eine besondere Mischung "Museumskaffee" versetzen die Besucher
in die Zeit um 1900.
"Nicht nur im Info-Büro und am Info-Punkt sind wir 'ganz Ohr'
für die Wünsche der Besucher. Unsere Museumsmitarbeiterinnen
geben Auskünfte zu den Veranstaltungen und nehmen Anmeldungen
entgegen. Ein offenes Ohr haben sie auch für Lob und Anregungen
- erfahrungsgemäß tauschen sich unsere Besucher nämlich gern mit
uns aus", erklärt die stellvertretende Museumsleiterin Gefion
Apel. Sie hat die Projektleitung für das Konzept des
"Lausch-Hauses" mit Hör- und Bildstationen sowie dem
Mitmach-Programm. "Der Vorteil ist, dass wir nun im Museum mehr
Räume zur Verfügung haben, so dass Kurse, Vorträge und
Mitmach-Programme auch zeitgleich stattfinden können."
Lebensgroße Silhouetten stehen für die ehemaligen Hausbewohner
und machen auf das laufende und kommende Veranstaltungs- und
Kursangebot aufmerksam. Die Räume bieten Gruppen zwischen fünf
und 35 Personen Platz, so dass auch die Museumswissenschaftler
hier den richtigen Rahmen finden, um kleine oder größere Gruppen
von Zuhörern für ihre Fachthemen zu begeistern.
Der Name "Lausch-Haus" erschließt sich beim ersten Betreten,
denn das Haus spricht. Die Türglocke des Kolonialwarenladens am
Eingang läutet, und schon ist man mittendrin in einer Palette an
Tönen, die von versteckten Lautsprechern ausgesandt werden.
Zusammen ergibt sich daraus die wechselvolle Geschichte des
Hauses. Sie ist nicht nur zum Lauschen, sondern auch zum Sehen
aufbereitet: Filmausschnitte und historische Fotografien auf
zahlreichen Bildschirmen ergänzen die akustischen Puzzleteile
durch optische Elemente aus dem Leben der früheren Bewohner.
Ganz auf die Entdeckerfreude der Besucher zielt auch die offene
Konzeption des "Lausch-Hauses" ab, vom Kellergewölbe bis zum
Obergeschoss und dem Aufzugsrad kann die Erkundungstour führen.
Eine moderne "Gangway" im Obergeschoss eröffnet vollkommen neue
Blickwinkel nach oben und nach unten.
Fotografische Frauenporträts zeigt das LWL-Museum ab Mai: "In
die Auswahl von 'Germany’s Next Top Model' wären sie heute
vielleicht nicht gekommen, aber sicher werden sie die Besucher
des LWL-Freilichtmuseums faszinieren. 100 ausdrucksstarke
Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen Frauen, die sich in den 1930er
Jahren im Fotoatelier von Rietberg im Kreis Gütersloh
porträtieren ließen", so Carstensen. Diese Bilder präsentiert
das Freilichtmuseum vom 1. Mai bis zum 31. Oktober unter dem
Titel "Mach mich schön".
Am 25. und 26. August wird wieder die Erde beben, wenn sich
Kaltblüter bei "PferdeStark" von ihrer besten Seite zeigen. Die
international bekannte Großveranstaltung mit einer Kombination
aus Schau, Arbeitspräsentationen, Wettbewerben und Informationen
hat zahlreiche Superlative zu bieten, so ist sie beispielsweise
die größte Präsentation moderner Pferdezuggeräte in Europa. Der
Kartenvorverkauf beginnt am 1. April.
Im Mittelpunkt des Interesses steht ab September 2007 das
Alltagsleben der Juden auf dem Lande. Das Westfälische
Landesmuseum für Volkskunde hält dann am Beispiel eines der
letzten ländlichen Wohn- und Geschäftshäuser aus früherem
jüdischen Besitz die Erinnerung an die Geschichte der Juden in
Westfalen wach. Für das 'Haus Uhlmann' lässt sich seit seiner
Erbauung 1805 eine ununterbrochen jüdische Besitzertradition
nachweisen. Es wurde benannt nach seinen letzten Bewohnern, die
1941 deportiert und ermordet wurden. Mit seiner Versetzung ins
Paderborner Dorf des LWL-Freilichtmuseums wurde das Haus vor dem
Verfall am Originalstandort in Ovenhausen (Kreis Höxter)
bewahrt. "Wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren,
sondern wir wollen emotional berühren und dazu einladen, dem
historischen Alltagsleben von Juden auf dem Land näher zu
kommen", kündigt Carstensen an. "Das Haus Uhlmann steht hier als
Beispiel für ein Wohnhaus mit kleinem Laden, in dem Juden
wohnten und arbeiteten, und ist damit einzigartig in einem
Freilichtmuseum", so der Museumsleiter weiter.
Vom 7. bis 9. Dezember leuchten im Paderborner Dorf des Museums
wieder die Lichter beim Museumsadvent. Neben der stimmungsvollen
Beleuchtung lockt rund um den Dorfteich ein Angebot aus
Mitmachaktionen, Weihnachtsleckereien und musikalischen Klängen
zur Jahreszeit. Weihnachtliche Szenen und Ausstellungen in den
Häusern vermitteln volkskundliche Aspekte auf dem Lande.
Für das leibliche Wohl der Gäste sorgt die Museumsgaststätte "Im
Weißen Ross" (Reservierungen unter 05231 306060 oder
info at im-weissen-ross.de). Chefkoch Ernst Heiner Hüser hat ein
kulinarisches Jahresprogramm mit traditionell westfälischer und
auch überregionaler Küche vorbereitet. "So kommt im
LWL-Freilichtmuseum Detmold auch in der Saison 2007 jeder auf
seinen Geschmack und das sowohl kulinarisch wir auch kulturell",
so Carstensen.
Damit die Verbindung zum Träger LWL deutlich wird, heißt das
Museum jetzt "LWL-Freilichtmuseum Detmold / Westfälisches
Landesmuseum für Volkskunde. Bis zum 31. Oktober bietet das
Museum mit seinen 110 historischen Häusern und Objekten, die auf
einem Quadratkilometer in einer Landschaft aus Feldern, Wiesen,
Weiden und Wald verteilt sind, über 80 Veranstaltungen an. Der
aus-führliche und aktuelle Veranstaltungskalender erscheint im
Internet unter www.freilichtmuseum-detmold.de .
INFO
LWL-Freilichtmuseum Detmold
Westfälisches Landesmuseum für Volkskunde
Krummes Haus
32760 Detmold
Tel.: 05231 706-0
E-Mail: wfm-detmold at lwl.org
URL: www.freilichtmuseum-detmold.de
Geöffnet von April bis Oktober, di - so von 9 - 18 Uhr
(Einlass bis 17 Uhr)
Eintrittspreise Erwachsene: 5,00 Euro Ermäßigte: 3,00 Euro
Gruppen ab 16 Personen: 4,00 Euro pro Person Kinder/Jugendliche
von 6 bis einschl. 17 Jahren, Schüler: 2,00 Euro
Familientageskarte: 11,00 Euro