[WestG] [AUS] Mahnmale fuer die Opfer des Nationalsozialismus in OWL, Herford, 27.01.-26.05.2007

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Jan 29 10:57:00 CET 2007


Von: "Christoph Laue" <C.Laue at Kreis-Herford.de> 
Datum: 24.01.2007, 11:11


AUSSTELLUNG

"Lebendige Erinnerung oder tote Vergangenheit -
Mahnmale für die Opfer des Nationalsozialismus in 
Ostwestfalen-Lippe"

Gleichzeitig mit der Gedenkveranstaltung zum Tag der Befreiung 
des KZ Auschwitz wird am 27.1.2007 in der Gedenkstätte 
Zellentrakt im Herforder Rathaus die Ausstellung "Lebendige 
Erinnerung oder tote Vergangenheit - Mahnmale für die Opfer des 
Nationalsozialismus in Ostwestfalen-Lippe" eröffnet.

Aus Anlass des 10jährigen Bestehens des Kuratoriums Erinnern 
Forschen Gedenken zeigen wir vom 27. Januar bis 26. Mai 2007 im 
Zellentrakt die Ausstellung "Lebendige Erinnerung oder tote 
Vergangenheit, Mahnmale für die Opfer des Nationalsozialismus in 
Ostwestfalen-Lippe". Sie wurde Mitte der 1990er Jahre vom Verein 
"Kulturen in der Region e.V." erstellt und von der Fa. Ahlers AG 
und dem Land NRW gefördert.

Die Ausstellung präsentiert auf an Denkmale erinnernden Stelen 
die Entstehung und Gestaltung zahlreicher Denkmale und 
Gedenkstätten in den Städten und Gemeinden in OWL. Sie stellt 
die unterschiedlichen Erinnerungsprozesse und die örtlichen 
Initiativen vor. Sie verdeutlicht den Umgang mit der Geschichte 
von Minderheiten. Sie will zum Erinnern und Verstehen von 
Vergangenheit und Gegenwart ermuntern. In der Ausstellung werden 
nicht die "prominenten" Stellen der NS-Geschichte sondern 
Erinnerungsorte in "unspektakulären" Regionen gezeigt.

Geht es hierbei um das Zufriedengeben mit einem steingewordenen 
Gedenken, oder sind dies Orte für die Nachwelt zur steten 
Mahnung, damit solche Verbrechen durch Deutsche nie wieder 
begangen werden? Die Sprache auf den Mahn- und Gedenktafeln als 
Spur der Erinnerungskultur verrät einiges, aber bezeichnend sind 
auch die Prozesse, die deren Errichtung begleiteten.

Die ersten Mahnmale in OWL wurden von Überlebenden des Holocaust 
aufgestellt. Im gesamten ostwestfälischen Raum ist bis 1960 von 
Seiten der Täter kein einziges Symbol der Trauer gesetzt worden. 
Erst sehr viel später entschlossen sich einzelne Gemeinden zur 
Errichtung eines solchen Symbols. Dabei wird in der Ausstellung 
auch der Umgang der lokalen Verwaltungen, der politischen 
Gremien mit den Symbolen der Erinnerung an die Opfer des 
Nazi-Terrors beleuchtet aber auch die teils recht 
unterschiedliche Resonanz in der Bevölkerung.

Die Ausstellung dokumentiert den Stand der Erinnerungskultur in 
OWL um 1997 (dem Schlusspunkt der Ausstellung) und wird in der 
Ausstellungszeit aktualisiert. In zahlreichen Städten und 
Gemeinden der Region entstanden neue Gedenkorte: In Bad 
Oeynhausen ein Gedenkbrunnen, in Bad Salzuflen die Neugestaltung 
des Synagogenstandortes, in Bielefeld ein Gedenkstein am 
Quellenhofweg, in Borgentreich die ehemalige Synagoge, in Bünde 
eine Gedenktafel am Synagogenstandort und Stolpersteine, in 
Gütersloh Stolpersteine und eine Friedhofs- Gedenktafel, in 
Höxter Stolpersteine, eine Gedenktafel am Synagogenstandort und 
die Kunstsammlung Jacob Pins, in Lübbecke eine Gedenktafel, in 
Minden Stolpersteine, in Peterhagen die ehemalige Synagoge und 
in Rheda-Wiedenbrück drei neue Gedenkstätten.

In den Zellen werden insbesondere die Stolpersteinaktionen in 
Vlotho (März und Dezember 2006, die Aktion soll im März 2007 
abgeschlossen werden) und Bünde (2005, vgl. 
www.gruppe-netzwerk.de) präsentiert (vgl. auch 
<http://www.stolpersteine.com/chronik.html> 
http://www.stolpersteine.com/chronik.html).

Auch in Herford sind seit 1997 die Gedenktafel an die 
Abtransporte der Herforder Juden an der Kleinen Markthalle, das 
Denkmal für die Opfer der jüdischen Gemeinde auf dem jüdischen 
Friedhof und die Gedenkstätte Zellentrakt selbst neu entstanden.

Vorgestellt wird auch der Stand des Schulprojektes: Orte 
jüdischen Lebens des Wilhelm-Normann-Berufskollegs (vgl. 
www.ortejuedischenlebens.de). Unter Federführung von Rolf 
Moosecker sind inzwischen 12 Entwürfe von SchülerInnen in 
Bronzetafel umgesetzt, die nun erstmals im Zellentrakt 
präsentiert werden.

Zur Ausstellung sind pädagogische Materialien, Fragestellungen 
und Arbeitsvorschläge erarbeitet worden, die über die 
Gedenkstätte und ihre Internetseite erhältlich sind. Darüber 
hinaus kann das Begleitbuch "Ich dachte sie wären tot" in der 
Gedenkstätte Zellentrakt erworben werden.

LehrerInnen, Schulklassen und andere interessierte Gruppen 
können einen Besuch über das Kuratorium Erinnern, Forschen, 
Gedenken, Gedenkstätte Zellentrakt, Rathausplatz 1, 32052 
Herford, Tel.: 0 52 21/ 18 92 57, Fax: 0 52 23 / 6 53 04 54, 
www.zellentrakt.de und info at zellentrakt.de anmelden. Die 
Gedenkstätte ist zu den üblichen Öffnungszeiten Samstags 14 bis 
16 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

Das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken wurde am 27. Januar 
1997 nach Diskussionen über ein Mahnmal für Herford als 
Zusammenschluss von Kulturen in der Region, der Jüdischen 
Kultusgemeinde Herford-Detmold, der Christlich-Jüdischen 
Gesellschaft Herford, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher 
Kirchen und zahlreicher Einzelpersonen gegründet.

Es bietet u.a. regelmäßige Veranstaltungen und Ausstellungen an, 
veranlasste die Anbringung der Gedenktafel an die Deportationen 
aus Herford an der Kleinen Markthalle und ist ehrenamtlicher 
Träger der Gedenkstätte Zellentrakt im Rathaus Herford 
(Außenstelle des Stadtarchivs Herford).

Eröffnung am 27. Januar 2007 um 17 Uhr in der Kleinen Markthalle,
Rathausplatz Herford (im Anschluss Gedenkstätte Zellentrakt).

Begrüßung: Jutta Heckmanns, Vorsitzende des Kuratoriums

Grußworte: Lieselore Curländer, Landrätin des Kreises Herford

Bruno Wollbrink, Bürgermeister der Stadt Herford

Vortrag: Dr. Rotraud Ries: Mahnmale und Erinnerungsprozesse als 
Teil einer regionalen Erinnerungskultur

Musik: Janusz Bulka (Violine), Maciej Wesoliuski (Klavier)

Kuratorium für eine Dokumentations- und Begegnungsstätte in 
Herford zum Erinnern, Forschen und Gedenken Vorsitzende: Jutta 
Heckmanns


INFO

Gedenkstätte Zellentrakt
Rathausplatz 1
32052 Herford
05221-189257
<mailto:info at kuratorium-herford.de> 
info at kuratorium-herford.de 
<mailto:info at zellentrakt.de> 
info at zellentrakt.de 

<http://www.kuratorium-herford.de/> 
www.kuratorium-herford.de  
<http://www.zellentrakt.de/> 
www.zellentrakt.de 

Bankverbindung: 
Sparkasse Herford (BLZ: 494 501 20) 
Konto-Nr.: 14365