[WestG] [AKT] Roemerschiff fuer 2000 Jahre Varusschlacht auf Kiel gelegt

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mi Jan 24 09:57:41 CET 2007


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 16.01.2007, 15:05


AKTUELL

Römerschiff für 2000 Jahre Varusschlacht auf Kiel gelegt

Universitätspräsidentin Prof. Dr.-Ing. habil. Monika 
Auweter-Kurtz gab am Dienstag (16. Januar) den Startschuss für 
ein spektakuläres Projekt: Im Zusammenhang mit dem 
Ausstellungsprojekt "Imperium Konflikt Mythos - 2000 Jahre 
Varusschlacht" wurde in der Harburger Werft von Jugend in Arbeit 
Hamburg e.V. der Nachbau eines historischen Römerschiffs 
feierlich auf Kiel gelegt.

Geschichtswissenschaftler der Universität Hamburg werden unter 
der Leitung von Prof. Dr. Christoph Schäfer erstmals ein 
römisches Kriegsschiff der frühen und hohen Kaiserzeit in 
Originalgröße rekonstruieren, das nun unter Anleitung erfahrener 
Bootsbauer von jugendlichen Schiffbauern in spe und Studierenden 
des Faches Geschichte gefertigt wird. Vorlage sind etwa 16 Meter 
lange römische Schiffe aus dem ersten und zweiten Jahrhundert 
nach Christus, die 1994 in der Nähe des römischen Kastells von 
Oberstimm an der Donau gefunden wurden. Ein Modell des geplanten 
Schiffes, das vom Museum für Antike Schiffahrt in Mainz zur 
Verfügung gestellt wurde, vermittelt in der Werft einen ersten 
optischen Eindruck.

Die Schiffsrekonstruktion ist Teil einer groß angelegten 
Kooperation für das Jahr 2009 des Westfälischen Römermuseums in 
Haltern, der Varusschlacht im Osnabrücker Land Museum und Park 
Kalkriese gGmbH und des Lippischen Landesmuseums Detmold. Diese 
Einrichtungen werden getragen vom Landschaftsverband 
Westfalen-Lippe (LWL), der Stiftung der Sparkassen im 
Osnabrücker Land und dem Landkreis Osnabrück, dem Kreis Lippe 
sowie dem Landesverband Lippe.

Das Schiff soll im Frühjahr 2008 fertig gestellt sein und dann 
während einer Fahrt auf Donau, Rhein, Lippe, Ems und Weser in 
insgesamt 10 Städten Station machen und für das 
Ausstellungsprojekt aus Anlass der 2000. Wiederkehr der 
"Schlacht im Teutoburger Wald" werben.

Im Jahre 9 nach Christus schlugen die Germanen den römischen 
Feldherrn Publius Quinctilius Varus und drei seiner Legionen 
vernichtend. Die Römer hatten um Christi Geburt begonnen, die 
germanischen Stämme zu unterwerfen und befuhren bei ihren 
Eroberungen mit Schiffen auch den Rhein, die Lippe, Weser und 
Ems. Über die Nordsee drangen ihre Flotten bis nach Dänemark und 
sogar in die Elbe vor.

Durch die Kooperation mit dem Beschäftigungsträger Jugend in 
Arbeit Hamburg e.V. ist das Projekt zugleich ein Beitrag zur 
Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und ein Beispiel für die 
erfolgreiche Verbindung von Wissenschaft und Praxis. Dazu 
Universitätspräsidentin Prof. Dr.-Ing. habil. Monika 
Auweter-Kurtz: "Dieses Projekt zeigt, dass die 
Geisteswissenschaften sehr wohl in der Lage sind, den viel 
zitierten Elfenbeinturm zu verlassen und sich im Wettbewerb zu 
behaupten. Das Vorhaben bietet Jugendlichen die Möglichkeit zur 
Berufsqualifizierung und ist zugleich ein spannendes 
archäologisches Experiment. Es stärkt den Wissenschaftsstandort 
Hamburg und wird hoffentlich auch Perspektiven und Anregungen 
für die Zukunft eröffnen."


INFO

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: 
http://www.imperium-konflikt-mythos.de