[WestG] [AKT] LWL-Auszeichnung Denkmal des Monats fuer Altar in Kaunitzer Pfarrkirche, Muenster
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Fr Feb 23 10:45:15 CET 2007
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 14.02.2007, 10:17
AKTUELL
Altar kehrt in ursprünglicher Form in Kaunitzer Pfarrkirche St.
Maria Immakulata zurück * LWL-Auszeichnung als Denkmal des
Monats
Der Hauptaltar der katholischen Pfarrkirche St.
Maria Immakulata in Kaunitz bei Verl (Kreis Güterloh) ist in
seinem ursprünglichen Zustand von 1900 wiederhergestellt. "Damit
und mit weiteren Ausstattungsgegenständen wurde der
Kirchengemeinde ein bedeutendes Werk der Wiedenbrücker
Künstlergemeinschaft zurück gegeben und die ursprüngliche
Harmonie von Raum und Ausstattung weitgehend wiederhergestellt",
lobt Brigitte Vöhringer, Denkmalpflegerin beim
Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Deshalb zeichnet der
LWL den Hochaltar der Kaunitzer Pfarrkirche auch als Denkmal des
Monats aus.
Weil die 1748 erbaute Kaunitzer Pfarrkirche Ende des 19.
Jahrhunderts erweitert worden war, erhielt sie in der Zeit von
1897 bis 1900 eine neue Innenausstattung. Diese Innenausstattung
war ein Gemeinschaftswerk verschiedener Wiedenbrücker
Kunsthandwerker. Zu dieser Zeit war das historistische
Kunsthandwerk der so genannten "Wiedenbrücker Schule" so beliebt,
dass es nicht nur die eigene Region geprägt hat, sondern selbst
weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bis in die USA
verbreitet war.
Doch Mitte des 20. Jahrhunderts schwand die Wertschätzung dieser
Kunst und so baute die Kirchengemeinde 1956 den Altar ab und
lagerte ihn zusammen mit anderen Ausstattungsteilen ein. 1975
stellte die Kirchengemeinde Teile des Altares in Form einer
Tabernakelstele wieder auf, die seitlic hen Reliefs gelangten
als Einzelbilder in den Chorraum. Außerdem verwendete die
Gemeinde vier Evangelistensymbole an einem modern gestalteten
Kreuzbalken. "Die übrigen Teile des wertvollen Kunstwerkes
blieben eingelagert", so Vöhringer.
Als die Kirchengemeinde 2005 plante, den Innenraum der Kirche zu
restaurieren und umzugestalten, ließ sie sich von Beginn an vom
LWL-Amt für Denkmalpflege beraten. Bei einem ersten Ortstermin
stellte sich heraus, dass die eingelagerten Teile des Altares
samt Farbfassung in sehr gutem Zustand waren. So entstand der
Plan, den Altar in seiner ursprünglichen Form wieder
aufzustellen. Mit Unterstützung von Pfarrer Joachim Cruse fanden
die LWL-Denkmalpfleger im Pfarrarchiv Fotos des Altares, die vor
seinem Ausbau entstanden waren. "Mit Hilfe der Archivunterlagen
und der Originalteile konnten wir den Altar in seinem
ursprünglichen Zustand rekonstruieren. Dabei haben die
Restaurato-ren fast ausschließlich Originalteile verwendet", so
Vöhringer.
Neben dem Altar kehrten auch die Kanzel, die Rahmen der
Kreuzwegstationen und einige Skulpturen zurück in den
Kirchenraum. "Damit hat die Kirche als historischer Sakralraum
ganz entschieden an Ausstrahlung und Erlebbarkeit gewonnen",
lobt Vöhringer. Das Gelingen solcher Projekte hänge auch davon
ab, dass sich Denkmaleigentümer frühzeitig von den Experten des
LWL-Amtes für Denkmalpflege beraten lassen, so Vöhringer
weiter.