[WestG] [LIT] Reuter, Hannelore: Historische Orgeln in Westfalen-Lippe. Reisewege

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Di Feb 13 10:22:50 CET 2007


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 09.02.2007, 12:35


LITERATUR

"Historische Orgeln in Westfalen-Lippe": LWL gibt Reisehandbuch 
zu 600 Königinnen unter den Instrumenten heraus

Der Orgelbau hat in Westfalen-Lippe eine jahrhundertealte 
Tradition, sogar die älteste noch spielbare Orgel der Welt, die 
aus dem 15. Jahrhundert stammt, steht im westfälischen 
Soest-Ostönnen. Die Musikwissenschaftlerin Dr. Hannalore Reuter, 
die seit über 20 Jahren in der Inventarisierung westfälischer 
Orgeln tätig ist, hat im Auftrag des Landschaftsverbandes 
Westfalen-Lippe (LWL) über 600 westfälische Orgeln unter die 
Lupe genommen und für die LWL-Buchreihe "Kulturlandschaft 
Westfalen" beschrieben. Am Freitag (09.02.) hat der LWL das 400 
Seiten starke Buch "Historische Orgeln in Westfalen-Lippe" in 
Münster vorgestellt.

"Mit der Reihe 'Kulturlandschaft Westfalen' haben wir bereits in 
den 1990er Jahren ein Projekt angestoßen, das die Attraktionen 
Westfalens mit den Erkenntnissen der Forschung verbindet und in 
verständlicher Form einem breiten Publikum näher bringen möchte. 
Dahinter steckt die Idee, Wissenswertes und Entdeckungswürdiges 
zu mittlerweile acht verschiedenen Themen für den touristischen 
Gebrauch in Reiseführerform darzustellen, um den Leser zu 
verführen, unbekannte Kulturschätze zu entdecken", erklärte 
LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch.

Das Buch, das mit fachlicher Unterstützung der 
LWL-Denkmalpfleger entstand, beschreibt alphabetisch nach Orten 
sortiert den Bestand historischer Orgeln in ganz 
Westfalen-Lippe. Dabei zeigt es nicht nur fast alle Orgeln im 
Bild und gibt für die meisten von ihnen an, wie die Register 
aufgebaut sind (Disposition). Als besondere Zugabe kann man den 
Klangreichtum von 24 Orgeln auch hören: Dem Buch ist eine CD 
beigelegt, die Aufnahmen aus den Jahren 1971 bis 1985 enthält, 
die im Rahmen eines LWL-Projektes entstanden sind.

Neben Beschreibungen westfälischer Orgeln von A wie Affeln bis Z 
wie Züschen enthält das Buch auch eine Einführung zu Orgeln und 
ihrer Geschichte in Westfalen, stellt die wichtigsten Orgelbauer,
 die in Westfalen aktiv waren, ebenso vor wie Orgelmuseen 
und -archive. Als besonderen Service für Touristen hat Reuter aus 
verschiedenen Blickwinkeln Touren zu besonderen Orgeln 
ausgearbeitet. Interessierte können sich so zum Beispiel auf den 
Weg zu Dorfkirchenorgeln im Sauerland oder zu Kirchen und 
Klöstern im Weserraum machen, romantische Orgeln im Ruhrgebiet 
erkunden, mit dem Fahrrad Orgeln im Münsterland "erfahren" oder 
Orgeln kennen lernen, die der Orgelbauer Johann Patroklus Möller 
im 18. Jahrhundert schuf.

"Westfalen ist unter den deutschen Orgellandschaften eine 
eigenständige Region mit einer langen Musiktradition und einer 
großen Vielfalt von bedeutenden Instrumenten. Zwar sind durch 
Kriegseinwirkungen in den größeren Städten mit ihren Domen 
zahlreiche große Orgeln zerstört worden, dennoch blieben vor 
allem in den ehemaligen Stifts- und Klosterkirchen und in 
einigen Schlössern eine Reihe von repräsentativen Orgeln 
erhalten. Auch in vielen Dorfkirchen, die selbst oft 
Kunstdenkmäler ersten Ranges sind, erklingen heute noch alte 
Orgeln", erklärt Reuter, die als beste Kennerin der Orgeln in 
Westfalen-Lippe gilt.

Sie weist besonders daraufhin, dass eine Orgel im Gegensatz zu 
anderen Instrumenten individueller sei. Denn jede Orgel, die als 
Kombination aus Tasten- und Blasinstrument und aufgrund ihrer 
Größe und ihrer Klangvielfalt zurecht als "Königin der 
Instrumente" bezeichnet werde, sei auf den jeweiligen Raum 
abgestimmt. "Diese Individualität einer jeden Orgel erklärt die 
Faszination, die von diesem Instrument ausgeht", so Reuter.


INFO

Hannalore Reuter
Historische Orgeln in Westfalen-Lippe
Reisewege
Kulturlandschaft Westfalen, Band 8
400 Seiten, 450 Fotos und 6 Karten, 19,90 Euro,
Mit CD "Musik auf historischen Orgeln in Westfalen-Lippe",
24 Stücke
Ardey-Verlag Münster, ISBN 3-87023-245-5