[WestG] [KONF] Westfalen als Gegenstand landes- und regionalgeschichtlicher Forschung, 13./14.09.2007, Soest
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mo Aug 20 09:39:48 CEST 2007
Von: "Martin Dröge" <martin.dröge at lwl.org>
Datum: 15.08.2007, 09:28
TAGUNG
Räume, Grenzen, Identitäten.
Westfalen als Gegenstand landes- und regionalgeschichtlicher
Forschung
eine Tagung des LWL-Instituts für westfälische
Regionalgeschichte, der Historischen Kommission für Westfalen
und der Abteilung für Westfälische Landesgeschichte der
Universität Münster
Die Aktualität der Themen "regionale Identität" und
"Identitätsräume" wird einerseits als Gegenbewegung zur
Globalisierung, Europäisierung und erhöhten gesellschaftlichen
Mobilität, also als Rückbesinnung auf überschaubare, vertraute
Lebensverhältnisse gesehen. Andererseits gilt in einem Europa
der Regionen die "regionale Identität" als Profilierungs- und
Legitimationsmerkmal. Fast zeitgleich zeigen sich die Geistes-,
Sozial- und Kulturwissenschaften nach jahrzehntelanger
Raumvergessenheit zunehmend raumbewusster.
Mit dem Schwerpunktthema "Kommunikation und Raum" des
45. Deutschen Historikertages in Kiel (2004) hat auch die
Geschichtswissenschaft die Relevanz raumbezogener
Fragestellungen für die historische Forschung unterstrichen. Man
spricht auch von einem "spatial turn", in dem Räume und Grenzen
eine zentrale Rolle spielen. Ein "turn" steht nicht nur für die
Entdeckung neuer Gegenstandsbereiche, sondern auch für einen
substantiellen Erkenntnisgewinn durch die Anwendung neuer
Erkenntnismittel, neuer analytischer Instrumente und Konzepte.
Was aber bedeutet das konkret für die landes- und
regionalgeschichtliche Forschung im Allgemeinen, die sich schon
per definitionem mit Raumfragen, begrenzten Räumen und Regionen
befasst, und für die spezifische Forschung zum Raum/zur Region
Westfalen im Besonderen, die selbst in einer eigenen
Forschungstradition steht? Werden Räume stets kulturell
konstruiert und durch soziale Aktion produziert? Sagen
Raumvorstellungen nur etwas über die Perspektive und die
Fähigkeit von Raumkonstrukteuren oder auch etwas über die
tatsächlichen Einflüsse von Räumen und deren Eigenschaften aus?
Wie prägen bestimmte Raumfaktoren die unterschiedlichen
Raumkonstruktionen? Das sind nur einige der Fragen, die wir uns
stellen wollen.
Programm
Donnerstag, den 13. September 2007
ab 9.00 Uhr
Anmeldung im Tagungsbüro
09.30 Uhr
Begrüßung und Einführung
Grußwort der Stadt Soest im Burghofmuseum
Sektion I
Tendenzen und Probleme der Forschung
Moderation: Prof. Dr. Eva Labouvie (Magdeburg)
10.00 Uhr
Prof. Dr. Bernd Walter (Münster)
Geschichtsforschung und -schreibung aus regionaler Perspektive.
Bilanz und neue Herausforderungen
11.00 Uhr
Prof. Dr. Gerd Schwerhoff (Dresden)
Historische Raumpflege. Der "spatial turn" und die Praxis der
Geschichtswissenschaften
Sektion II
Die Wahrnehmung Westfalens als Raum und das Raumbewusstsein
Moderation: Prof. Dr. Ursula Braasch-Schwersmann (Marburg)
12.00 Uhr
Dr. Gunnar Teske (Münster)
Westfalen im Verständnis westfälischer Eliten
13.00 Uhr
Mittagspause, Mittagsimbiss
14.00 Uhr
Prof. Dr. Werner Freitag (Münster)
Fromme Traditionen, konfessionelle Abgrenzung und kirchliche
Strukturen: Religiosität als Faktor westfälischer Identität
(16.-18. Jahrhundert)?
15.00 Uhr
Prof. Dr. Wilfried Reininghaus (Düsseldorf)
Die räumlichen Dimensionen der Wirtschaft zwischen Rhein und
Weser (1700-1918)
16.00 Uhr
Kaffeepause
16.30 Uhr
Dr. Nicolas Rügge (Osnabrück)
Herrschaft, Verwaltung und Recht als Faktoren der Raumbildung
in Westfalen
17.30 Uhr
Prof. Dr. Jürgen Macha (Münster)
Sprachbewusstsein in Westfalen
Öffentlicher Abendvortrag
im Blauen Saal des Rathauses Soest
19.00 Uhr
PD Dr. Karl Ditt (Münster)
Raum als Gegenstand der Kulturpolitik. Westfalen im 19. und
20. Jahrhundert
anschließend Gespräche und Getränke
Freitag, den 14. September 2007
Sektion III
Westfalens Teilräume, Grenzräume,
Westfalen aus der Sicht der Nachbarn
Moderation: Prof. Dr. Jörg Engelbrecht (Essen)
09.00 Uhr
Prof. Dr. Hans H. Blotevogel (Dortmund)
'Geographische Grundlagen' oder 'räumliche Konstrukte'?
Westfälische Räume und Grenzen aus geographischer Sicht
10.00 Uhr
Kaffeepause
10.30 Uhr
Dr. Stefan Gorißen (Bielefeld)
Zwischen Rheinland und Westfalen.
Regionale Identitäten im südlichen Westfalen im 18. und
frühen 19. Jahrhundert
11.30 Uhr
Prof. Dr. Alwin Hanschmidt (Vechta)
Die nordwestfälischen Stiftsgebiete Münster und Osnabrück.
Politische Grenzen und mentale Orientierungen
12.30 Uhr
Mittagspause
14.00 Uhr
Prof. Dr. Guillaume van Gemert (Nijmegen)
Westfalen aus der Sicht der Niederlande
15.00 Uhr
Prof. Dr. Dietmar von Reeken (Oldenburg)
Regionalismen im Konflikt. Auseinandersetzungen zwischen
"Niedersachsen" und "Westfalen" in der ersten Hälfte
des 20. Jahrhunderts
16.00 Uhr
Schlusswort
INFO
Tagungsort:
Burghofmuseum
Burghofstraße 22a
59494 Soest
Der öffentliche Abendvortrag findet im Blauen Saal
des Rathauses Soest, Rathausstraße, statt.
Anmeldungen: werden bis zum 6. September 2007
an das LWL- Institut für westfälische Regionalgeschichte
erbeten.
Hotel: Ein Hotelzimmer buchen Sie bitte über die Tourist
Information Soest, Teichsmühlengasse 3, 59494 Soest.
Tel.: 02921/663500-50
Fax: 02921/663500-99
E-Mail: touristinfo at soest.de
URL: www.soest.de
Öffnungszeiten von 09.30-16.30 Uhr
Kontakt:
LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte
Karlstr. 33, 48147 Münster
Tel.: (0251) 591-5684
Fax: (0251) 591-3282
E-Mail: wir at lwl.org