[WestG] [KONF] Politik verstehen, RUB-Tagung: Zwischen Monarchie und Republik
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Die Sep 26 12:47:19 CEST 2006
Von: "Josef König" <josef.koenig at presse.ruhr-uni-bochum.de>
Datum: 26.09.2006, 10:09
TAGUNG
Politik verstehen
RUB-Tagung: Zwischen Monarchie und Republik
Stabilisierung und Veränderung in der Antike und heute
Politik verstehen ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit.
Antike Stadtstaaten bieten sich dabei geradezu als Beispiel an, haben
sie doch zum Teil mehrfache Veränderungen (Transformationen)
durchgemacht, sind dabei jedoch gesellschaftlich und sozial "stabil"
geblieben. Um das Spannungsfeld zwischen "Monarchie und Republik"
dreht
sich die gleichnamige Tagung in der RUB am 28. und 29. September 2006
am Institut für Alte Geschichte. Im Mittelpunkt stehen das Politische
selbst und seine "schlafenden" Transformationspotenziale. Die Tagung
hat den Charakter eines Workshops und ist daher offen für alle
Interessierten.
Programm im Internet
Das ausführliche Programm steht im Internet unter
http://www.rub.de/althist/kolloquium
Gesellschaftlicher und sozialer "Mörtel"
Eine politische Gemeinschaft als demokratisch, monarchisch oder
republikanisch zu qualifizieren, kann nicht Basis ihres Verständnisses
sein: So lautet die zentrale These der Tagung. Das zeigen etwa der
Übergang von der römischen "Republik" zur "kommunikativen" Monarchie
des Augustus sowie das Konstrukt der Athenischen Demokratie, das erst
im 4. Jahrhundert v. Chr. vollendet wurde. Das Politische basiert
vielmehr auf gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhängen, die
weitgehend unabhängig von der jeweiligen Verfassungsform bestehen
können. Sie zu stabilisieren setzt voraus, die politischen
Transformationspotenziale der jeweiligen Gesellschaft zu kennen.
Wandel ohne Veränderung
Ein Grundprinzip, Monarchien zu stabilisieren, ist zum Beispiel die
fast zwangsläufige Allianz zwischen dem König und der eher bäuerlichen
Mittelschicht gegen die Macht des Adels, während "Macht" in
republikanischen Formen gesellschaftlich anders ausdifferenziert ist.
Transformation, ob von der Republik zur Monarchie oder umgekehrt, kann
ohne grundlegende gesellschaftliche Veränderungen von statten gehen.
Veranstalter
Veranstaltet wird die Tagung unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard
Linke, Institut für Alte Geschichte und Europa von der Universität
Chemnitz, Prof. Dr. Mischa Meier, Institut für Alte Geschichte der
Universität Tübingen sowie Dr. Karl-Ludwig Elvers und Dr. Meret
Strothmann von der Ruhr-Universität Bochum (Fakultät für
Geschichtswissenschaft).
INFO
Dr. Meret Strothmann
Tel. 0234/32-24689
E-Mail: meret.strothmann at rub.de