[WestG] [LIT] Puender, Tilman: Georg Sperlich. Oberbuergermeister von Muenster in der Weimarer Republik
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Die Mai 2 11:20:39 CEST 2006
Von: "Pressestelle der Stadt Münster" <info at presse-service.de>
Datum: 27.04.2006, 12:06
LITERATUR
Die Ära des Oberbürgermeister Georg Sperlich
Band 23 der Quellen und Forschungen zur Geschichte Münsters
Oberstadtdirektor Pünder sachkundiger Autor
Münster während der Weimarer Republik
(SMS) Georg Sperlich war eine schillernde und eigenwillige Persönlichkeit.
Dies lässt sich nachlesen in einer "Oberbürgermeisterstudie" zum
münsterschen Stadtoberhaupt von 1920 bis 1932, die als Band 23 der
"Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster" Anfang
Mai erscheint.
Unter dem Titel "Georg Sperlich. Oberbürgermeister von Münster in
der Weimarer Republik" hat Oberstadtdirektor a.D. Dr. Tilman Pünder
als sach- und fachkundiger Autor die Ergebnisse seiner Forschungen
zu Georg Sperlich und der Kommunalpolitik in Münster für das interessierte
Publikum zu Papier gebracht.
Weimarer Republik in Münster
Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst widmete sich der
ehemalige Verwaltungschef der Stadt Münster der Erforschung der
Kommunalpolitik in Münster in der Zeit von 1918 bis 1932 * der Zeit
der Weimarer Republik. Dabei fokussiert er den Blick auf einen wichtigen
Gestalter der Kommunalpolitik in dieser Zeit: Dr. Georg Sperlich, seit
1909 Kämmerer der Stadt und seit 1920 Oberbürgermeister von
Münster. Ergebnis der langen und akribischen Arbeit Pünders ist ein
spannend zu lesendes Buch. Ein Buch, das von den Jahren der
Weimarer Republik erzählt; einer Zeit, die schwierige wirtschaftliche
Jahre wie Zeiten des Aufbruchs umfasst.
Während seiner Tätigkeit als Oberstadtdirektor stieß Tilman Pünder
immer wieder auf kommunalpolitische Vorgänge, die bis in die Zeit
Sperlichs zurückreichten. Diskussionen von damals wurden in späteren
Jahrzehnten wieder aufgenommen. Themen wie die Verkehrsanbindung
Münsters, die kulturelle Ausstrahlung der Stadt oder ihre Funktion als
Oberzentrum blieben, und bleiben, aktuell.
Halle Münsterland und Aasee
Der Bau der Halle Münsterland oder die Schaffung des Aasees etwa
waren weitblickende Projekte, die Sperlich anschob. Dies und manche
spontane Aktion machte ihn bei der Bevölkerung sehr beliebt. Andererseits
schuf er sich durch seine eigenwillige Persönlichkeit besonders unter den
Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats nicht
nur Freunde.
In den zwölf Jahren seiner Amtszeit * beginnend am Ende des verlorenen
Weltkrieges und der untergegangenen Monarchie über die Inflation, gefolgt
von wirtschaftlichem Aufschwung bis zur dramatischen Endphase der
Weimarer Republik * erkämpfte sich Sperlich Erfolge und erlebte auch herbe
Niederlagen. Der Begriff "Kampf" kennzeichnet die politische Lebensführung
des Weltkriegteilnehmers maßgeblich. Der rechte Zentrumsmann trat nach
seiner Abwahl dem Stahlhelm bei und wurde am Ende seines Lebens wieder
Soldat im Zweiten Weltkrieg.
Einblicke in kommunales Handeln
Die intensive Auswertung des Nachlasses "Sperlich" im Stadtarchiv Münster
und weiterer Quellen und Literatur fasst Pünder auf 320 gut lesbaren Seiten
zusammen. Persönliche Kontakte zu den Nachfahren damaliger Weggefährten
Sperlichs vermittelten dem Autor Detailkenntnisse über die Person Sperlichs,
die anderen verschlossen geblieben wären * zum Vorteil der Leserinnen und
Leser dieses Buches über die Zeit der Weimarer Republik in Münster. Ein Buch,
das interessante Einblicke in Möglichkeiten und Grenzen antizyklischen
kommunalen Handelns in wirtschaftlichen und politischen Krisenzeiten bietet.
INFO
Tilman Pünder. Georg Sperlich. Oberbürgermeister von Münster in der Weimarer
Republik. Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster, Bd. 23.
Münster 2006