[WestG] [LIT] Herdemann, Ferdinand: Versuch einer Lautlehre der westmuensterlaendischen Mundart
Alexander Schmidt
Alexander.Schmidt at lwl.org
Mon Jun 26 10:20:01 CEST 2006
Von: "Pressestelle der Stadt Münster" <info at presse-service.de>
Datum: 23.06.2006, 15:42
LITERATUR
"Versuch einer Lautlehre der westmünsterländischen Mundart"
jetzt in gedruckter Form
Dissertation von Ferdinand Herdemann wurde als neuer Band der
Reihe "Westmünsterland - Quellen und Studien" des Landeskundlichen
Institutes Westmünsterland im Borkener Kreishaus vorgestellt
Im Borkener Kreishaus ist jetzt die wissenschaftliche Untersuchung
"Versuch einer Lautlehre der westmünsterländischen Mundart" von
Ferdinand Herdemann als Buch präsentiert worden. Herdemann
untersuchte Anfang der 1920er Jahre in seiner nun erstmals
vollständig in gedruckter Form vorliegenden Dissertation die Mund-
artlandschaft des heutigen Kreises Borken. Er lieferte in seiner
Arbeit,
der eine Befragung zumeist älterer Zeitgenossen zugrunde liegt, ein
wohl im Großen und Ganzen getreues Bild der mundartlichen
Verhältnisse des ausgehenden 19. Jahrhunderts, dessen Bedeutung
auch heute noch kaum hoch genug angesetzt werden kann.
Die Publikation ist als Band 14 der Reihe "Westmünsterland - Quellen
und Studien" des Landeskundlichen Institutes Westmünsterland,
herausgegeben von Professor Dr. Ludger Kremer und Dr. Timothy
Sodmann erschienen. Die beiden Herausgeber würdigten Herdemanns
Werk und stellten es samt seiner Entstehungsgeschichte dem Publikum
in Grundzügen vor. "Auch heute nach mehr als achtzig Jahren ist die
Bedeutung von Herdemanns Untersuchung des gegenwärtigen Kreises
Borken kaum hoch genug anzusetzen", erklärte beispielsweise Dr.
Timothy Sodmann, Leiter des Landeskundlichen Instituts Westmünster-
land. Interessant, so zeigten sich beide Herausgeber gleichermaßen
überzeugt, wäre eine Vergleich der Ergebnisse Herdemanns mit den
heute in der Region gesprochenen Dialekten.
Professor Dr. Kremer und Dr. Sodmann überreichten während der
Präsentation Landrat Gerd Wiesmann ein Exemplar des Buches. Wiesmann
dankte den Herausgebern sowie Erhard Mietzner, der im Auftrag des
Landeskundlichen Instituts maßgeblich an der Veröffentlichung des
Werkes mitgearbeitet hatte, für die Drucklegung von Herdemanns
Arbeit. Weiter dankte er - genauso wie Dr. Sodmann - dem Rotary-Club
Gronau-EUREGIO, den Stadtwerken Ahaus, Bocholt, Borken, Gescher,
Gronau, Rhede und Stadtlohn und der Abteilung Kulturpflege des Land-
schaftsverbandes Westfalen-Lippe für deren finanzielle Unterstützung
des Projektes.
Wiesmann würdigte ferner die Untersuchung Herdemanns als Beitrag zur
Kulturgeschichte der Region und zur Heimatpflege. "Schon zu der Zeit,
als
Ferdinand Herdemann seine Arbeit verfasste, - und auch noch früher -
wurde der Rückgang des Mundart-Sprachgebrauchs beklagt, ja gar das
Aussterben des heimischen Platt vorausgesagt", so der Landrat. "So weit
ist es - auch dank der vielfältigen Bemühungen der Heimatpflege um die
Erhaltung der regionalen Mundart - nicht gekommen", fuhr er fort. In
diesem Kontext stelle jedes Projekt, das die Bedeutung des Platt wieder
ins Bewusstsein hebe, auch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der
traditionellen Kultur der Region dar.
An der Buchvorstellung nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der
Familie Herdemann teil. Stellvertretend zeigte sich Ferdinand Herdmann
junior, der Sohn des Autors, erfreut, dass die Arbeit seines Vaters
durch
die Herausgabe als Buch gewürdigt wurde. Er dankte allen an dem Projekt
Beteiligten und gab bekannt, dass die Familie die handschriftlichen
Manuskripte seines Vaters zu dessen Untersuchung der westmünster-
ländischen Mundart dem Landeskundlichen Institut in Vreden als
Dauerleih-
gabe zur Verfügung stellen werde.
INFO
Die als Band 14 der Reihe "Westmünsterland - Quellen und Studien" des
Landeskundlichen Institutes Westmünsterland erschienene Arbeit
Ferdinand
Herdemanns mit dem Titel "Versuch einer Lautlehre der
westmünsterländischen
Mundart" ist zum Preis von 18 Euro beim Fachbereich Schule, Bildung,
Kultur,
Sport des Kreises Borken (Tel. 02861 / 82 13 50) und im kreiseigenen
Hamaland-Museum in Vreden erhältlich. Sie kann darüber hinaus auch über
den Buchhandel bezogen werden.