[WestG] [AUS] Fußball unterm Foerderturm, 03.06.-09.07.2006, Dortmund

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Don Jun 1 16:52:26 CEST 2006


Von: "Christiane Spänhoff" <christiane.spaenhoff at lwl.org>
Datum: 01.06.2006, 13:57


AUSSTELLUNG

Fußball unterm Förderturm
Wanderausstellung zur WM erreicht das Finale auf Zollern 

Eine Woche vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft wird am Freitag, 
2. Juni, im Westfälischen Industriemuseum Zeche Zollern II/IV die 
Ausstellung "Fußballregion Ruhrgebiet" angepfiffen. Sie erreicht damit 
gleichzeitig das Finale, denn die WM-Stadt Dortmund ist der letzte von 
insgesamt 15 Spielorten der Schau, die der Deutsche Fußball-Bund und
der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen im April letzten Jahres 
auf Wanderschaft schickten. 

Die Ausstellung im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
(LWL) bietet den Besuchern vielfältige Einblicke in über 100 Jahre 
Geschichte des runden Leders im Revier - der größten Fußballlandschaft 
des Kontinents. 300 historische Bilddokumente halten dramatische 
Momente fest, Thementafeln erläutern Hintergründe, besondere Exponate 
erzählen von Niederlagen und Siegen. Historische Fußball-Reportagen, 
Filmausschnitte und aktuelle Videospiele runden das Spektrum ab. 

LWL-Museumsleiterin Dr. Ulrike Gilhaus erklärt, was der Fußball unterm 
Förderturm zu suchen hat: "Seit 1926 war Sport Pflichtfach bei der 
Ausbildung junger Bergleute, die Thema unserer Dauerausstellung ist. 
Die Zechengesellschaften versprachen sich von der körperlichen Ertüchtigung 
bessere Arbeiter, die sich durch Disziplin, Leistungsbereitschaft und Teamgeist 
auszeichneten." Aus den Fußballmannschaften der Zechen, die untereinander 
auch Turniere austrugen, ging zum Beispiel auch der jüngst verstorbene 
Fußball-Altstar Erich Schanko hervor, der vom Bergmann auf Zollern zum 
BVB-Profi avancierte und mit seinem Team Deutscher Meister wurde.

Begleitend zur "Fußballregion Ruhrgebiet" präsentiert das LWL-Industrie-
museum unter dem Titel "Fußball, Tennis, Pferderennen" rund 150 historische 
Ansichtskarten zum Thema Reviersport aus der eigenen Sammlung. Im 
Zentrum steht auch hier das runde Leder. Nicht nur die prominenten 
Mannschaften mit ihren weltberühmten Fußballhelden werden vorgestellt, 
sondern gerade auch die unbekannten Vorortmannschaften der Malocher - 
von Wattenscheid bis Eving-Lindenhorst. Postkarten vom Schwimmen, 
Boxen, Geräteturnen und Tennis ergänzen das Spektrum. Besonders
traditionsreich im Revier ist der Pferdesport, den der irische Bergingenieur 
Thomas Mulvany im 19. Jahrhundert in Erinnerung an sein Herkunftsland 
in Castrop heimisch werden ließ.


Fußballregion Ruhrgebiet
Mit einem Gesamtüberblick über die großen Erfolge beginnt der Rundgang 
durch die Ausstellung "Fußballregion Ruhrgebiet": Zeitungsausschnitte, 
Fotos und Texte erzählen in 15 Kapiteln die wechselvolle Entwicklung von 
den Anfängen im 19. Jahrhundert, als Fußball noch ein bürgerlicher Freizeit-
spaß war, bis heute. Mutige Sportpioniere stellt die Ausstellung ebenso vor 
wie große Spielerpersönlichkeiten, legendäre Derbys und die schwierigen
gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Fußball im Schatten der Förder-
türme zu einer "Macht" aufstieg. Neben dem Spitzensport werden auch die
Leistungen der zahllosen kleinen Vereine einschließlich des Frauen-, Jugend- 
und Freizeitfußballs eingebunden.
 
Stadion, Kabine und Kneipe
Um die Entwicklung der Stadionlandschaft Ruhrgebiet geht es in einer 
Inszenierung, die die Teilung der Erlebniswelt Fußball in große Arenen und 
kleine Stadien veranschaulicht. Die Besucher können zum Beispiel die 
besondere Atmosphäre einer Kabine erleben. Auf einer alten Umkleidebank - 
Trikots der Reviervereine und ein Kabinen-Großfoto vor Augen - lädt hier 
Fußball-Literatur zum Stöbern ein. Der Film "Das Wunder von Bern" stand 
Pate für eine Kneipenszenerie der 1950er Jahre. Wimpel von Reviervereinen, 
der "Lumpenball" aus dem Film sowie Erinnerungsstücke aus der Fußballhistorie 
gehören zur Ausstattung. "Es ging uns bei diesen Inszenierungen um zentrale 
Zugangsbereiche zum Fußball", erläutert Projektleiter Uwe Wick vom Willibald 
Gebhardt Institut - Forschungsinstitut für Sport und Gesellschaft - in Essen.

Fußball und Medien
Wissenswertes zur Geschichte der Fußballreportage - sowohl in Zeitungen und 
Sport-Illustrierten als auch in Film, Rundfunk und Fernsehen - vermittelt eine 
weitere Inszenierung. Ein Computer zeigt die heutigen Möglichkeiten auf, sich
im Internet über Fußball zu informieren. Aktuelle Videospiele laden zum Mitmachen
ein, und ein mit Bildern unterlegtes Feature von WDR 5 erzählt die Entwicklung 
des Fußballs in Deutschland.

Fußball in 15 Städten
Im Rahmen der Abschluss-Ausstellung wird im LWL-Industriemuseum auch 
lokale Fußballgeschichte lebendig. Erstmals werden alle "Stadt-Tafeln", die 
die Schau an den jeweiligen Spielorten ergänzten, gemeinsam präsentiert. Sie 
dokumentieren überwiegend die Ergebnisse von Unterrichtsprojekten zur 
Fußballgeschichte des jeweiligen Ortes. So gibt die Schau auch viele 
Informationen über die Geschichte des Dortmunder Fußballs - auch jenseits 
des BVB. Denn von den mehr als 130 Vereinen, in denen heute Fußball gespielt
wird, können einige auf eine große Tradition zurückblicken. So ist der
Dortmunder FC 95 (heute im TSC Eintracht aufgegangen) der zweitältestes 
Fußballklub des Reviers. Der 1908 gegründete SV Arminia Marten schaffte 
1939 den Aufstieg in die Gauliga Westfalen und hielt sich dort vier Spielzeiten
lang. Und im organisierten Arbeiterfußball der Weimarer Republik besaß der 
ATSV Eving-Lindenhorst einen ausgezeichneten Namen.


INFO

Fußballregion Ruhrgebiet
3. Juni bis 9. Juli 2006 (Eröffnung Fr, 2.6., 19 Uhr)	

Westfälisches Industriemuseum Zeche Zollern II/IV
Grubenweg 5
44388 Dortmund

Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr
Öffentliche Führungen: 
4. und 5. Juni, je 14 Uhr; 
11., 15., 18. und 25. Juni, je 16 Uhr; 
2. Juli 15 Uhr
9. Juli 14 Uhr. 
Gruppenführungen nach Vereinbarung. 
Tel. Anmeldung unter 0201 1837611

Fußball, Tennis, Pferderennen
Reviersport im Spiegel der Ansichtskarte
3. Juni bis 3. September 2006
Öffentliche Themenführung: 2. Juli, 11 Uhr