[WestG] [AKT] Programm Verein f. Geschichte u. Landeskunde Osnabrück e.V., Winter 2005/6

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Fre Okt 21 12:19:20 CEST 2005


Von: "Birgit Kehne" <Birgit.Kehne at nla.niedersachsen.de>
Datum: 19.10.2005, 12:40


AKTUELL

Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück e.V.
Programm für das Winterhalbjahr 2005/2006
Die Vorträge finden statt im Zimeliensaal der Universitätsbibliothek
Osnabrück jeweils um 19.30 Uhr.

20. Oktober 2005
Klaus Kertscher
Carl Friedrich Gauß - Genie der Wissenschaft und Praxis
Carl Friedrich Gauß (1777 - 1855) ist weltweit einer der bedeutendsten
Wissenschaftler und Praktiker auf den Gebieten der Mathematik, Physik,
Astronomie und Geodäsie, der Vermessung der Erde im Großen und im Kleinen.
Seine Geburtsstadt Braunschweig und seine Schaffensstadt Göttingen feiern in
diesem Jahr - Gauß' 150. Todestag - seine Erfindungen und Erkenntnisse durch
Vorträge und Ausstellungen. Auch die Region Osnabrück hat ihm einiges zu
verdanken - u. a. die Gaußsche Landesvermessung und das daraus entstandene
Landkartenwerk.
Der Leiter der GLL Osnabrück (Behörde für Geoinformation, Landentwicklung
und Liegenschaften) wird Gauß' Leistungen in Wort und Bild präsentieren und
darüber hinaus die Zuhörer in ein beeindruckendes Experiment einbinden mit
dem Ziel, die Gauß'sche Normalverteilung zu belegen.

17. November 2005
Rolf Spilker
"Darum ausgezogen die Holzschuhe des Schlendrians und angetan die Stiefel
der Gewerbsthätigkeit!". Wie die Eisenbahn Stadt und Menschen veränderte.
Die Eisenbahn erleichterte dem Menschen im 19. Jahrhundert nicht nur das
Reisen und den Warentransport, mit der Eisenbahn kam auch die "Neue Zeit".
Mehr Tempo - Pünktlichkeit - war nun gefragt, zudem veränderte sich das Bild
der alten" Stadt ganz erheblich. Haben die Osnabrücker die "Holzschuhe des
Schlendrians" ausgezogen? Was bewirkte die Eröffnung der Bahn im Hinblick
auf die weitere Entwicklung der Stadt? Diesen Fragen gehen wir in dem
Vortrag nach.
Referenten: Susanne Häring, Rolf Spilker, Museum Industriekultur Osnabrück

08. Dezember 2005
Christine van den Heuvel
Sophie von der Pfalz und Sophie Charlotte
Zu den bedeutendsten Frauen des Welfenhauses zählen die erste hannoversche
Kurfürstin Sophie und ihre Tochter Sophie Charlotte, Gemahlin des ersten
preußischen Königs Friedrich I. Sie repräsentieren sowohl in Hannover wie in
Berlin eine Epoche kultureller Blüte und weltoffener Intellektualität, die
fern jeglicher Form von Provinzialismus auf das Zeitalter der Aufklärung
vorausweisen. Das Leben beider Frauen ist eng mit der Geschichte des
Hochstifts Osnabrück verknüpft, das gleichsam das Sprungbrett für die
weitere Karriere ihrer Familie darstellte. Der Vortrag skizziert die
Lebenswege Sophies und ihrer Tochter mit besonderem Augenmerk auf ihre
Osnabrücker Zeit.

18. Januar 2006
Michael Hirschfeld
Bischofswahlen in Osnabrück zwischen Kulturkampf und Erstem Weltkrieg
Dass sich Staat und katholische Kirche im 19. Jahrhundert vor dem
Hintergrund der Auseinandersetzung um die Deutungshoheit in der Gesellschaft
zunehmend aggressiv gegenüberstanden und dass diese Konfrontation ihren
Höhepunkt im Kulturkampf fand, ist allgemein bekannt. Kaum untersucht ist
dagegen bisher das Staat-Kirche-Verhältnis nach Beendigung des Kulturkampfs.
Wich der Konflikt wirklich - wie in der Geschichtswissenschaft allgemein
angenommen - der Kooperation oder fand er eine Fortsetzung bis zum Ersten
Weltkrieg? Vor dieser Folie soll mit den Bischofswahlen ein zentraler Faktor
der Auseinandersetzung zwischen weltlicher und geistlicher Macht in den
Blick genommen werden. Konkret geht es darum, inwieweit in Osnabrück die
preußischen Regierungsbehörden weiterhin versuchten, durch Bestellung eines
staatlichen Wahlkommissars und Streichung ihnen nicht genehmer Kandidaten in
das Bischofswahlrecht des Domkapitels einzugreifen. Damit werden erstmals
die Umstände der Bischofswahlen 1898/99 und 1914 offengelegt, aus denen
Hubert Voß bzw. Wilhelm Berning als Bischöfe hervorgingen. Zugleich leistet
dieses spannende Kapitel Personalgeschichte einen Beitrag zur bisher wenig
aufgearbeiteten neueren Geschichte des Bistums Osnabrück.

16. Februar 2006
Manfred Balzer
Westfälische Bischöfe des 11. Jahrhunderts als Bauherren und Architekten.
Der gezielte Ausbau von Bischofssitzen im späten 10. und 11. Jahrhundert vor
allem durch die Gründung von Klöstern und Stiften ist seit Längerem
Gegenstand der Forschung. Wie unterschiedlich dabei Intensität, Beginn und
zeitliche Erstreckung sowie Zielsetzungen bereits in einer Region wie
(Alt-)Westfalen waren, wird im Vergleich von Minden, Münster, Paderborn und
Osnabrück überaus deutlich werden. Bei der Analyse der Ursachen für die
Unterschiede treten Persönlichkeit und wirtschaftliche Potenz der
Ortsbischöfe ebenso zutage wie ihre Königsnähe und örtliche Voraussetzungen.

16. März 2006
Karsten Igel
Die Heilige Katharina, das Rad, die Bürger und der Bischof.
Noch heute - wie seit fast einem halben Jahrtausend - dominiert die
gewaltige Turmspitze der Katharinenkirche das Osnabrücker Stadtbild. Die
Anfänge dieser Kirche liegen allerdings weit mehr als bei allen übrigen der
Stadt weitgehend im Dunkeln. Die archäologischen Untersuchungen konnten als
erste Kirche einen Zentralbau aus den Jahren um 1200 belegen, der erst
später zur Pfarrkirche erhoben und erweitert wurde. Die Bauform und die
Heilige Katharina als Patronin verweisen auf das Heilige Land, wo wenige
Jahre zuvor der Osnabrücker Bischof Arnold auf dem dritten Kreuzzug
gestorben war und an dem auch Osnabrücker in seinem Gefolge teilgenommen
hatten. Angesichts dieser ersten Kirche stellt sich aber auch die Frage nach
dem Osnabrücker Stadtsiegel neu: Das Rad, bislang gedeutet als Symbol des
Himmelwagens, ist das Attribut eben jener Heiligen, der die Kirche geweiht
ist, zugleich lässt sich zeigen, dass gerade die führenden Familien der
Stadt im Umfeld von St. Katharinen wohnten und deren Bau förderten. Und es
erscheint denkbar, dass nicht die Stadt ihr Siegel von ihrem Bischof
übernahm, sondern das städtische Emblem seinen Eingang in das bischöfliche
Siegel fand. Vieles spricht jedenfalls dafür, dass diese in der Osnabrücker
Forschung bislang noch zu wenig beachtete Kirche samt ihrer Patronin eine
besondere Bedeutung für die Osnabrücker Bürger, vor allem für die führenden
Familien, besaß.



Justus-Möser-Gesellschaft

Samstag, 15. Oktober 2005
Tagesfahrt in das ehemalige Amt Reckenberg und nach Soest
Nach einer Führung durch die Fachwerkstadt Wiedenbrück erfolgt ein Gang
durch die mittelalterliche Hansestadt
Abfahrt: Osnabrück, Neuer Graben 40, 8.30 Uhr, Rückkehr gegen 19.00 Uhr
Kosten für Fahrt, Führungen und Eintrittsgelder: 25, - Euro
Anmeldung: 0160 91 65 83 12

Donnerstag, 27. Oktober 2005, 20.00, Uhr, Schloß, Aula der Universität
Lesung mit Hanns-Josef Ortheil (Stuttgart): "Die geheimen Stunden der Nacht"
Eintritt für Mitglieder: 8,- Euro

Freitag, 2. Dezember 2005, 20.00 Uhr, Schloß, Aula der Universität 
Lesung mit Robert Gernhardt (Frankfurt am Main): "In Zungen reden.
Stimmenimitationen von Gott bis Jandl"
Eintritt für Mitglieder: 8,- Euro

Sonntag, 11. Dezember 2005, 11.00 Uhr, Rathaus der Stadt Osnabrück,
Friedenssaal
Festvortrag zum Geburtstag von Justus Möser
Prof. Dr. Thomas Vogtherr (Osnabrück)
Justus Möser und die moderne Geschichtswissenschaft. Von der Antiquiertheit
eines Modernen

Samstag, 14. Januar 2006, 16.00 Uhr, Möserdenkmal
Dr. Dr. Karl H.L. Welker: Rundgang durch Osnabrück auf den Spuren Mösers