[WestG] [AUS] Kardinal von Galen: Triumph und Tod, Muenster, 30.06.2005-02.04.2006

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Die Jul 5 09:42:37 CEST 2005


Von: "Michael Schäbitz", <SchaeM at stadt-muenster.de>
Datum: 04.07.2005, 15:18


AUSSTELLUNG

Kardinal von Galen: Triumph und Tod

Seine letzten Lebenstage / Fotoausstellung im Stadtmuseum

Seine drei Predigten des Jahres 1941 gegen Euthanasie und 
Klosterbeschlagnahmung machten ihn zum wohl bekanntesten 
kirchlichen Gegner der Nationalsozialisten: Clemens August Graf 
von Galen. Der überraschende Schritt Papst Pius XII. an 
Weihnachten 1945, den münsterschen Bischof in das 
Kardinalskollegium zu berufen, war offensichtlich als Anerkennung 
der mutigen Haltung von Galens in der Verteidigung christlicher 
Grundsätze während der nationalsozialistischen Herrschaft gedacht. 

Erstmals werden in der Ausstellung "Triumph und Tod" ab 30. Juni im 
Stadtmuseum über 80 Fotos der letzten Lebenstage des Kardinals von 
Galen gezeigt. Die Präsentation beginnt mit seinem triumphalen Empfang 
am 16. März 1946 in Münster aus Anlass seiner Rückkehr von der 
Kardinalserhebung aus Rom. Rund 50 000 Gläubige aus dem gesamten 
Bistum feierten den Einzug des ersten Kardinals auf dem münsterschen 
Bischofsstuhl. Diese Feierlichkeiten gehörten zu den wenigen freudigen 
Ereignissen der münsterschen Bevölkerung im ersten Nachkriegsjahr. 

Wenige Tage später vernahmen die Münsteraner tief erschüttert am 
22. März die Nachricht vom Tod des Kardinals. Am Ende stehen die 
Aufnahmen der feierlichen Beerdigung des Kardinals sechs Tage später. 
Nur selten lagen Triumph und Tod so nah beieinander. Die chronologisch 
angeordneten Bilder vermitteln die Geschehnisse jener Märztage vor der 
Kulisse der zerstörten Innenstadt Münsters. 

Die Fotos stammen in erster Linie von dem bekannten münsterschen 
Pressefotografen Clemens Hülsbusch (1894-1964), einige Aufnahmen von 
Anni Borgas (1905-1956), die sich auf dem Gebiet der Fotografie religiöser
Kunstwerke einen Namen gemacht hatte. 

Clemens August Graf von Galen wurde am 16. März 1878 auf der im 
oldenburgischen Münsterland gelegenen Burg Dinklage, dem Stammsitz der 
Familie, als elftes von 13 Kindern geboren. Nach dem Theologiestudium wurde 
er am 28. Mai 1904 in Münster zum Priester geweiht. Zunächst Kaplan seines 
Onkels, des Weihbischofs Max Gereon von Galen, entsandte man ihn 1906 
nach Berlin. 1929 übertrug Bischof Johannes Poggenburg von Galen das 
Pfarramt an der münsterschen Kirche St. Lamberti. Im Herbst 1933 wurde 
er Bischof von Münster. 

Die Ausstellung ist bis zum 2. April 2006 im Stadtmuseum Münster zu sehen. 
Zur Ausstellung erscheint im Aschendorff Verlag ein Bildband zum Preis 
von 9,80 Euro. 

 
INFO

Dr. des. Michael Schäbitz
Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
48143 Münster
Telefon: +49(0)251/492-4513
Telefax: +49(0)251/492-7726
eMail: SchaeM at stadt-muenster.de 
Web: http://www.muenster.de/stadt/museum 

UNSERE SONDERAUSSTELLUNG
12. März bis 11. September 2005

805: Liudger wird Bischof - Spuren eines Heiligen
zwischen York, Rom und Münster

http://www.liudger-wird-bischof.de