[WestG] [AUS] Ausstellungen des LWL im Jahr 2006

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Mon Dez 19 14:52:27 CET 2005


Von: "LWL-Pressestelle", <pressestelle at lwl.org>
Datum: 19.12.2005, 11:15


AUSSTELLUNGEN

Was läuft 2006 in den LWL-Museen: Klima, Kirchner und Canossa

Das Westfälische Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster plant für das kommende Jahr neun Ausstellungen und eine stärkere Ausrichtung auf museumspädagogische Angebote und Kunstvermittlung. So wird das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ab Januar jeden Donnerstag bis 21 Uhr geöffnet sein. Zusätzliche Sonderführungen, Vorträge, Konzerte und Lesungen werden das reguläre Programm ergänzen.

Ab dem 19. Februar wird das Westfälische Landesmuseum den amerikanischen Künstler Phil Sims (geb. 1940, *Emotion of Color", bis 9. April) präsentieren. Eine Ausstellung über Ernst Ludwig Kirchner (1880 -1938) wird fast vollständig den über 300 Werke umfassenden Gesamtbestand des Berliner Kupferstichkabinetts an Aquarellen, Zeichnungen und Grafiken des Künstlers zeigen (*Erstes Sehen", 30. April bis 9. Juli). Als Künstler ein konservativer Revolutionär zwischen Jugendstil und Symbolismus will das Museum den Münsteraner Maler und Glasmaler, Grafiker und Buchkünstler Melchior Lechter (1865-1937) vorstellen. (*Melchior Lechters Gegen-Welten, Kunst um 1900 zwischen Münster, Indien und Berlin", 4. Februar bis 1. Mai).

Im Westfälischen Museum für Naturkunde in Münster feiert das Planetarium sein 25-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumswoche im November. Lesungen, Sonderveranstaltungen und Eintrittspreise wie vor 25 Jahren (eine D-Mark) werden die Besucher unter die 9.000 künstlichen Sterne locken.

Im Frühjahr zeigt das Naturkundemuseum des Landschaftsverbandes *Fossilienschätze" aus ganz Westfalen und Lippe. Von den ältesten Insekten bis zum Dinoknochen präsentieren die Paläontologen die Grabungsergebnisse der vergangenen 25 Jahre.

Im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne geht es ab Anfang Juni 2006 (bis Mai 2007) um *Leben in Extremen". Die Klimaausstellung wird mit 300 Exponaten auf 1.300 Quadratmetern die Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt und dem Klima zeigen.

Die Ausstellungsstücke von zwei Millionen Jahre alten Steinwerkzeugen aus Afrika bis zur aktuellen UV-Schutzkleidung aus Australien spannen einen Bogen, der bis in die Zukunft der nächsten 75.000 Jahre reichen soll. Besonders die großen Naturkatastrophen als Wendepunkte der Klimageschichte bis in die ungewisse Zukunft bilden einen Schwerpunkt.

In so genannten Klimakapseln kann der Besucher die eigene Anpassungsfähigkeit an extremes Klima wie einen simulierten Staubsturm oder Überflutung testen. Spektakuläre Exponate wie das Mammutbaby *Dima" aus Russland verdeutlichen, wie sich Lebewesen immer wieder  - zum Beispiel den langen Eiszeiten - angepasst haben.

Das LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn beteiligt sich an der Ausstellung *Canossa 1077 - Erschütterung der Welt" (21.07. bis 5.11.2006). Diese Epochen-Schau führt mit mehr als 700 Exponaten aus Architektur, Skulptur, Kunsthandwerk und Buchmalerei ins Herz des Mittelalters und stellt Bezüge zur heutigen Zeit her. Die Ausstellung, eine Kooperation der drei Partner Stadt Paderborn, Erzbistum Paderborn und LWL, wird Stücke aus mehr als 200 internationalen Museen, Bibliotheken und Archiven auf rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Erzbischöflichen Diözesanmuseum, in der Kaiserpfalz und in der Städtischen Galerie zusammenführen.  

Zu den gezeigten Schätzen frühromanischer Kunst gehören das so genannte Adelheidkreuz, die wertvolle Reichsinsignie des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden, und die Vita Mathildis, ein einzigartiges Zeitdokument mit farbenprächtigen Buchmalereien. Die bronzenen Lehnen des Kaiserthrons Heinrichs IV. aus Goslar oder der marmorne Papstthron aus S. Giovanni in Laterano in Rom sowie riesige Bibeln, die unter dem Eindruck der Kirchenreform entstanden sind, vermitteln das Panorama einer von Krisen erschütterten Epoche.

Das zukünftige Westfälische Klostermuseum Dalheim (Kreis Paderborn) beginnt seine Saison am 1. April mit einem Ausstellungsrundgang ("Schau' an der schönen Gärten Zier") und dann zu Ostern (17. April) mit einer festlicher Eröffnung. Anfang Juni wird dann ein Teil der ehemaligen barocken Gartenanlage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, während am 26. und 27. August auf dem Dalheimer Klostermarkt wieder Ordensgemeinschaften aus ganz Deutschland und dem Ausland in der ehemaligen Klosteranlage zu Gast sind. Das Festival *Dalheimer Sommer" mit den Tagen Alter Musik und Theater im Kloster geht vom 30. Juli bis 2. September, und auch mit einem Konzert klingt die Museumssaion am 31.Oktober aus.

Die Besucher des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold (Kreis Lippe) erwartet mit dem Saisonbeginn am 1. April 2006 eine neue Gastronomie: Mitten im Paderborner Dorf bietet *Im Weißen Ross" im Ambiente zweier historischer Gebäude und mit einem modernen Küchentrakt ausgestattet nicht nur regionale Spitzenküche, sondern breiten Service für Familien und Gruppen und auch die Tasse Kaffee für den Spaziergänger. 

*Ikarusmaschinen. Luftfahrt in Ostwestfalen-Lippe" heißt die größte Sonderausstellung des Jahres (Mai bis Anfang Oktober), die nicht nur die Technikgeschichte des Fliegens vor Augen führt, sondern auch Biographien und die Bedeutung, die Verkehrs-, Transport- und Militärflug in der Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts beleuchtet. Außerdem zeigt das LWL-Museum unter dem Titel *Die Braut in Schwarz" ab Ende April, dass vor 100 Jahren ganz anders geheiratet wurde als heute. Unter dem Titel *Schlagfertig. Studentenverbindungen im Kaiserreich" (August bis Oktober) rückt das LWL-Museum die studentische Kultur in den Mittelpunkt.

Gleich zu Beginn der Saison gibt es im Westfälischen Freilichtmuseum Hagen eine Premiere: An den ersten beiden Aprilwochenenden findet erstmals ein *Ostermarkt" im LWL-Museum statt. In Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern stellen ausgewählte Kunsthandwerker ihre modernen Arbeiten aus verschiedenen handwerklichen Bereichen vor. Dabei präsentieren Konditoreimeisterschüler österliche Kreationen, aber auch Keramik, Textilien, Schmuck- und Holzobjekte werden gezeigt. Den Jahresschwerpunkt bildet die Friseurausstellung "Blond, die Kultur der Frisur". In der Zeit von Mai bis Oktober begleitet das Museum  diese Sonderausstellung mit verschiedenen Veranstaltungen. Außerdem sind 2006 wieder die  Dülmener Wildpferde zu Gast im Museum und die Oper *Carmen" wird im August open-air aufgeführt.

Die Ruhrgebietsstandorte des Westfälischen Industriemuseums haben sich ganz auf die Fußball-Weltmeisterschaft eingestellt: In der Zeit vom 3. Juni bis 9. Juli zeigt der LWL in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußballbund und dem Fußball- und Leichtathletik Verband Westfalen in seinem Museum Zeche Zollern II/IV in Dortmund die Ausstellung *Fußballregion Ruhrgebiet", unter dem Titel *Fußball, Tennis, Pferderennen - Reviersport im Spiegel der Ansichtskarte" zeigt das LWL-Museum von Juni bis Anfang September eine weitere *sportliche" Ausstellung. Für WM-Gäste gibt es außerdem Führungen in Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Polnisch. Ab September sind im LWL-Museum unter dem Titel *Dachlandschaft Maschinenhalle" großformatige Raumobjekte aus Textilien der polnischen Künstlerin Gabriele Nasfeter zu sehen.

Nachdem in der Henrichshütte Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) im April 2006 ebenfalls die Ausstellung *Fußballregion Ruhrgebiet" zu sehen ist, stehen von Mai bis Juli die Helden der Kreisliga im Mittelpunkt: Unter dem Titel *waz-bild: Lerche - oder die Poesie der Kreisliga" zeigen Bilder der Essener Fotojournalisten Sigrid Lerche-Lünemann und Willi Lünemann den Amateurfußball hautnah. Während der Weltmeisterschaft können Fußballfans ausgewählte Spiele bei freiem Eintritt auf einer Großbildleinwand sehen.

Explosives präsentiert die Zeche Nachtigall in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis) im Herbst 2006: Die Ausstellung *Jede Menge Sprengstoff" erinnert an die Explosionskatastrophe in der Wittener Roburit-Fabrik bei der 41 Menschen ums Leben kamen und Teile des benachbarten Annen zerstört wurden. Im November öffnet das LWL-Museum die neue Dauerausstellung *Der Weg in die Tiefe", die den Übergang vom Stollen- zum Tiefbau am 1839 begonnen Schacht Hercules zeigt.

Dirk Lohmann hat für die Ausstellung *Sportrevier. Die anderen Helden", hochklassigen Sport abseits des Rampenlichts fotografiert. Seine Bilder zeigt die Zeche Hannover in Bochum von Mai bis Juli. Die Grubenpferde im Ruhrbergbau sind ab Ende August bis Ende Oktober Thema der LWL-Ausstellung *Kumpel auf vier Beinen".

ImTextilmuseum Bocholt (Kreis Borken) sind vom Sonntag, 3. September bis zum 29. Oktober Textilien und Schmuck der Turkmenen zu sehen. Eine Auswahl von Alltags- und  Festkleidung, Einschlagtüchern, Satteltaschen, aber auch Musikinstrumenten, Peitschen sowie Würdezeichen, Kämmen und Kosmetiktäschchen werden gezeigt. Neben einigen Stücken aus dem 19. Jahrhundert stammen die meisten Objekte aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. 

In der Ziegelei Lage (Kreis Lippe) ist von Februar bis Mai *Jederzeit Kaffeezeit". Die Schau umreist mit 200 Exponaten wie Porzellan, Mühlen und Maschinen 300 Jahre Kultur- und Konsumgeschichte des Kaffees. Von Juni bis September wird die Zeit lebendig *Als in Lage Studenten waren". Die Ausstellung dokumentiert die Entwicklung von Forschung und Lehre am Technikum Lage und die Lebensbedingungen der Studenten, die Heizer, Maschinisten oder Ziegelmeister werden wollten. 

Die Glashütte Gernheim in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) zeigt von März bis Mai eine Retrospektive mit Werken der deutsch-schwedischen Glaskünstlerin Ann Wolff. Von Juni bis September ist auch in Gernheim *Jederzeit Kaffeezeit".

Das Alte Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop (Kreis Recklinghausen) präsentiert von Mai bis September auf dem historischen Schleppkahn *Ostara" die Fotoausstellung *Am Kanal" von Brigitte Kraemer.

Bis zu 10.000 Besucher erwartet das Westfälische Römermuseum Haltern (Kreis Recklinghausen) zu seinen *Römertagen" am 26. und 27. August. Römer und Germanen werden auf dem Gelände des ehemaligen Römerlagers vor dem Museum ihre Zelte aufschlagen.