[WestG] [LIT] Nachdruck der sog. Colson-Karte vom Amt Meppen / Fürstbistum Muenster
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Mon Dez 12 16:17:48 CET 2005
Von: "Birgit Kehne" <Birgit.Kehne at nla.niedersachsen.de>
Datum: 12.12.2005, 16:00
LITERATUR
Nachdruck der sog. Colson-Karte vom Amt Meppen / Fürstbistum Münster
Der Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück e.V. hat gemeinsam
mit der GLL (Katasteramt) Meppen und dem NLA - Staatsarchiv Osnabrück den
Nachdruck der sog.Colson-Karte vom Amt Meppen herausgegeben.
Bis zur Säkularisation 1803 gehörte das Amt Meppen zum Fürstbistum Münster.
Verwaltet wurde es von einem adligen Landdrosten und einem Amtsrentmeister,
die einmal jährlich mit den Amtsständen, den Besitzern der landtagsfähigen
Güter, in sog. Konventionen zusammentrafen. Auf der Konvention vom 18. Juni
1773 wurde die Vermessung des Amtes beschlossen und der Auftrag am 21. Juni
an den Ingenieur und Artillerie-Leutnant in Münsterschen Diensten Philip
Ernst Colson vergeben.
Auf der Karte sollten laut Auftrag folgende Details zu erkennen sein: Die
Lage der Städte und Dörfer, der Lauf der Flüsse, besonders der Ems und der
Hase, und großen Bäche, die Größe der Heiden, Moräste und Sandwehen, die
Kirchdörfer und Bauerschaften, die einzeln liegenden Häuser, die Mühlen,
Landstraßen und Wege, die Hauptbrücken, Waldungen sowie die Grenzen des
Amts, der Kirchspiele und Gerichte. Colson nahm seine Tätigkeit am 22. Juni
1773 auf und lieferte die Karte in drei Exemplaren am 12. April 1778 ab.
Die Original-Größe des Blattes ist 147 cm x 165,5 cm, des Kartenspiegels
136,2 cm x 154,7 cm. Die Umrechnung in den heutigen Maßstab ergibt ungefähr
1:46.000. Es sind allerdings unterschiedlich große Abweichungen bei der
Maßstäblichkeit der Entfernungen festzustellen, die wohl u.a. auf die nur
auf Schätzungen beruhende Darstellung der Moorgebiete zurückzuführen sein
dürften. Auf der Karte ist zudem vermerkt, dass die Größe der Äcker, Wiesen
und Weiden *oculariter", also nach Augenschein angegeben wurde, und auch die
eingezeichneten Grenzen nicht als wirkliche Grenzen, sondern als
Abteilungslinien zu betrachten sind.
Bei den Städten, Siedlungen und Höfen ist der Ortsgrundriss wiedergegeben,
die großen Flüsse Ems und Hase sind mit blauer Farbe gezeichnet, die Wege in
schwarz. Sandgebiete und Heide sind mit unterschiedlichen Punkt- und
Strichreihen, Moore mit Schraffierungen gekennzeichnet, der Baumbestand ist
mit runden und spitzen Zeichen unterschieden. Kirchspiels-, Gerichts- und
Außengrenzen sind mit verschiedenen Farben und Linien eingetragen.
Die Karte aus dem im Staatsarchiv Osnabrück aufbewahrten Bestand der
Herzoglich Arenbergischen Verwaltung wurde für den Nachdruck verkleinert und
liegt hiermit in einer Größe vor, die dem Betrachter eine Gesamtschau auf
das Amt Meppen vor 230 Jahren ermöglicht.
Herausgeber des Nachdrucks ist der Verein für Geschichte und Landeskunde von
Osnabrück e.V. in Zusammenarbeit mit der GLL Meppen und dem Staatsarchiv
Osnabrück. Für die Genehmigung zum Nachdruck ist der Arenberg-Meppen GmbH
als Eigentümerin zu danken.
INFO
Das farbige Kartenblatt im Format von 70 x 80 cm, gedruckt von der LGN
Hannover, ist zum Preis von 10 € zu erwerben beim Verein für Geschichte und
Landeskunde von Osnabrück, Schloßstr. 29, 49074 Osnabrück, und bei der GLL
Meppen, Obergerichtsstr. 18, 49716 Meppen.
Dr. Birgit Kehne
Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück e.V.
c/o Staatsarchiv
Schloßstr. 29
49074 Osnabrück
0541/3316211
E-Mail: Birgit.Kehne at nla.niedersachsen.de