[WestG] [AUS] 100 Jahre Strom für Recklinghausen, Recklinghausen, 10.12.2005-12.03.2005

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Mon Dez 12 15:17:41 CET 2005


Von: "gk-mail (Abeck)" <mailing at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 12.12.2005, 14:46
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "geschichtskultur ruhr"


AUSSTELLUNG

100 Jahre Strom für Recklinghausen
Ausstellung im Vestischen Museum Recklinghausen,

Mit der Installation einer elektrischen Beleuchtung für zwei repräsentative
Verwaltungsgebäude begann am 28. September 1905 in Recklinghausen das
Zeitalter der öffentlichen Stromversorgung. Bis Ende des Jahres waren 69
Kunden an das "Netz" angeschlossen, brannten 1.241 Glühlampen. Was vor 100
Jahren so bescheiden begann, ist heute ein Anlass zu feiern. Mit
zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten ruft die RWE
Westfalen-Weser-Ems AG, zu deren Versorgungsgebiet Recklinghausen gehört,
dieses Jubiläum in Erinnerung. Einen tiefen Einblick in die Geschichte der
Elektrifizierung der Stadt bietet dabei eine vom Umspannwerk
Recklinghausen - Museum Strom und Leben erarbeitete historische
Ausstellung, die vom 10. Dezember an für drei Monate im Vestischen Museum
zu sehen ist. Wie im Umspannwerk Recklinghausen selbst, so sollen auch in
der Ausstellung "100 Jahre Strom für Recklinghausen" weniger die
technischen Aspekte der städtischen Stromversorgung dargestellt werden.
Gezeigt wird vielmehr der Wandel im Alltagsleben der Menschen, der durch
die zunehmende Nutzung der Elektrizität seit der Jahrhundertwende
eingetreten ist. Im Mittelpunkt werden jene stehen, die den Strom
erzeugten, für seine Verteilung sorgten und ihn schließlich verbrauchten.

Elektrizität stand zunächst nur wenigen zur Verfügung. In Recklinghausen
waren es die Zechenkraftwerke, die einzelne Haushalte oder Gewerbebetriebe
in ihrer Umgebung mit überschüssigem Strom versorgten. Auch die
elektrischen Straßenbahnen gaben Strom an Privatkunden ab. Um die neue
Energie allen Bürgern zugänglich zu machen, wurde 1905 die
Hibernia-Bergwerksgesellschaft von der Stadt mit dem Aufbau eines
Verteilungsnetzes und der Lieferung von Strom beauftragt. Wenige Jahre
später schloss die Stadt einen Stromlieferungsvertrag mit dem
Electrizitätswerk Westfalen, welches das Leitungsnetz übernahm und weiter
ausbaute. Die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen (VEW), die 1925 aus
dem Zusammenschluss des Electrizitätswerks Westfalen und anderer regionaler
Energieversorger hervorgegangen war, übernahm 1928 die Stromversorgung
Recklinghausens direkt. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde das
Stromnetz immer enger geknüpft und dadurch eine Versorgungsdichte erreicht,
die jedem Bürger die umfassende Nutzung von Elektrizität erlaubte. Bis
dahin war es ein weiter Weg.


INFO

Vestisches Museum Recklinghausen
Hohenzollernstraße 12
45659 Recklinghausen
Tel.: 02361/501946
Fax: 02361/501932;
www.recklinghausen.de/KulturBildungSport/Kultur/MuseenGalerien/VestischesMuseum.htm



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[Redaktioneller Hinweis]
Zum Thema - 
im Internet-Portal "Westfälische Geschichte", u.a.


Materialien für den Schulunterricht:

Rainer Bolle
"Als das Licht kam..." Die Elektrifizierung in Westfalen 1890-1955
Westfalen im Bild, Reihe: Energiewirtschaft, Heft 2
Münster 1997
http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/ku.php?tab=lit&ID=313