[WestG] [AUS] Rheda-Wiedenbrueck: Bienenzucht und Honigwirtschaft, 16.04.2005-16.05.2005

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Mon Apr 18 09:35:22 CEST 2005


Von: "Martin Wedeking", <infos.wedeking at arcor.de>
Datum: 17.04.2005, 12:33


AUSSTELLUNG

Von Bienen und Menschen
Eine Ausstellung über Bienenzucht und Honigwirtschaft  im Leineweber- 
und Trachtenmuseum Rheda, 16. April bis 16. Mai 2005

Wer kennt sie nicht, diese kleine, freche und vorwitzige Biene aus der 
Zeichentrickserie, von Karel Gott besungen und zahllosen Kindern 
geliebt? Maja heißt sie natürlich, und dieses pummelige Bienenkind macht 
derzeit in Rheda Werbung für die neue Sonderausstellung des 
Leinewebermuseums. Seit nunmehr 29 Jahren fliegt sie mit ihrem besten 
Freund Willi durch das Kinderprogramm, dabei ist sie aber bereits 
wesentlich älter. Waldemar Bonsels veröffentlichte seinen 
naturmythischen Bienenroman über die Abenteuer der Biene Maja bereits 
1912, dessen Erfolg bis heute anhält.
 
Natürlich darf bei einer Ausstellung über Bienen und Menschen die Biene 
Maja nicht fehlen, den größten Teil machen jedoch andere Aspekte aus: 
Die Honigbiene ist schließlich das einzige Insekt, das der Mensch sich 
im Laufe der Zeit als Haustier nutzbar gemacht hat. Der Grund dafür 
liegt nah, ist gelb und klebrig: Honig. Um an den Honig heranzukommen 
mußten die Menschen lange Zeit zu den Bienennestern auf Bäume klettern, 
bevor sich in Mitteleuropa eine Bienenzucht entwickelte. Teils schufen 
diese Beutner, Zeidler oder Imker genannten Bienenzüchter künstliche 
Bruthöhlen in Bäumen, oder sie stellten solche in der Nähe ihrer Häuser 
auf. In unserer Gegend entwickelte sich der geflochtene Bienenkorb zum 
Synonym für Bienenzucht. Bei ihm kam man besser an die einzelnen Waben 
heran als in den "Beuten" genannten Baumhöhlen der Wälder.
 
Jedoch war es nicht nur der Honig, den man als einziges bekanntes 
Süßungsmittel schätzte, sondern auch das Bienenwachs, wegen dem die 
Bienenzucht betrieben wurde. Aus dem begehrten Wachs der Bienen wurden 
Kerzen angefertigt, die zur Ehre Gottes in den Kirchen brannten. Unter 
den an die Kirche zu leistenden Abgaben fanden sich früher auch immer 
wieder Wachsabgaben.
 
Obwohl die ursprünglich wilden und stechlustigen Bienen durch die 
Auslese der Zucht weniger aggressiv, dafür aber um so produktiver 
wurden, sind sie auch heute noch nicht handzahm. Da sie ihren Stock und 
ihren Honig vor Eindringlingen verteidigen muß der Imker vorsichtig 
vorgehen, um die Waben zu entnehmen. Dazu gehören die spezielle 
Schutzkleidung mit Hut und Schleier, die Imkerpfeife oder ein Rauchgerät 
und verschiedene andere Geräte. All das, was auf dem Weg von der Blüte 
zum fertigen Glas Honig benötigt wird, ist in der Ausstellung zu sehen. 
Ergänzt wird dieses durch historische Fotos von der Bienenzucht.
 
Die kleine Sonderausstellung "Von Bienen und Menschen" wurde vom 
Heimatverein Rheda e.V. erstellt und ist vom 16. April bis zum 16. Mai 
im Leinewebermuseum, Kleine Straße 11, in Rheda zu sehen. Die 
Ausstellungsmacher Norbert Ellermann und Martin Wedeking führen an jedem 
Sonntag um 15 Uhr durch die Ausstellung. Wer auch noch historische Fotos 
oder alte Dinge rund um Bienen und Honig hat, kann sich gerne bei ihnen 
unter der Emailadresse museum-rheda at arcor.de melden.


INFO

Leineweber- und Trachtenmuseum Rheda
Kleine Straße 11
33378 Rheda-Wiedenbrück
Tel. 05242/47335

Öffnungszeiten:
Di.-Fr. 10-12 Uhr, 14-18 Uhr
Sa.-So. 10-18 Uhr