[WestG] [AUS] Wanderausstellung, Textilgeschichte: Industriearchitekt Philip Sidney Stott, ab 10.04.2005

Marcus Weidner Marcus.Weidner at lwl.org
Mon Apr 18 09:33:03 CEST 2005


Von: "Kehne, Birgit", <Birgit.Kehne at nla.niedersachsen.de>
Datum: 14.04.2005, 12:25


AUSSTELLUNG

Cotton Mills for the Continent
Sidney Stott und der englische Spinnereibau in Münsterland und Twente

Die Ausstellung zu Leben und Werk des bedeutenden Industriearchitekten
Philip Sidney Stott (1858-1937) wird vom 10. April bis 15. Mai 2005 zuerst
im neuen Textilmuseum in Rheine, Humboldtplatz 4, Dienstag - Samstag 15.00 -
18.00 Uhr, sonn- und feiertags 11.00 - 18.00 Uhr, anschließend vom 26. Juni
bis 6. November  im Westfälischen Industriemuseum Bocholt zu sehen sein und
geht dann 2006 nach Enschede und Gent.

Diese als länderübergreifendes Projekt vom Kulturforum Rheine (Andreas
Oehlke), dem Textilmuseum in Bocholt (Arnold Lassotta) und dem Museum
Jannink in Enschede (Siebe Rossel, Ronald Stenvert / Utrecht)) gemeinsam
konzipierte und geplante Ausstellung macht erstmals mit dem Werk dieses
herausragenden englischen Industriearchitekten bekannt. Stott war in den
Jahren 1886 - 1912 so etwas wie der "Hausarchitekt" der Textilunternehmer in
der Region Westmünsterland-Twente, wo er allein 17 Spinnereihochbauten
errichtete - so in Bocholt, Borghorst, Enschede, Hengelo und Oldenzaal. In
Rheine aber realisierte Stott allein sechs Spinnereihochbauten und prägte
somit ganz wesentlich das Erscheinungsbild der Textilstadt.

Im Zentrum stehen Stott's Bauten in der
westmünsterländisch-ostniederländischen Textilregion und damit die
Einführung des modernen englischen Spinnereihochbaus. Weitere Themen: Die
Einführung der Maschinenspinnerei im Raum Westmünsterland/ Twente,
Brandkatastrophen und Brandpräventivmaßnahmen, die Entwicklung moderner
Spinnereihochbauten in England, Stott's Konkurrenten in der Region sowie der
Einzug der Moderne im Spinnereibau.

Mit dieser Ausstellung wird erstmals die Entwicklung und die Einführung des
modernen Spinnereihochbau thematisiert, wie er für die Region
Westmünsterland/ Twente in vielen Standorten der Textilindustrie typisch und
ortsbildprägend wurde. Zudem wird eine erste Bestandsaufnahme dieser überaus
beeindruckenden Industriebauten auf dem Kontinent geboten. 
An dem Ausstellungsprojekt sind Fach-Wissenschaftler aus fünf europäischen
Ländern beteiligt. Zur Ausstellung erscheint ein dreisprachiger Katalog, der
die wissenschaftlichen Ergebnisse dieser ersten deutsch-niederländischen
Bestandsaufnahme festhält und die wichtigsten Spinnereihochbauten in der
Region Westmünsterland-Twente dokumentiert. Eine Veröffentlichung ist in der
vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe herausgegebenen Schriftenreihe des
Westfälischen Industriemuseums vorgesehen.

Die Stott-Ausstellung wird neben den Standorten der beteiligten Partner auch
im benachbarten Nordhorn, Stadtmuseum Povelturm; im Museum voor Industriële
Archeolgie en Textiel in Gent sowie im TextilMuseet in Boras/ Schweden zu
sehen sein - bis auf Nordhorn alles alte Textilstandorte, an den denen Stott
seine Spinnereihochbauten errichtete. 	
Andreas Oehlke