[WestG] [AKT] Erster Tag des 45. Deutschen Historikertags

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mit Sep 15 11:42:46 CEST 2004


Von "Annemarie Galsterer", <agalsterer at uv.uni-kiel.de> 
Datum: 15.09.2004, 08:45


AKTUELL

Erster Tag des 45. Deutschen Historikertags:

"Raum" in der Geschichte

Der erste Tag des 45. Deutschen Historikertags an 
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel dient 
ganz wesentlich der Erforschung des Raums in der 
Geschichtswissenschaft. Räume prägen und gliedern 
Wirtschafts- und Handelsverbindungen ebenso wie 
politische, soziale und kulturelle Kontakte. 
Historiker sehen sie als geschichtlich wandelbare 
Konstruktion an.

Unter den 24 Sektionen des heutigen Tages erwarten 
die Veranstalter von 9 bis 13 Uhr besonders großen 
Zulauf bei den Diskussionen über "Grenzen und Räume 
der Wiedergutmachung. Die Entschädigung für NS-
Verfolgte in West- und Osteuropa". Die 
Entschädigungsansprüche ausländischer NS-Verfolgter 
waren seit dem Londoner Schuldenabkommen (1953) 
blockiert, doch in vielen Ländern ebenso wie in der 
Bundesrepublik Deutschland wurde jahrzehntelang um 
diese Frage gerungen. Die zentrale Bedeutung lässt 
sich an den jüngsten deutsch-polnischen 
Irritationen ablesen. Die von Prof. Dr. Hans Günter 
Hockerts (München) zusammengeführten Referenten 
werden versuchen, aus ihrer Sicht den Stand der 
Wissenschaft zu schildern.

Die Vorträge dieser Sektion werden live im Internet 
unter www.historikertag2004kiel.de übertragen und 
stehen anschließend zum Download zur Verfügung.Das 
Lebensalter weist Menschen verschiedener 
Altersgruppen oder Generationen unterschiedlichen 
Raum für soziale Handlungen zu: Jugendcafés, 
Altenheime, die Berufswelt, die Universität usw. 
Dies sind jeweils konkrete Orte, an denen 
menschliche Interaktionen auf eine durch den 
jeweiligen sozialen wie auch physikalischen Raum 
geprägte Weise stattfinden. Räumliche Strukturen 
sind somit nicht nur Ausdruck sozialer 
Differenzierung. Vielmehr werden soziale 
Beziehungen ganz wesentlich durch Raumstrukturen 
geprägt.

Unter Vorsitz von Prof. Dr. Jürgen Reulecke 
(Siegen) werden sich vier Vorträge aktuellen 
Ergebnissen der geschichtswissenschaftlichen 
Jugendforschung zur Diskussion stellen, die neuere 
Einsichten in Nutzung und Konstruktion sozialer 
Räume und deren Kommunikationsstruktur durch 
Jugendliche ermöglichen. Im Zentrum stehen die 
Kultur, die Motivation, die öffentliche Darstellung 
und die Deutung jugendlicher Straftäter im 20. 
Jahrhundert. Dabei werden die Bundesrepublik, die 
DDR und die USA miteinander verglichen, um die 
wechselseitigen Einflüsse ebenso wie die 
Differenzen dieser in der Öffentlichkeit stark 
beachteten Strömungen herauszuarbeiten.

Die Vorträge dieser Sektion werden live im Internet 
unter www.historikertag2004kiel.de übertragen und 
stehen anschließend zum Download zur 
Verfügung.Permanente öffentliche Warnungen und fast 
tägliche Meldungen über neue Anschläge haben den 
Eindruck eines "grenzenlosen Terrors" aufkommen 
lassen: grenzenlos im räumlichen Sinne, grenzenlos 
im Sinne der Täter, die einer terroristischen 
"Internationale" anzugehören scheinen, grenzenlos 
aber auch im Sinne des Gewaltpotenzials der Taten. 
All dies wird in einer Podiumsdiskussion von 13.15 
bis 14.45 Uhr thematisiert. Einige der Leitfragen 
der Runde unter Leitung von Prof. Dr. Christoph 
Cornelißen lauten: Gibt es tatsächlich eine 
"Internationale" des Terrorismus oder ist jeder 
Fall in seiner spezifischen Eigenlogik zu 
betrachten? Wie sind die neueren Entwicklungen 
historisch zu erklären? Ist das Aufkommen des 
"grenzenlosen Terrorismus" mit einem allmählichen 
Niedergang des staatlichen Gewaltmonopols 
verbunden? Welche Antworten finden die Staaten "des 
Westens" bislang im Umgang mit dem Terrorismus?


INFO

Organisationsbüro 45. Historikertag
Historisches Seminar der Universität Kiel
Leibnizstrasse 8 Tel.: (0)431-880-4038
24118 Kiel Fax: (0)431-880-1161
Pressebüro: Tel.: (0)431-880-3636
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