[WestG] [AKT] Eroeffnung des Museums fuer UfG Wasserschloss Werdringen, Hagen, 07.11.2004

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Don Nov 4 08:45:48 CET 2004


Von: "Historisches Centrum Hagen", <info at historisches-centrum.de>
Datum: 03.11.2004, 13:48 


AKTUELL

Eröffnung des "Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen"

Am 7. November 2004, um 15.00 Uhr, wird das neue "Museum für Ur- und
Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen" der Stadt Hagen eröffnet. Auf rund
700 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentiert das Museum - ergänzt um
zahlreiche Leihgaben - seine reichhaltige Sammlung zur Paläontologie und
Archäologie des südwestfälischen Raumes und des Sauerlandes. Die Ausstellung
ist eine spannende und erlebnisreiche Zeitreise durch über 450 Millionen
Jahre Geschichte eines nordrhein-westfälischen Landschaftsraumes.

Das Internet-Angebot ermöglicht einen Überblick über das Museum und
die Ausstellung sowie über die museumspädagogischen Programme:
http://www.museum-werdringen.de 

Die Pressemitteilung ist online (als PDF oder RTF) abrufbar unter:
http://www.museum-werdringen.de/presse/presse_werdringen(20041028).pdf 
http://www.museum-werdringen.de/presse/presse_werdringen.rtf 

Die Einladung zur Museumseröffnung ist abrufbar unter:
http://www.museum-werdringen.de/download/20041107_einladung.pdf 

Dass ein Regionalmuseum mit dem thematischen Schwerpunkt "Südwestfalen und
Urgeschichte" in Hagen eingerichtet wurde, liegt in der über 200-jährigen
Forschungs- und Sammlungsgeschichte der Region begründet. Bereits im 19.
Jahrhundert zählte das nördliche Sauerland und besonders die Umgebung von
Hagen zu den wichtigsten geologischen und archäologischen Fundgebieten
Deutschlands.

Berühmte Naturforscher untersuchten die Höhlen und Steinbrüche nach
Zeugnissen der Vergangenheit. Zum Beispiel der Pariser Anatom Georges
Cuvier. Er begutachtete 1804 eiszeitliche Bärenknochen, die man in einer
Höhle bei Iserlohn entdeckt hatte.

Die geologische Erkundung der Region wurde seit Beginn des 19. Jahrhunderts
durch den Bergbau auf Steinkohle und Erzen intensiviert. An diese Zeit
erinnern im Museum Wasserschloss Werdringen zwei kostbare, 1820 entstandene
geologische Übersichtskarte der Region. Die zahlreichen Steinbrüche
veränderen die Landschaft an Ruhr und Lenne. Ganze Täler und Berge, die noch
von Künstlern der Romantik gemalt wurden, waren bereits Anfang des 20.
Jahrhunderts aufgrund des großflächigen Abbaues von Massenkalk, Dolomit und
anderen Gesteinen verschwunden.

Vor rund 150 Jahren begannen die ersten gezielten Grabungen nach
archäologischen Funden. Die zufällige Entdeckung der drei über 2.800 Jahre
alten bronzezeitlichen Langschwerter im Jahre 1876 beim Eisenbahnbau am
Kaisberg in Hagen-Vorhalle zählen noch heute zu den archäologischen
Kostbarkeiten Nordrhein-Westfalens.

Dass die Region auch heute noch archäologische Sensationen birgt, belegen
die im Frühjahr 2004 in einer tief in eine Felsformation führende
Massenkalkhöhle bei Hagen von Höhlenforschern des Arbeitskreises
Kluterthöhle (Ennepetal) entdeckten Skelettteile von mindestens fünf
Menschen.

Die naturwissenschaftliche Untersuchungen von einem der dort geborgenen
Schädel durch das Leibnitz-Labor für Altersbestimmung an der Universität
Kiel ergab, dass er aus der frühen Abschnitt der Mittelsteinzeit vor rund
10.700 Jahren (8.700 v. Chr.) stammt. Einige der menschlichen Überreste aus
der Höhle sind im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen
in einer speziellen Klimavitrine zu sehen.

Aber auch bedeutsame Funde aus dem Erdaltertum sind im Museum Wasserschloss
Werdringen ausgestellt. Die rund 450 Millionen Jahre alten Fossilien aus dem
Ebbe-Gebirge, die ältesten Lebensspuren in Westfalen, sind einzigartig in
ganz Deutschland - paläontologische Kostbarkeiten.

Eines der wichtigsten Geotope in Deutschland ist die Ziegeleigrube
Hagen-Vorhalle. Dort wurden nicht nur weltweit einzigartige Urinsekten
entdeckt. Auch zahlreiche andere Pflanzen- und Tierfossilien fanden sich in
den 315 Millionen Jahre alten Vorhaller Schichten. Im Museum Wasserschloss
Werdringen sind zahlreiche seltene Fossilien aus Hagen-Vorhalle zu sehen.

Aber auch das aus dem 13. Jahrhundert stammende Wasserschloss Werdringen ist
eine Reise wert. Das Wasserschloss liegt im Ruhrtal in einer historisch
gewachsenen Landschaft am Fuße des von Sagen und Geschichten dicht umwobenen
Kaisbergs. Dort soll der mythischen Überlieferung nach nicht nur der
römische Feldherr Varus im Jahr 9 n. Chr., sondern auch Karl der Große 775
bei der Belagerung der sächsischen Sigiburg (Hohensyburg) sein Lager
aufgeschlagen haben.

Der Blick ins Ruhrtal mit den Ruinen der mittelalterlichen Burgen
Volmarstein, Wetter und Hohensyburg und das Naherholungsgebiet am Harkortsee
laden zum Verweilen ein. Der 1869 errichtete Freiherr-vom-Stein-Turm auf dem
Kaisberg stellt eines der frühesten Baudenkmäler seiner Art dar, gegenüber
Werdringens liegt der Harkortturm. Auf dem Kaisberg sind die Spuren frühen
Steinkohlebergbaues erkennbar, aber auch Grabhügel aus urgeschichtlicher
Zeit. In der unmittelbaren Umgebung Werdringens befinden sich die Altstadt
von Herdecke sowie die mittelalterliche Freiheit Wetter. Der Harkortsee lädt
zu ausgedehnten Wanderungen ein: ein Besuch des früheren Mausoleums der
Grafen von der Recke-Volmestein in den Waldungen des Kaisbergs darf dabei
nicht fehlen.

Werdringen ist der ideale Ausgangspunkt für Exkursionen zu zahlreichen
historischen Orten und Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung, die sogar
zu Fuß oder mit dem Fahrrad bequem erreicht werden können. Das von uralten
Bäumen umgebene Wasserschloss befindet sich in einem einzigartigen
Naturschutzgebiet, in dem zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere einen
Lebensraum gefunden haben. Allein die Beobachtung der unterschiedlichen
Vögel, Fischarten, Insekten und Amphibien am Rande des Wassergrabens wird zu
einem Erlebnis.


INFO

Museum für Ur- und Frühgeschichte
Wasserschloss Werdringen
Werdringen 1
D-58089 Hagen

Tel.: 0 23 31 / 207 27 40 und 306 72 66
Fax: 0 23 31 / 207 24 47
E-Mail: info at historisches-centrum.de 
Internet: http://www.museum-werdringen.de 

Öffnungszeiten (ab 9.11.2004)
Di - So 10.00 - 17.00 Uhr