[WestG] [AUS] Boeckstiegel und Felixmueller, Billerbeck, 20. Juni - 1. Nov. 2004

Alexander Schmidt Alexander.Schmidt at lwl.org
Mit Jun 23 10:18:30 CEST 2004


Von "Thomas Fricke", <Thomas.Fricke at kreis-coesfeld.de>
Datum: 22.06.04 12:22


AUSSTELLUNG

Neue Ausstellung in der Kolvenburg in Billerbeck:
Peter August Böckstiegel - Begegnung mit Conrad Felixmüller,
20. Juni bis 1. November 2004

Die Kolvenburg in Billerbeck, Kulturzentrum des Kreises Coesfeld, 
präsentiert ab Sonntag, 20. Juni 2004 eine Auswahl von 57 Papierarbeiten 
von Peter August Böckstiegel und Conrad Felixmüller aus dem Besitz des 
Landesmuseums Münster. Die Ausstellung zeigt sowohl das Gegensätzliche 
wie auch das Verbindende zwischen den beiden Künstlerfreunden auf.

Unter den expressionistischen Künstlern Westfalens nimmt Peter August 
Böckstiegel (1889-1951) zu Recht eine herausragende Stellung ein. Seinem
Werk, sosehr es mit dieser Region verbunden ist, kommt aber auch 
überregionale Bedeutung zu, die sich schon aus dem prägenden Einfluss 
van Goghs ergibt. Zudem stand er mit einer Reihe zeitgenössischer Künstler 
in Kontakt, darunter in besonderer Weise mit Conrad Felixmüller (1897-1977).

Beim Studium an der Kunstakademie in Dresden begann Böckstiegels  
lebenslange Freundschaft mit Felixmüller. Beide Künstler gehörten zur 
zweiten Expressionistengeneration, für die die Erschütterungen durch 
den Ersten Weltkrieg und gesellschaftspolitische Radikalisierungen 
besondere Herausforderungen darstellten. In ihrem drängenden Suchen
nach Neuem und Wahrhaftigem wandten sie sich ganz verschiedenen, 
sogar gegensätzlichen Lebenswelten zu: Der aus Arrode in Ostwestfalen 
stammende Böckstiegel blieb trotz regelmäßiger Aufenthalte in Dresden 
immer eng mit der ländlichen Heimat verbunden.

Die Themen seiner künstlerischen Arbeit kreisten um die Unverfälschtheit 
und Ursprünglichkeit ländlichen Lebens. Felixmüller hingegen stammte aus 
Dresden, nahm Anteil an der städtischen Kultur und den  gesellschaftspolitischen  
Fragen seiner Zeit. Bilder revolutionärer Unruhen und das Dasein der 
Bergarbeiter stellen für ihn zentrale Themen dar.

So reagieren die Künstler auf die gesellschaftlichen Umbrüche ihrer Zeit fast
diametral verschieden. Doch beide verfolgen in ihren Werken unverwandt 
einen Realismus, der den Menschen in seiner Lebens- und Arbeitswelt in den
Mittelpunkt stellt. Dies verbindet sie ebenso wie das immerwährende Interesse 
am Bildnis. Bei Böckstiegel sind es vor allem die eindrucksvollen Porträts der 
einfachen Bauern und Bäuerinnen, bei Felixmüller Bildnisse von Bergarbeitern, 
Arbeitslosen und Künstlerfreunden. Für beide spielt die Druckgraphik im 
Gesamtwerk eine zentrale Rolle, dabei nutzen sie - einem ungeschönten
Realismus entsprechend - vorzugsweise die raue Kaltnadel und die harten 
Kontraste des Holzschnitts.


INFO

Zur Ausstellung bietet der Kreis Coesfeld Führungen für Kinder, Schulklassen 
und Erwachsene an. Weitere Informationen unter Tel. 02543-1540 und unter
www.kolvenburg.de.

Kulturzentrum des Kreises Coesfeld
An der Kolvenburg
48727 Billerbeck
Telefon: 02543-15 40
Fax: 02543-82 11
E-Mail: kultur at kreis-coesfeld.de 
Internet: www.kolvenburg.de