[WestG] [KONF] Detmolder Sommergespraech: Familienforschung,
Staats-/Personenstandsarchiv Detmold, 07.07.2004
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Die Jun 22 09:18:49 CEST 2004
Von: "Bettina Joergens" <bettina.joergens at lav.nrw.de>
Datum: 18.06.2004, 08.30
Detmolder Sommergespräch am 7. Juli 2004 im Staats- und
Personenstandsarchiv Detmold
Wo und wie werden Familiengeschichten abgebildet?
Familienforschung trifft Archiv trifft Standesamt trifft
Kirche trifft Forschung
Die Leitfrage dieser eintägigen Tagung lautet: "Wo und wie wird
Familiengeschichte abgebildet?" oder: "In welchen Beständen finde ich etwas
über meine Familie?" Diese Frage steht am Anfang jeder familienhistorischen
Recherche im Archiv. Um sie zu beantworten, ist zu klären: "Wo wird
Familiengeschichte aktenkundig?" Wird man fündig, muss das Material
sortiert, die Fragestellung systematisiert werden: "Was heißt nun Familie
und Familiengeschichte?"
Diese Fragen werden beim Detmolder Sommergespräch von verschiedenen Seiten
beleuchtet. Dazu haben wir unterschiedliche Referenten eingeladen:
Archivarinnen und Archivare, Vertreter der genealogischen Forschung,
Standesbeamte sowie Wissenschaftler der akademischen Demographieforschung.
Die Veranstaltung versteht sich als ein round table zur Verständigung
zwischen diesen Gruppen. Sie ist für Interessierte offen, für diejenigen,
die mit uns ins Gespräch kommen wollen und diejenigen, die neue Wege der
Familienforschung kennen lernen möchten. Das Detmolder Personenstandsarchiv
möchte sich am 7. Juli mehr als sonst als Kommunikationszentrum zwischen
Forschung und Verwaltung im Hinblick auf die westfälisch-lippische
Personenstandsüberlieferung präsentieren.
Die historische Familienforschung erfreut sich einer immer größeren
Beliebtheit. Viele Familienforscher wissen, dass sie etwas im Archiv finden,
wenden sich an uns, sind aber nicht genau darüber informiert, was sie in
welchen Archivalien ermitteln können. Im Gegensatz zu wissenschaftlichen
Benutzern fehlt ihnen häufig die Kenntnis über Quellenkunden und
Sekundärliteratur. Eine kleinere Gruppe der Genealogen ist bestens
informiert und recherchiert nicht nur in Kirchenbüchern, sondern weit
darüber hinaus in der Überlieferung der staatlichen Behörden und in
nichtstaatlichen Sammlungen sowie in kirchlichen und kommunalen Archiven.
Sie erforschen dabei mitunter weit mehr als nur die eigene Familie und
schreiben ganze Dorfgeschichten.
Bei der Recherche über die Kirchenbücher hinaus ermitteln die Forschenden
auch wichtige Informationen über Lebenswege, -umstände, Berufe und
öffentliches Engagement. Aber erst die Einbettung ihrer Ergebnisse in
übergreifende demographische, sozialhistorische oder kulturgeschichtliche
Geschichtsforschungen ermöglicht die Einordnung der gewonnenen Erkenntnisse,
etwa Heirats- und Sterbealter, Mehrfach-Heiraten u.v.m. Insofern lohnt eine
Begegnung - 'auf Augenhöhe' - zwischen der Familienforschung mit der
systematischen und über die einzelne Familie hinaus gehenden
Geschichtswissenschaft. Was die Familienforschung an Detailerkenntnissen
gleichsam einer mikrohistorischen Alltagsgeschichte liefern kann, trägt die
akademische Wissenschaft an Kontextinformationen und Methodik bei.
Gleichzeitig trifft hier Forschung auf Archiv und Verwaltung.
Verwaltungsleute können erfahren, welchen Wert ihre Aufzeichnungen nach
Abschluss der Akten für die Forschung haben können. Archivare lernen, welche
Bestände besonders frequentiert und welche u. U. besser zugänglich gemacht
werden müssten. Umgekehrt können beide den Forschenden vermitteln, in
welchem Schriftgut und in welchen Beständen für ihre Fragestellung und auch
für weiter führende Erkenntnisinteressen Informationen zu finden sind. Bei
dem Detmolder Sommergespräch sollen diese verschiedenen Perspektiven
einander erläutert und miteinander diskutiert werden.
INFO
Bitte melden Sie sich rechtzeitig an, da wir die Teilnehmerzahl auf etwa
50 beschränken müssen.
Anmeldung unter:
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen
Staats- und Personenstandsarchiv Detmold
Willi-Hofmann-Straße 2
32756 Detmold
T.: 05231 - 766-112
bettina.joergens at lav.nrw.de
Poststelle: stadt at lav.nrw.de
Programm:
Moderation Franz Meyer (Stadtarchiv Bad Salzuflen):
9. 30 Uhr
Begrüßung und Vorstellung des Programms (Dr. Jutta
Prieur-Pohl, Staats- und Personenstandsarchiv Detmold)
9. 45 Uhr
Wer oder was ist das Personenstandsarchiv: Einführung und
Hausführung (evt. 2 Gruppen) (Dr. Bettina Joergens, Claudia Klinge, Staats-
und Personenstandsarchiv Detmold)
10. 30 Uhr
Kaffeepause
10. 45 Uhr
Was macht das Standesamt? Typische und untypische Vorgänge
im Standesamt und um das Standesamt. Wie Familien im Behördenschriftgut
abgebildet werden. (Klaus Kaim, Fachverband der Standesbeamten in
Westfalen-Lippe e.V., Standesamt Hamm)
11. 15 Uhr
Kommentar: ...und in welchen Beständen der Archive sie zu
finden sind. Die staatliche Personenstandsüberlieferung und mehr (Dr.
Joergens)
11. 30 Uhr
Diskussion und Fragen
12. 00 Uhr
Mittagspause
Moderation: Dr. Nicolas Rügge (Staatsarchiv Osnabrück):
13. 30 Uhr
Personenstandswesen vor Einführung der standesamtlichen
Register: Kirchenbücher und kirchliche Überlieferungen in den Archiven (Maja
Schneider, Archiv der Lippischen Landeskirche)
14. 15 Uhr
Diskussion und Fragen
14. 45 Uhr
Kaffeepause
15. 15 Uhr
Wie und auf welcher Quellengrundlage forschen
Familienforscher? - Podiumsdiskussion mit Vertreter des genealogischen
Arbeitskreises und einer Historikerin mit qualitativen Ansatz
15.15 Uhr
Einführung
15.20 Uhr
Die Forschungsweise eines Hobby-Genealogen (Wolfgang
Bechtel, Genealogischer Arbeitskreis im NHV, Lippe)
15.40 Uhr
Die Forschungsweise eines Wissenschaftlers (Dr. Georg
Fertig, Universität Münster)
16 Uhr
Fragen und Diskussion
16.30 Uhr
Schlussrunde: Kritik, Anregungen und Perspektiven (Dr.
Joergens)
Es besteht die Möglichkeit, Informationsmaterial und Publikationen
auszulegen.