[WestG] [AKT] Holocaust-Gedenktag in Witten, 27.01.2004
Rita Börste
rita.boerste at lwl.org
Mon Jan 26 11:52:30 CET 2004
Übernahme aus der "geschichtskultur-ruhr - Mailingliste"
Von: "gk-mail (Abeck)" <mailing at geschichtskultur-ruhr.de>
Datum: 26.01.2004, 09:26
AKTUELL
Wittener gedenken der Opfer des Nationalsozialismus
Kranzniederlegung und Lesung aus dem Tagebuch eines Häftlings
am 27.01.2004, ab 11.00 Uhr
Auschwitz gilt im internationalen Sprachgebrauch als Synonym für
Unmenschlichkeit und die Katastrophe (Shoah) in der Menschheitsgeschichte.
Seit 1996 wird der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers
bundesweit gefeiert.
In Witten laden die Stadt, die Deutsch-Israelische Gesellschaft Witten und
der Freundeskreis der Israelfahrer e.V. am kommenden Dienstag (27.01.) ab
11 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung in die Erlöserkirche in Annen ein. Im
Anschluss daran erfolgt gegen 11.45 Uhr eine Kranzniederlegung am
ehemaligen KZ-Außenlager Buchenwald (Westfeld-/Ecke Immermannstraße).
Wittener Bürgerinnen und Bürger sowie Wittener Schulen sind herzlich
eingeladen, daran teilzunehmen. Schulklassen bittet das Stadtarchiv um
telefonische Anmeldung unter Tel. 581-2415 und 581-2416.
Für die Gedenkfeier hat das Stadtarchiv mit dem Theaterpädagogen Till
Stauffer eine szenische Lesung vorbereitet: Elisabeth Brenker und Robbin
Scharf vom Albert-Martmöller-Gymnasium (9. Klasse) sowie der Student Daniel
Mutlu werden Auszüge aus dem Tagebuch des ehemaligen KZ-Häftlings Robert
Maréchal vortragen.
Der damals 27jährige Franzose traf am 16. September 1944 mit dem ersten
Transport von 700 Häftlingen aus dem Konzentrationslager Buchenwald in
Annen ein. Seine regelmäßigen Aufzeichnungen geben tiefe Einblicke in die
Lagerverhältnisse. Eine historische Quelle von sehr hohem Wert: "Derartige
Überlebenszeugnisse sind nur selten erhalten", weiß die Leiterin des
Wittener Stadtarchivs, Dr. Martina Kliner-Fruck. Der Historiker Klaus
Völkel war in den 1990er Jahren über die Witwe Maréchals an die Dokumente
gelangt, als er im Auftrag der Stadt Witten die Geschichte des
KZ-Außenlagers erforschte. Dadurch war es mittlerweile möglich, für das
Stadtarchiv eine Kopie anzufertigen und den Text zu übersetzen.
"Die Lesung zur Gedenkfeier ist der erste Schritt zur Entwicklung eines
Theaterstücks, das im nächsten Jahr mit Unterstützung von Wittener
Künstlern und Sponsoren und in Zusammenarbeit mit Schulen vom Stadtarchiv
entwickelt werden soll", kündigt die Leiterin des Wittener Stadtarchivs,
Dr. Martina Kliner-Fruck an.
Historisch Interessierte weist das Stadtarchiv noch auf die
Veröffentlichung von Manfred Grieger und Klaus Völkel hin. Ihr gemeinsames
Werk "Das Außenlager Annener Gußstahlwerk (AGW) des Konzentrationslagers
Buchenwald September 1944 - April 1945" ist für zehn Euro beim Stadtarchiv,
Herbeder Straße 43, erhältlich.
Das Wittener Programm zum Holocaust-Gedenktag
11:00 Uhr:
Begrüßung durch Pfarrer Claus Humbert in der Erlöserkirche
ca. 11:05:
Begrüßung durch Bürgermeister Klaus Lohmann
ca. 11:10:
Szenische Lesung aus dem Tagebuch des Robert Maréchal durch Elisabeth
Brenker, Robbin Scharf, Daniel Mutlu, begleitet von Till Stauffer
ca. 11:40:
Gemeinsamer Gang zur Restfläche des KZ-Außenlagers Buchenwald
ca. 11:45:
Kranzniederlegung durch Bürgermeister Klaus Lohmann und Karlheinz Dressel
(Freundeskreis der Israelfahrer), Pfarrer Claus Humbert u. a.
INFO
Hannelore Weitkus
Tel. 02302/581-2416
Stadtarchiv
Herbeder Str. 43
58449 Witten