[WestG]
[DID] Projekt: Geschichte des Gymnasialunterrichts (MS, SO, ST)
Marcus Weidner
Marcus.Weidner at lwl.org
Mit Jan 7 08:16:15 CET 2004
Von: "upm - Mediendienst der Universitaet Muenster", <pressestelle at uni-muenster.de>
Datum: 06.01.2004, 09:30
DIDAKTIK / PROJEKT
Geschichte des Gymnasialunterrichts
Untersucht werden Schulen in Münster, Soest und Steinfurt
Die Anfänge und Grundlagen der modernen Pädagogik im 17.
Jahrhundert werden am Institut für Schulpädagogik und Allgemeine
Didaktik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im
Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
finanzierten Forschungsprojekts untersucht. Zu diesem Zweck werden
drei westfälische Gymnasien genauer betrachtet, darunter das
Münsteraner Gymnasium Paulinum. Die Lehr- und Lerngeschichte dieser
Schule ist, was den fraglichen Untersuchungszeitraum betrifft, noch
kaum erforscht.
Neben dem katholischen Gymnasiums Paulinum wird die Lehr- und
Lerngestalt des lutherischen Archigymnasiums in Soest und des
calvinistischen Arnoldinums in Steinfurt konfessionell vergleichend
untersucht. Die bislang in der Forschung zumeist vertretene
Auffassung, die humanistische Bildungsvorstellung mit ihrer
Wertschätzung des Rhetorischen und der praktisch-politischen
Lebensführung habe sich in dem ganzen Untersuchungszeitraum
durchgehalten, wird von den Projektleitern Prof. Dr. Stephanie
Hellekamps (Universität Münster) und Privatdozent Dr. Hans-Ulrich
Musolff (Universität Bielefeld) bestritten. Den Anstoß dazu gab
die neuere These von der Wiederkehr der Metaphysik.
Demgemäss soll in dem Projekt erwiesen werden, dass die
theoretischen Lehr- und Lerninhalte wiederkehren: Logik, Physik,
Metaphysik. Es wird gefragt, inwiefern diesen Inhalten eine
allgemeinbildende Bedeutung zukommt. Konfessionsspezifische und
konfessionsübergreifende Gewichtungen werden bestimmt. Um sich der
Schülerperspektive und dem wirklichen Lernen anzunähern, soll
insbesondere die Quellengattung der gedruckten "Theses" systematisch
erschlossen werden. Die öffentliche Disputation solcher Thesen durch
"Respondenten" (ein oder mehrere Schüler) unter dem Vorsitz eines
"Praeses" (zumeist der Lehrer der entsprechenden Klasse) stellte einen
wichtigen Bestandteil des Unterrichts dar. Die Forscher
berücksichtigen bei ihrer Interpretation auch die nachgewiesenen
einschlägigen Buchbestände der jeweiligen Schulbibliotheken. In
sozialgeschichtlicher Perspektive werden auch Biographien der an den
Disputationen beteiligten Schüler und Lehrer der drei Gymnasien
rekonstruiert.
INFO
Institut für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik
(http://egora.uni-muenster.de/ew/ew_personen/hellekamps.shtml)