[WestG] [AUS] Stadtmuseum Muenster praesentiert Fotopionier F. Hundt

Rita Börste rita.boerste at lwl.org
Mon Okt 20 15:26:40 CEST 2003


Von: "Ingrid Fisch", FischI at stadt-muenster.de 
Datum: 20.10.2003, 12:42

AUSSTELLUNG

Friedrich Hundt - Ein münsterischer Fotopionier
Eine neue Präsentation im Stadtmuseum Münster

Nicht einmal ein Jahr nachdem 1839 in Paris die Erfindung der Fotografie durch Jacques Louis Daguerre bekannt gemacht worden war, fertigte der Münsteraner Friedrich Hundt ebenfalls Aufnahmen in diesem bahnbrechenden Verfahren an. Nur wenige Monate später als in den deutschen Metropolen Berlin, Frankfurt oder München begann damit auch in Münster der Siegeszug der Fotografie. 

Auf welchen Wegen der gelernte Knopfmacher dazu kam, sich der ebenso aufwändigen wie teuren Fotografie zuzuwenden, ist nicht bekannt. 1887 verstarb er in Münster als geachteter und wohlhabender Bürger, der das angesehenste Fotoatelier der Stadt betrieb. Im Mai 1840 stellte Hundt erstmals seine nach der neuen Erfindung angefertigte Lichtbilder auf versilberten Metallplatten aus.

Besonders Menschen ließen sich nur schwer im Bild festhalten, denn ohne Blitzgerät mussten die Porträtierten sehr lang möglichst unbewegt in Richtung Kamera blicken. Bereits 1842 verfügte Hundt über ein verglastes Atelier, das aufgrund der Helligkeit kürzere Belichtungszeiten ermöglichte und in dem er bevorzugt Personen fotografierte. Jeder, der es sich leisten konnte, ließ sich nun von Hundt in einer Daguerreotypie verewigen. 

Seit Ende der 1840er Jahre begann Friedrich Hundt auch mit dem Verfahren der Negativ-Positiv-Fotografie auf Papier zu experimentieren. Gegenüber den Daguerreotypien, die Unikate waren, hatte dieses Verfahren vor allem den Vorteil, dass von der Aufnahme Kopien in beliebiger Anzahl hergestellt werden konnten.

1851 erhielt Hundt auf der ersten Weltausstellung in London den ersten Preis für Fotografie für eine Papiermontage, die ebenfalls in der Präsentation zu sehen ist. In den folgenden Jahrzehnten nahm das Atelier Hundts einen stetigen Aufschwung. Auch wenn sein Name bald nach seinem Tod in Vergessenheit geriet, hat er sich vor allem durch seine über das übliche Maß weit hinaus gehenden künstlerischen Aufnahmen einen bedeutenden Platz unter den Fotopionieren Westfalens gesichert.

Die in einer Auswahl gezeigten 10 Daguerreotypien und 19 Papierabzüge stammen aus dem persönlichen Nachlass des Fotografen. Sie zeigen einen persönlichen Blick auf das Leben des Fotopioniers: Ansichten der Stadt Münster, die Fotomontage "Die Schachspieler", für die Hundt auf der Weltausstellung 1851 in London ausgezeichnet wurde und dessen erste Fassung in die Königliche Sammlung in England überging, und vor allen Dingen eine große Anzahl von Familienporträts. Gerade in den Kinderbildnissen seiner Enkel wird das Können Friedrich Hundts deutlich. Die Arbeiten sollen als Dauerleihgabe aus Privatbesitz vom kommenden Jahr an dauerhaft in die Sammlung des Stadtmuseums integriert werden.


INFO

Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
48143 Münster
Tel. 0251/492-4503
eMail: museum at stadt-muenster.de 

Öffnungszeiten:
Di. - Fr. 10 - 18 Uhr
Sa. u. So. 11 - 18 Uhr
Mo. geschlossen

Der Eintritt ist frei.

Kontakt:
Ingrid Fisch
Stadtmuseum Münster
Salzstraße 28
D-48143 Münster
Telefon: +49 (0)251/492-4513
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