[WestG] [AUS] Begleitprogramm, "Verbrechen der Wehrmacht", Dortmund
Marcus Weidner
m.weidner at lwl.org
Mit Jul 16 13:13:46 CEST 2003
Übernahme aus der E-Mailing-Liste "Geschichtskultur-Ruhr"
Hrsg: Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher
Redaktion: Susanne Abeck, Franz-Josef Jelich
Email: geschichtskultur at hclist.de
Internet: www.geschichtskultur-ruhr.de
Von: mailing at geschichtskultur-ruhr.de
Datum: 16.07.2003, 12:07
Begleitprogramm zur Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des
Vernichtungskrieges 1941-1944"* in Dortmund
Der seit Januar 2002 existierende Initiativkreis Wehrmachtsausstellung
Dortmund hat in Zusamenarbeit mit weiteren Gruppen und Organiationen ein
vielfältiges Programm zusammengestellt. Es soll die Besucher über den Gang
zum Museum hinaus begleiten. Vorträge, Diskussionen, Lesungen,
Filmvorführungen, musikalische Darbietungen u.a. sollen dazu beitragen,
sich umfangreich über die Kriegsverbrechen zu informieren.
Ausstellung und Programmangebot richten sich an die ganze Region.
In Dortmund ist die Ausstellung vom 19. September bis 2. November 2003 zu
sehen, veranstaltet von dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund
und dem Initiativkreis Wehrmachtsausstellung Dortmund.
Die Ausstellung dokumentiert auf der Grundlage des damals geltenden Kriegs-
und Völkerrechts die Beteiligung der Wehrmacht an den im Zweiten Weltkrieg
verübten Verbrechen. Am Beispiel der Kriegsschauplätze in Ost- und
Südosteuropa verweist sie auf sechs Dimensionen des Vernichtungskrieges:
Völkermord an den sowjetischen Juden, Massensterben der sowjetischen
Kriegsgefangenen, Ernährungskrieg, Deportationen und Zwangsarbeit,
Partisanenkrieg, Repressalien und Geiselerschießungen. Anhand dieser
Dimensionen des Vernichtungskrieges wird die teils aktive, teils passive
Mitwirkung der Wehrmacht an den verübten Verbrechen deutlich.
Die bisherige Forschung lässt jedoch keine Aussagen über die Anzahl der an diesen
Verbrechen beteiligten deutschen Soldaten und Offiziere zu.
Gleichwohl zeigt die Ausstellung auch das konkrete Verhalten und die
Handlungsspielräume einzelner Personen. Ihre individuellen Geschichten
machen deutlich, dass der Vernichtungskrieg kein Ort abstrakter Dynamik,
sondern gestaffelter Entscheidungen und persönlicher Verantwortlichkeiten
war. Befehl war nicht gleich Befehl. Befehlssituationen eröffneten
Handlungsmöglichkeiten, die nach verschiedenen Seiten hin genutzt werden
konnten.
Die 96seitige Broschüre liegt kostenfrei im Museum für Kunst und
Kulturgeschichte aus (Hansastraße 3, Dortmund).
Einzelexemplare können bei Klaus Commer, Pressestelle der Universität
Dortmund, erfragt werden: WAinDO at web.de