[WestG] [AKT] Vortrag: Beginen, Wilhelmiten, Kapuziner und Johanniter im Raum Borken, 28.11.2024

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Di Nov 19 17:37:10 CET 2024


Von: "Fasse, Dr.Norbert" <fasse at ads.lwl.org>
Datum: 18.11.2024, 13:41


AKTUELLES
 	
Beginen, Wilhelmiten, Kapuziner und Johanniter im Raum Borken. 
Die Beiträge klösterlicher Gemeinschaften für die karitative Versorgung und kulturelle Entwicklung im Mittelalter

Anknüpfend an seinen Vortrag über die frühe Kirchengeschichte beschreibt der Historiker Dr. Werner Frese die Rolle der klösterlichen Gemeinschaften. Bereits gegen Ende des 14. Jahrhunderts bestand in Borken eine kleine häusliche Gemeinschaft sogenannter Beginen, eine für mittelalterliche Verhältnisse unkonventionelle Lebensform unverheirateter Frauen, die ohne bindendes Gelübde, jedoch nach den Regeln der Armut, der Keuschheit und des regelmäßigen Gebetes lebten und Kranke, Arme und Sterbende betreuten. Um 1400 wurde daraus das erste Schwesternhaus innerhalb der Diözese Münster, das Schwesternhaus Marienbrink, das sich erst 1476 der Augustinerregel und den Bedingungen klösterlichen Lebens unterwarf. 
Deutlich früher, im Jahr 1220, war „in einer verlassenen und öden“ Gegend nahe einer kleinen bäuerlichen Siedlung das Kloster Burlo gegründet worden, das im deutsch-niederländischen Grenzraum in den folgenden Jahrhunderten eine bedeutende Rolle spielen sollte. 1263 wurde in Borken auch eine Niederlassung des Johanniterordens gestiftet, auf die die Johanniskirche zurückgeht. Während des Dreißigjährigen Kriegs ließen sich im Zuge der Gegenreformation auf Betreiben des münsterschen Bischofs auch die Kapuziner nieder. Eine für die Stadtgesellschaft wichtige sozialkaritative Rolle spielte schließlich das 1333 gegründete Armenstift zum Heiligen Geist, für das die Hl.-Geist-Kirche und direkt dahinter zwei Armenhäuser errichtet wurden. Wie der Magistrat, das städtische Schöffenkollegium, die vermögende Bürgerschaft und die kirchlichen Stellen auf diesem Gebiet zusammenwirken, ist in mancher Hinsicht charakteristisch für das Funktionieren einer Stadtgesellschaft im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit.

Dr. Werner Frese war bis zu seiner Pensionierung als Oberarchivrat im Archivamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe für die Betreuung westfälischer Adelsarchive und für die Beratung der Kommunalarchive in den Kreisen Borken und Coesfeld verantwortlich. Er hat selbst Stadtgeschichten von Telgte, Rhede und Olfen herausgegeben und das umfangreiche Tagebuch des Scholasters und Regionalhistorikers Jodocus Hermann Nünning aus den Jahren 1707–1748 veröffentlicht. Für eine neue, dreibändige Geschichte der Stadt Borken, die ab dem Spätsommer 2025 erscheinen soll, schreibt er über die mittelalterliche Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte. 


INFO

Forum für Stadt- und Kulturgeschichte
Ort: Stadtarchiv Borken, Raum Zwölf26, Im Piepershagen 17, 46325 Borken
Datum: 28.11.2024, 19:30 Uhr
Anmeldung: online oder per Mail 
Preis: 6,00 €
Kontakt: stadtarchiv at borken.de
URL www.vhs.borken.de



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