[WestG] [AKT] Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter Februar 2023

Hanke, Enrique Enrique.Hanke at lwl.org
Do Feb 16 15:47:59 CET 2023


Von: "Stadt Münster" <noreplyvth at stadt-muenster.de>
Datum: 16.02.2023, 13:41


AKTUELL

Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter

Themen des Newsletters Februar 2023


Neuigkeiten 

- Am Rosenmontag bleibt die Ausstellung geschlossen

Ausblick 

- Gallery Walk "Den Tätern auf der Spur"
- Zwischen Selbstbehauptung, Verelendung und Gewalt
- Kostenlose Führung durch die Dauerausstellung
- Der Weg in den Verschwörungsglauben

Rückblick 

- Ein Blick in die Sammlung ...
- Erzähl mal...Spurensuche zur NS-Familiengeschichte
- Besuch der Landtagsabgeordneten Dorothea Deppermann
- Persönliche Erinnerungen an die jüdische Familie Gumprich

Guten Tag!

Es liegen einige ereignisreiche Wochen mit spannenden Gesprächen und besonderen Gästen hinter uns: Am Holocaust-Gedenktag gedachten nicht nur die Mitarbeitenden des Geschichtsortes, sondern auch die Münsteraner Schüler*innen in einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung den Verfolgten des NS-Regimes. Wir bedanken uns bei allen Schüler*innen sowie allen weiteren Münsteraner*innen, die sich an den (digitalen) Gedenkaktionen beteiligt haben!

Am 8. Februar gab es gleich zwei Veranstaltungen zum Umgang mit NS-Familiengeschichte(n): In der Yad Vashem Lecture sprachen Lehrer*innen über die Geschichten, die in den eigenen Familien kursierten, und wie sie solche biographischen Zugänge auch im Unterricht verwenden können. Am Abend fand dann die öffentliche Lesung mit Jennifer Teege statt, die in einem mehr als gut gefüllten Hörsaal die eigene Familiengeschichte und den Umgang mit dieser thematisierte.

Was uns darüber hinaus noch in den letzten Wochen im Geschichtsort beschäftigt hat, können Sie im Folgenden sehen. Ich wünsche Ihnen viele Erkenntnisse bei der Lektüre unseres Newsletters!


Neuigkeiten 
	
Am Rosenmontag bleibt die Ausstellung geschlossen 

Am Rosenmontag, den 20. Februar, bleibt unsere Dauerausstellung "Geschichte - Gewalt - Gewissen" geschlossen. Ab Mittwoch, 22. Februar, ist sie wieder regulär geöffnet.


Ausblick 

Gallery Walk "Den Tätern auf der Spur" 

Kein anderer Ort steht im öffentlichen Gedächtnis so sehr für den Völkermord an den europäischen Jüdinnen*Juden wie das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz im Süden Polens. Aber haben Sie von Orten wie Józefów, Majdanek oder Zamość gehört? Auch bei diesen handelt es sich um Tatorte des Holocaust. Es sind Orte, an denen gewöhnliche deutsche Polizisten zu Mördern wurden. In der deutschen Erinnerungskultur sind diese Verbrechenskomplexe jedoch nur unzureichend verankert. Der Gallery Walk verfolgt daher die Spuren der Verbrechen von Ordnungspolizisten. Zurzeit ist der Gallery Walk wegen der Renovierung des Außenzauns abgehängt, aber danach wird er bis zum 11. Mai rund um die Uhr am Zaun der Villa ten Hompel zu sehen sein.

Mehr zum Gallery Walk <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-februar-2023?mid=2919&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=1>

 
Zwischen Selbstbehauptung, Verelendung und Gewalt 

Weit mehr als 1.000 Ghettos richteten die Na tionalsozialisten - meist im Osten Europas - ein, in denen sie die jüdische Bevölkerung zusammen pferchten. Die Bevölkerungsdichte war um ein Vielfaches zu hoch, die Lebensbedingungen ka tastrophal: Zwangsarbeit, Hunger, medizinische Unterversorgung und die Willkür der Bewacher bestimmten den Alltag. In ihrem Vortrag am Mittwoch, 22. Februar, um 19 Uhr in der Villa ten Hompel gibt Prof. Dr. Andrea Löw einen Überblick über das Leben in den nationalsozialistischen Ghettos bis zu ihrer schrittweisen Auflösung ab 1942.

Mehr zum Mittwochsgespräch mit Andrea Löw <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-februar-2023?mid=2919&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=2>


Kostenlose Führung durch die Dauerausstellung 

Gewalt hat die Geschichte der Villa ten Hompel geprägt. Hier standen die Schreibtische jener NS-Beamten, die Polizisten ins besetzte Europa abkommandierten - zur Teilnahme an Massenmorden an Jüdinnen*Juden, Sinti*zze und Rom*nja. Hier standen die Schreibtische jener Nachkriegsbeamten, die nationalsozialistische Gewalt taten untersuchten und zugefügtes Unrecht wieder gutmachen sollten. Diese Geschichte kann in einer öffentlichen Führung am 26. Februar um 15 Uhr gemeinsam erkundet werden.

Mehr zur öffentlichen Führung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-februar-2023?mid=2919&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=3>


Der Weg in den Verschwörungsglauben 

Der Glaube an geheime Mächte ist kein neues Phänomen - ein historischer Blick zeigt, welche zerstörerischen Folgen das Propagieren von Verschwörungserzählungen haben kann. Umso essenzieller ist es, die psychologischen Mechanismen hinter dem Verschwörungsglauben zu verstehen. Jana Schneider stellt in einem Vortrag am Donnerstag, 9. März, um 19 Uhr in der Villa ten Hompel die Merkmale und Funktionen von Verschwörungserzählungen dar und gibt Handlungs- und Gesprächstipps für den Umgang mit verschwörungsgläubigen Personen.

Mehr zum Forum am Donnerstag mit Jana Schneider <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-februar-2023?mid=2919&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=4>


Rückblick 

Ein Blick in die Sammlung ... 

Unser Fundstück des Monats Februar kann als Sinnbild dieser Entnazifizierung der öffentlichen Infrastruktur gesehen werden: Es handelt sich um ein Glasschild mit der Beschriftung "Verkehrslokal NSDAP". Solche "Verkehrslokale" waren Gaststätten, deren Wirtsleute und Stammpublikum in der Regel Parteimitglieder waren. Die rechte Seite des Schilds ist vollständig erhalten, auf der linken Seite jedoch wurde das Hakenkreuz teilweise abgebrochen.

Mehr zum Fundstück des Monats Februar <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-februar-2023?mid=2919&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=5>


Erzähl mal...Spurensuche zur NS-Familiengeschichte 

Als Mitarbeitende in einem Täterort, wie die Villa ten Hompel es war, setzt man sich in Thementagen, Führungen, Publikationen oder Vorträgen ständig mit den Biographien der ebendort arbeitenden Täter auseinander. Dabei stellte sich jedoch die Frage: Was ist eigentlich mit den Geschichten in der eigenen Familie? Deswegen haben Mitarbeitende der Villa ten Hompel das Projekt "Erzähl mal.Spurensuche zur NS-Familiengeschichte" ins Leben gerufen. Die Ergebnisse ihrer Recherchen stellen sie hier vor - und laden alle Besucher*innen zu eigenen Recherchen zur NS-Familiengeschichte ein.

Mehr zum Projekt "Erzähl mal..." <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-februar-2023?mid=2919&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=6>


Besuch der Landtagsabgeordneten Dorothea Deppermann 

Diese Woche hatten wir die Münsteraner Landtagsabgeordnete Dorothea Deppermann von den Grünen und ihr Team zu Gast. Dass sie sich besonders für die Villa ten Hompel als Weiterbildungsort der Polizei interessierte, liegt nahe: Sie ist nicht nur Mitglied des Innenausschusses, sondern auch Sprecherin für Demokratie und Verfassungsschutz und ehemalige Beschäftigte in der Polizeiverwaltung. Deswegen war für die Klausurtagung des Teams auch ein Besuch in der ,Villa' angedacht.

Mehr zum Besuch von Dorothea Deppermann <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-februar-2023?mid=2919&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=7>


Persönliche Erinnerungen an die jüdische Familie Gumprich 

Nahe des Holocaust-Gedenktages gab es spannende Gelegenheiten zum Gespräch in der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef Kinderhaus: Das Thema und der Film des Seniorennachmittags "Zwischen Hoffen und Bangen - jüdische Schicksale in der NS Zeit" stießen auf ein sehr großes Interesse. Sie zogen viele Zuhörerinnen und Zuhörer an. Die Gäste kamen z.T. sogar aus benachbarten Gemeinden und Orten - so wie Maria Lemper, eine Zeitzeugin, die die jüdische Getreidehändler-Familie Gumprich, um die es thematisch ging, noch kennen gelernt hatte.

Mehr zur Filmvorführung mit Diskussion <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-februar-2023?mid=2919&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=8>

Herzlichen Dank für Ihre Lektüre des Newsletters! Der nächste Newsletter erscheint Mitte März 2023.


INFO

Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unser Homepage www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel, auf Facebook www.facebook.com/villatenhompel, auf unserem YouTube-Kanal www.youtube.com/channel/UCFvRjz6UPpHIkFUMHCbJ5MQ, auf Instagram www.instagram.com/villatenhompel sowie auf Twitter twitter.com/ten_hompel und TikTok https://www.tiktok.com/@villatenhompel.
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Annina Hofferberth
Stadt Münster, Geschichtsort Villa ten Hompel 
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster


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