[WestG] [AKT] LWL praesentiert Wort des Monats - "Pielepogge" - zwischen Ente und Frosch
Hanke, Enrique
Enrique.Hanke at lwl.org
Do Apr 27 08:36:55 CEST 2023
Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org>
Datum: 24.04.2023
AKTUELL
LWL präsentiert Wort des Monats - "Pielepogge" - zwischen Ente und Frosch
Wenn Kinder nach "Pielepoggen" keschern, sind sie in Westfalen, vor allem zwischen Warendorf, Gütersloh, Herford und Stemmwede, auf der Suche nach Kaulquappen. Woher das Wort des Monats April kommt, wissen die Sprachwissenschaftler:innen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).
"Der zweite Bestandteil des Wortes ist Pogge, also der Frosch - die Verkleinerungsform 'Pöggsken' ist durch das Gedicht des Mundartenschriftstellers Augustin Wibbelt sehr bekannt geworden", erklärt Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL. Der erste Bestandteil "piele" ist vielen als Lockruf für Enten und Gänse bekannt. Daraus entstanden sind auch kosende Wortbildungen wie "Pielant", für die Ente, oder "Pielegaus" für die Gans. Sie gehören insbesondere der Kindersprache an. "Auch wenn Kaulquappen nicht mit 'piele' angelockt werden, ist dieses Muster dann auf Froschlarven übertragen worden", so Denkler.
Verbreitet sind auch Lautvarianten wie "Pielpoch", "Puipoggen" oder "Pillerpobben".
Das Plattdeutsche kennt neben "piele" übrigens noch einige weitere Lockrufe für Tiere.
Hier ein kleines Glossar:
für Enten und Gänse: gack, niep, piele
für Fohlen: hiss
für Hühner, besonders Küken: kluck, putt, tick, tuck
für Katzen: mies, munz
für Rinder, besonders Kälber: kiss, nüss
für Schafe und Ziegen: zuck
für Schweine, besonders Ferkel: fick, kipp, mutt, püss
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