[WestG] [AKT] Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter Oktober 2022

Hanke, Enrique Enrique.Hanke at lwl.org
Mo Okt 17 09:46:20 CEST 2022


Von: "Stadt Münster" <noreplyvth at stadt-muenster.de>
Datum: 17.10.2022, 09:30


AKTUELL

Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter

Themen des Newsletters Oktober 2022


Ausblick 

- Stepan Bandera und die Organisation Ukrainischer Nationalisten
- Rund um die Villa
- Begeistert, skeptisch, eigensinnig
- Öffentliche Führung
- Erzähl mir nix - Verschwörungsmythen
- Eine Einführung in die Geschichte der russisch-ukrainischen Beziehungen

Rückblick 

- "Remembering Westerbork"
- "Das geht mich ja was an!" on tour in der Hauptstadt
- Ein Blick in die Sammlung...

Guten Tag!

Draußen ist es schon spürbar kälter geworden, auch wenn wir noch Glück mit einigen Sonnentagen hatten. Doch mit dem Herbsteinbruch starten wir in der "Villa" mit unseren Veranstaltungen durch: Ab nächster Woche geht es los mit dem ersten Vortrag des Halbjahrs, dicht gefolgt von weiteren öffentlichen Führungen und Foren am Donnerstag, die auch Blicke über die deutschen Grenzen hinaus ermöglichen. Was uns und Sie inner- wie außerhalb der Villa erwartet und was uns noch die letzten Wochen beschäftigt hat, lesen Sie im Folgenden.

Ich wünsche Ihnen viele interessante Erkenntnisse und Entdeckungen bei der Lektüre unseres Newsletters!


Ausblick 
	
Stepan Bandera und die Organisation Ukrainischer Nationalisten 

Stepan Bandera war der wichtigste Führer der Organisation Ukrainischer Nationalisten, obwohl er viele Jahre im Gefängnis saß. Er ist zum Symbol des Freiheitskampfes und Massenverbrechen geworden. Da er ein Drittel seines Lebens in Deutschland verbrachte und sein Grab auf dem Münchener Waldfriedhof liegt, ist er auch zu einem zentralen Bestandteil der deutschen Geschichte geworden. Daher stellt der Historiker Dr. Grzegorz Rossoliński-Liebe (Berlin) am Montag, den 17. Oktober, um 19 Uhr den Lebensweg Stepan Banderas vor. Er berichtet darüber, wie Bandera die Organisation Ukrainischer Nationalisten radikalisierte, den ukrainischen Faschismus mitkonzipierte, wie eine faschistische Ukraine in Hitlers Europa funktionieren sollte und wie ukrainische Nationalisten im Zweiten Weltkrieg Massenverbrechen begingen.

Mehr Informationen zu diesem Forum am Montag <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-oktober-2022?mid=2781&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=1> 


Rund um die Villa 

Wer authentische Spuren aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs finden möchte, muss hierfür nicht zu Museen in Berlin oder München reisen. Schon bei einem Spaziergang vor der eigenen Haustür lassen sich diese finden - beispielsweise am Sonntag, den 23. Oktober oder am Sonntag, den 6. November, beide um 14 Uhr! Vom Ausgangspunkt, der Villa ten Hompel, führt die Historikerin Michaela Kipp zu bekannten und weniger bekannten Orten im Erpho- und Mauritzviertel, zeigt Orte der ehemaligen NS-Dienststellen als auch der Verfolgung.

Treffpunkt vor der Villa ten Hompel, zurzeit. keine Anmeldung erforderlich. Dauer ca. 2 Stunden.

Mehr Informationen zum historischen Stadtteilspaziergang im Oktober <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-oktober-2022?mid=2781&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=2>  und im November <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-oktober-2022?mid=2781&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=3> 


Begeistert, skeptisch, eigensinnig 

Reichsparteitage, Erntedankfest, 1. Mai, "Führergeburtstag" - das nationalsozialistische Regime inszenierte eine ganze Reihe großer und kleinerer Feste, deutschlandweit und über das ganze Jahr verteilt. Fotos und Filmaufnahmen von den großen durchchoreografiert erscheinenden Massenveranstaltungen haben viele Forschende dazu veranlasst, eine stark mobilisierende, gar berauschende Wirkung auf die Anwesenden anzunehmen. Am Donnerstag, den 27. Oktober, um 19 Uhr zeichnet Annina Hofferberth auf Basis von Tagebüchern und Briefen nach, wie vielfältig die Sicht auf die Inszenierungen der NSDAP ausfallen konnte.

Mehr Informationen zu diesem Forum am Donnerstag <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-oktober-2022?mid=2781&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=4> 


Öffentliche Führung 

Regelmäßig führen Mitarbeitende der Villa ten Hompel durch die Dauerausstellung "Geschichte - Gewalt - Gewissen" - so auch am Sonntag, den 30. Oktober. Dabei werden gemeinsam die Geschichte des Hauses und der Objekte in der Ausstellung erkundet.

Die Führung beginnt um 15 Uhr und dauert ca. eine Stunde. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen zur Führung und zu den Corona-Schutzmaßnahmen <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-oktober-2022?mid=2781&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=5> 


Erzähl mir nix - Verschwörungsmythen 

Verschwörungsmythen prägen unsere Gesellschaften bereits seit Jahrhunderten. In den letzten Jahren haben sie allerdings spürbar neuen Auftrieb erhalten. Das Projekt "Erzähl mir nix" des Jüdischen Museums Westfalen (Dorsten) thematisiert daher Verschwörungserzählungen in Geschichte und Gegenwart. Die dazugehörige Yad Vashem Lecture findet am 2. November und 7. Dezember von 13 bis 17 Uhr statt und richtet sich an Lehrende aller Schulformen und an Mitarbeitende in Bildungseinrchtungen.

Mehr Informationen zu dieser Yad Vashem Lecture <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-oktober-2022?mid=2781&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=6> 

	
Eine Einführung in die Geschichte der russisch-ukrainischen Beziehungen 

Wladimir Putin griff für die Rechtfertigung seines Angriffskriegs auf ein Narrativ zurück, nach dem die Ukraine schon immer ein Teil Russlands gewesen sei. Diese Erzählung hat Wurzeln, die bis ins 17. Jahrhundert reichen. Die Historikerin Prof. Ricarda Vulpius (Münster) beleuchtet am Donnerstag, den 10. November, um 19 Uhr die Entstehungsgeschichte des Narrativs und gibt eine Einführung in die russisch-ukrainischen Beziehungen von der frühen Neuzeit bis heute.

Mehr Informationen zu diesem Forum am Donnerstag <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-oktober-2022?mid=2781&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=7> 


Rückblick 

"Remembering Westerbork" 

Viele zentrale Orte des Holocaust, Konzentrations- und Vernichtungslager befanden sich im Osten Europas. Aber auch bei einem Blick in die ehemaligen besetzten Länder im Westen Europas deuten sich die Ausmaße der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik an. In die Niederlande flohen beispielsweise nicht nur zwischen 20.000 und 30.000 Menschen vor der Nazidiktatur; von dort wurden auch innerhalb von zwei Jahren circa 107.000 Menschen in die Lager in Osteuropa transportiert. 102.000 von ihnen wurden ermordet. Deswegen fuhren unsere Teamerinnen und Teamer in der diesjährigen zentralen Arbeitstagung der Villa ten Hompel und des Franz-Hitze-Hauses in die Niederlande.

Mehr zur zentralen Teamendentagung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-oktober-2022?mid=2781&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=8> 


"Das geht mich ja was an!" on tour in der Hauptstadt 

Auf Einladung des Fördergebers, der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), nahmen Projektleiter Peter Römer und der kommissarische Leiter Thomas Köhler an einem Vernetzungstreffen der Bildungsagenda "NS-Unrecht" teil, die auch durch das Bundesministerium der Finanzen gefördert wird. Sie stellten die entwickelten Formate und Module der Seminare des Geschichtsortes mit Polizei- und Justizbediensteten vor, die vor allem die Gegenwartsrelevanz der NS-Vergangenheit in Exekutive und Judikative thematisieren. In einem Barcamp präsentierten Römer und Köhler innovative digitale Möglichkeiten, im Vorfeld des Besuchs des historischen Ortes mit den Seminarteilnehmenden in Kontakt zu treten, und lernten andere geförderte Projekte kennen. Das Projekt "Das geht mich ja was an!" läuft noch bis Jahresende.

	
Ein Blick in die Sammlung... 

Unser Objekt des Monats Oktober zeigt, wie wichtig es für uns als Historiker:innen ist, Legenden zu hinterfragen. Es handelt sich um eine Urkunde über den apostolischen Segen des Papstes für den ehemaligen Ordnungspolizisten Ernst Bein aus Gelsenkirchen und dessen Familie. Bein erhielt die Urkunde, die auf den 6.12.1979 datiert ist, durch einen polnischen Priester, der zu dieser Zeit in der katholischen Pfarrgemeinde in Gelsenkirchen tätig war. Nach Auskunft seines Enkels fand Bein seinen "Seelenfrieden dadurch, dass er bis zu seinem Tod 1987 fest davon überzeugt war, dass ihm der Papst persönlich seine Kriegsschuld vergeben hat." Doch die Unterschrift des Papstes stellte sich als Fälschung heraus ...

Mehr zum Objekt des Monats Oktober <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/newsletter-villa-ten-hompel-oktober-2022?mid=2781&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=9> 

Herzlichen Dank für Ihre Lektüre des Newsletters! Der nächste Newsletter erscheint Mitte November 2022.


INFO

Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unser Homepage www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel, auf Facebook www.facebook.com/villatenhompel, auf unserem YouTube-Kanal www.youtube.com/channel/UCFvRjz6UPpHIkFUMHCbJ5MQ, auf Instagram www.instagram.com/villatenhompel sowie auf Twitter twitter.com/ten_hompel und TikTok https://www.tiktok.com/@villatenhompel. Folgen Sie uns gerne - und bleiben Sie gesund!

 Annina Hofferberth
Stadt Münster, Geschichtsort Villa ten Hompel 
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster	 



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