[WestG] [AKT] Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter
Bodden, Lina
lina.bodden at lwl.org
Do Nov 18 09:23:59 CET 2021
Von: "Villa ten Hompel" <noreplyvth at stadt-muenster.de>
Datum: 11.11.2021, 13:11
AKTUELL
Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter
Themen des Newsletters November 2021
Neuigkeiten
- Die Villa ten Hompel sucht eine Archivarin/einen Archivar!
- Protest 1949 – 2020: Beitrag von Michael Sturm im neuen Sammelband der BPB
Ausblick
-"Geh-Denken": Ein Spaziergang zu Geschichts- und Erinnerungsorten an der Promenade am 14. November
- "Migrantische Stimmen zu Rassismus, rassistischer Gewalt und Gegenwehr": Online-Lesung und Podiumsgespräch
- Die Bilder sind unter uns: Das Geschäft mit der NS-Raubkunst
- Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung am 28. November
- "(Wieder)Eindeutschungsfähige" polnische Kinder aus Łódź: Die Suche nach den vermissten Kindern und die Kindersuchdienstkartei der Arolsen Archives
- Gedenken an die Deportation von Jüdinnen und Juden aus dem Münsterland
Rückblick
- Täterinnen, Verfolgte, Widerständlerinnen: Volontärstagung zu Frauen im Nationalsozialismus
Guten Tag!
Das Jahresende rückt immer näher und schon bald werden in vielen Häusern Adventskalendertüchen geöffnet. Keine Schokolade, sondern spannende Veranstaltungsangebote verbergen sich derweil hinter den Türen der Villa und ihrer Kooperationspartner: Führungen, Vorträge und Gespräche bilden den Abschluss unseres Veranstaltungsprogramms 2021 und ein Angebot, die Zeit vor den kommenden Weihnachtsmärkten im Warmen, aber nicht auf der Couch zu verbringen. Daneben bietet auch der 80. Jahrestag der ersten Deportation von jüdischen Menschen aus dem Münsterland am 13. Dezember einen Anlass und Rahmenprogramm zum Gedenken und zur Auseinandersetzung mit Geschichte.
Was uns sonst in und außerhalb der Villa ten Hompel in den letzten Wochen beschäftigt hat, lesen Sie im Folgenden.
Ich wünsche Ihnen viele Erkenntnisse bei der Lektüre unseres Newsletters!
Neuigkeiten
Die Villa ten Hompel sucht eine Archivarin/einen Archivar!
Zur systematischen Erschließung und Bewertung unserer umfangreichen Bestände und Konzeption eines didaktischen Labors suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Unterstützung in Teilzeit (19,5h/Woche). Wir freuen uns auf Bewerbungen bis zum 14. November.
Zur Stellenausschreibung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-11-1?mid=2463&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=1>
Protest 1949 – 2020: Beitrag von Michael Sturm im neuen Sammelband der BPB
1972 fand In Münster die erste Demonstration der Homosexuellenbewegung gegen die strafrechtliche Verfolgung nach §175 statt; Im Nachgang an Proteste gegen den Bau eines Atomkraftwerks in Brokdorf stärkt das Bundesverfassungsgericht 1985 im "Brokdorf-Beschluss" die Versammlungsfreiheit ...
Allein diese Beispiele machen deutlich: Protest verdeutlicht gesellschaftliche Umbrüche, verschiebt die Grenzen des Sagbaren und hat Auswirkungen auf individuelles und staatliches Handeln. Protestgeschehen in Deutschland thematisiert daher ein neuer Band der Bundeszentrale für politische Bildung mit dem Titel "Protest: Deutschland 1949 - 2020".
Die Autorinnen und Autoren greifen dabei friedliche und gewaltvolle Proteste verschiedenster Bewegungen und Individuen auf: Von Demonstrationen der Anti-AKW-, Umwelt- und Friedensbewegung über Proteste gegen Diskriminierung und Rassismus bis hin zu jüngsten Protesten der Querdenker-Bewegung. Auch Michael Sturm von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus mit Sitz in der Villa ten Hompel trug einen Beitrag über die Schwabinger Krawalle im Juni 1962 zu der Veröffentlichung bei. Lesenswert!
Zum Sammelband <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-11-1?mid=2463&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=2>
Ausblick
"Geh-Denken": Ein Spaziergang zu Geschichts- und Erinnerungsorten an der Promenade am 14. November
Aus Anlass des Volkstrauertages bietet der Geschichtsort "Villa ten Hompel" einen Spaziergang auf der Promenade zu Geschichts- und Erinnerungsorten an. Zusammen mit dem Historiker Timm C. Richter werden umstrittene und wenige bekannte Denkmäler sowie historische Spuren aus der Zeit des Nationalsozialismus aufgesucht. Die Spurensuche beginnt am 14. November um 14 Uhr an der Mensa am Aasee und endet nach ca. zwei Stunden am Zwinger. Die Teilnehmergebühr beträgt 5 Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es gelten die allgemeinen Hygieneregeln.
"Migrantische Stimmen zu Rassismus, rassistischer Gewalt und Gegenwehr": Online-Lesung und Podiumsgespräch
Zehn Jahre sind seit der Selbstenttarnung des NSU vergangen. Zehn Jahre, in denen sich rassitische Gewalt nicht selten gezeigt hat und zeigt. Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus NRW lädt daher am Dienstag, 16. November ab 19 Uhr zum Online-Gespräch mit Kemal Bozay (Professor für Sozialwissenschaften und Soziale Arbeit an der Internationalen Hochschule in Köln), Orhan Mangitay (Doktorand an der Universität zu Köln), Fonda Göçer (Lehrerin für Geschichte und Praktische Philosophie in Köln) und Serpil Güner (Masterstudentin an der Universität zu köln) über Kontinuitäten von Rassismus, nötige Konsequenzen und Handlungsstrategien zur Gegenwehr. Sie sind Mitherausgeberinnen und -herausgeber des Sammelbandes "Damit wir atmen können <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-11-1?mid=2463&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=3> ", aus dem Auschnitte vorgelesen werden sollen. Die Veranstaltung modertiert Berena Yogarajah.
Mehr zur Veranstaltung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-11-1?mid=2463&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=4>
Zum Stream <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-11-1?mid=2463&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=5>
Stefan Koldehoff
Die Bilder sind unter uns: Das Geschäft mit der NS-Raubkunst
Auch heute noch, mehr als 75 Jahre nach Ende des Krieges, suchen von den Nazis verfolgte Familien nach ihrem Eigentum. Neben Grundstücken und Immobilien handelt es sich dabei vor allem um wertvolle Kunstwerke und Kulturgüter, die ihnen gestohlen oder abgepresst wurden - oder die sie verkaufen mussten, um irgendwie noch ein Exilland zu erreichen. Viele dieser Kunstwerke befinden sich bis heute in privaten Sammlungen, aber auch in öffentlichen Museen, die sich dieses Themas erst viel zu spät angenommen haben. Der Journalist Stefan Koldehoff zeichnet den Weg der NS-Raubkunst in unserem letzten Mittwochsgespräch in diesem Jahr am 24. November ab 19 Uhr nach, benennt die Täter und beschreibt, vor welchen Problemen die Familien der NS-Opfer bis heute stehen.
Die Veranstaltung findet im Plenarsaal des LWL-Landeshauses (Freiherr-vom-Stein-Platz 1, 48145 Münster) statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Eine Teilnahme ist mit 3G-Nachweis möglich.
Mehr zur Veranstaltung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-11-1?mid=2463&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=6>
Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung am 28. November
Ein letztes Mal in diesem Jahr bietet sich die Möglichkeit, bei unserer öffentlichen Führung am Sonntag, 28. November, ab 15 Uhr einen Blick in unsere Dauerausstellung zu werfen! Die Führung dauert ca. eine Stunde. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Weitere Informationen zur Führung und zu den Corona-Schutzmaßnahmen <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-11-1?mid=2463&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=7>
Franziska Thole
"(Wieder)Eindeutschungsfähige" polnische Kinder aus Łódź: Die Suche nach den vermissten Kindern und die Kindersuchdienstkartei der Arolsen Archives
Heinrich Himmler hatte die Vorstellung, durch die "Eindeutschung" von "rassisch wertvollen" polnischen Kindern einen bedeutenden Bevölkerungszuwachs zu generieren. Tausende polnische Jungen und Mädchen wurden zu diesem Zweck gewaltsam ihrem gewohnten Umfeld entrissen, "rassenbiologisch", gesundheitlich und psychologisch überprüft und in das Deutsche Reich gebracht. Nach Kriegsende fanden sich tausende polnische Kinder unter den Displaced Persons in Deutschland wieder und wurden in der sogenannten Kindersuchdienstkartei erfasst. Am Donnerstag, 2. Dezember, ab 19 Uhr wird Franziska Thole, wissenschaftliche Volontärin in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin, ihre Masterarbeit vorstellen, in der sie einen Aktenbestand dieser Kartei der Arolsen Archives untersucht hat: Waren die dort erfassten unbegleiteten, größtenteils nicht-deutschen Kinder, im Rahmen der "Wiedereindeutschungsaktion" nach Deutschland gebracht worden? Welche Vorgehensweisen werden aus den Akten ersichtlich? Diese und weitere Fragen wird Franziska Thole im Gespräch mit Peter Römer, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Geschichtsort, beantworten.
Die Veranstaltung findet online über Zoom statt.
Mehr zur Veranstaltung und Zugangslink <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-11-1?mid=2463&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=8>
Denkmal an der Warendorfer Straße
Gedenken an die Deportation von Jüdinnen und Juden aus dem Münsterland
Zum 80. Mal jährt sich in diesem Winter die Verbringung von jüdischen Menschen aus dem Münsterland in Ghettos in Riga und Theresienstadt. Deutsche Männer, Frauen und Kinder wurden als "Jüdinnen und Juden" aus der sogenannten "Volksgemeinschaft" ausgeschlossen, deportiert und ermordet. Der erste Deportationszug verließ am 13. Dezember 1941 den Münsteraner Güterbahnhof. Mit Veranstaltungen und Aktionen soll auch in diesem Jahr im Gedenken ein Zeichen gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit gesetzt werden:
Zu einer Kundgebung und einem Schweigemarsch vom ehemaligen "Gertrudenhof" zum Ort des alten Güterbahnhofs lädt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit am Montag, 13. Dezember.
Ab dem 17. Dezember informiert die Wanderausstellung "Riga. Deportationen - Tatorte - Erinnerungskultur" des Riga-Komitees über die historischen Ereignisse, Täter und Erinnerung an die Deportationen in Deutschland und Lettland. Zur Eröffnung diskutieren Merle Teresa Kirchhoff (Co-Drehbuchautorin des Films "Masel Tov Cocktail), Mechthild Schulze Hessing (Bürgermeisterin der Stadt Borken), Martin Mustroph (Vorsitzender der CJZ) und Winfried Nachtwei (MdB a.D. und Mitinitiator des Riga-Komitees) mit Axel Doßmann (Leiter des Geschichtsortes) über die Gedenkkultur an die Deportationen.
Die Villa ten Hompel möchte die Öffentlichkeit zu einem vielfältigen Gedenken anregen.
Mehr Informationen zu den Veranstaltungen folgen in Kürze.
Rückblick
Volontärinnen und Volontäre in der Gedenkstätte Ravensbrück
Täterinnen, Verfolgte, Widerständlerinnen: Volontärstagung zu Frauen im Nationalsozialismus
"Ganz normale Männer" - täglich rekonstruieren Mitarbeitende der Villa ten Hompel die Bilder von Tätern. Von Polizisten, die gleichzeitig liebende Väter und Mörder sein konnten. Dass gleichermaßen "ganz normale Frauen" zu Täterinnen werden konnten, zeigen Orte wie das Konzentrationslager Ravensbrück. Zwischen 1939 und 1945 waren in dem Lager in dem kleinen Ort Fürstenberg/Havel etwa 120.000 Frauen inhaftiert. Beaufsichtigt wurden sie hauptsächlich von Aufseherinnen. Über Täterinnen und weibliche Verfolgte des NS-Regimes sprachen Volontärinnen und Volontäre von Gedenk- und Erinnerungsorten aus ganz Deutschland bei einer Tagung in der Gedenkstätte Ravensbrück vom 27. Bis 29. Oktober unter dem Thema "Frauen und Nationalsozialismus". Auch unsere Volontärin Kim Sommerer nahm an der Tagung des Arbeitskreises teil.
Mehr zur Tagung <https://www.stadt-muenster.de/newsletter/villa-ten-hompel/2021-11-1?mid=2463&rid=t_82&aC=3747cc1a&jumpurl=9>
Herzlichen Dank für Ihre Lektüre des Newsletters! Der nächste Newsletter erscheint Mitte Dezember 2021.
INFO
Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unser Homepage www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel, auf Facebook www.facebook.com/villatenhompel, sowie auf Instagram www.instagram.com/villatenhompel. Folgen Sie uns gerne - und bleiben Sie gesund!
Kim Sommerer
Stadt Münster, Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster
Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 18.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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