[WestG] [AKT] Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Staedtegeschichte, 12.11.21
Bodden, Lina
lina.bodden at lwl.org
Mi Nov 10 09:01:50 CET 2021
Von: "Anja Heinz" <istg at uni-muenster.de>
Datum: 09.11.2021, 09:36
AKTUELL
Das Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte wird im Wintersemester 2021/22 wieder in Präsenz, nun aber in einem neuen Format angeboten. In drei Workshops, die jeweils von 14 bis 18:30 Uhr c.t. stattfinden, sollen einzelne Themenfelder fokussiert und intensiv besprochen werden. Wir hoffen, mit diesem Format die Diskussion und Vernetzung untereinander anzuregen, um persönliche Kontakte knüpfen und gemeinsam neue Ideen entwickeln zu können. Speziell möchten wir das Format "Junge Städteforschung" etablieren, dessen Ziel es ist, neue Forschungsgenerationen für die Städtegeschichte zu begeistern und zu fördern.
Der erste Workshop "Junge Städteforschung" findet am Freitag, 12. November in der Zeit von 14 - 18:30 Uhr c.t. im JO 101 in der Johannisstraße 4, 48143 Münster statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Wir freuen uns auf die folgenden Vorträge und die anschließende Diskussion:
Henrike Stein, M.A., Köln
"Das Physikalische Kabinett Kölns im Spiegel der Stadtgeschichte des 18. Jahrhunderts":
Im Vortrag wird das Physikalische Kabinett Kölns vorgestellt, das 1702 als naturwissenschaftliche Lehrsammlung von den ehemaligen Jesuiten im Kölner Gymnasium Tricoronatum angelegt worden ist. Die Sammlung durchlief eine wechselvolle Geschichte, die von (stadt-)historischen und politischen Umbrüchen geprägt war. Die Genese und Entwicklung der Sammlung und die praktische Anwendung im Unterricht der zur alten Kölner Universität gehörenden Lehranstalt offenbaren neue Perspektiven auf die Kölner Stadtgeschichte des 18. Jahrhunderts, die gemeinhin als konservativ gilt.
Jonas M. Albrecht, Linz
Between Moral and Market Economies. Regulating Bread in Vienna, 1775-1885.
Mit dem Kaiserlichen Patent vom 20.12.1859 wurde die Einführung der Gewerbefreiheit in der Habsburgermonarchie angekündigt. Während damit ab dem 1.6.1860 nahezu alle Gewerbe in Österreich als "frei" erklärt wurden, überließ die Abschaffung der Brotsatzung am 1.11.1860 auch die Preisgestaltung aller Bäckereiprodukte in der k.k. Haupt- und Residenzstadt der "freien Konkurrenz". Zusammenwirkend bedeuteten beide Gesetzte die drastische Abschaffung weitgehender institutioneller Regulationsmechanismen, die die Produktion und den Verkauf von Grundnahrungsmitteln in Wien über Jahrhunderte geregelt hatten. Im folgenden Vortrag werden die Auswirkungen dieser Liberalisierungswelle auf die Brotversorgung der österreichischen Hauptstadt untersucht. Das Hauptaugenmerk liegt auf der topographischen Entwicklung der Versorgungsinfrastruktur, auf der Preisgestaltung von Bäckereiprodukten und auf der Gestaltung neuer Regierungs- bzw. Regulationsmechanismen hinsichtlich eines nun "freien" Marktes.
Malgorzata Popiolek-Roßkamp, Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung in Erkner Die (Wieder)Entdeckung der Stadtgeschichte in der DDR und der BRD. Modellprojekte der Altbausanierung und ihre Auswirkung Bis in die 1960er Jahre fand das Baugeschehen im geteilten Deutschland unter den zukunftsgewandten Prämissen statt. Das Ende dieses unerschütterlichen Glaubens an den Fortschritt und an die Unendlichkeit der Ressourcen wirkte sich auch auf den Umgang mit der alten Architektur nachhaltig aus. Im Vortrag werden zwei Modellprojekte der Altbausanierung aus der DDR und der BRD vor dem Hintergrund der kulturellen und politischen Entwicklungen analysiert und ihre jeweilige Rolle in der Rückbesinnung auf die bauliche Vergangenheit der Städte skizziert.
Swenja Hoschek, M.A. Darmstadt
Selbsthilfe? Auseinandersetzungen um Partizipation in Großsiedlungen der 1970er Jahre Die in den 1960ern gebauten Großsiedlungen wurden innerhalb eines Jahrzehnts zum Symbol verfehlter Stadtplanungspolitik. Dabei wurde der Niedergang der Siedlungen zuweilen als unausweichlich und bereits durch ihre Architektur besiegelt beschrieben. Eine solche Darstellung steht allerdings im Kontrast mit der Darstellung der Bewohner*innen selbst, die nicht nur ihre Zufriedenheit mit ihren Wohnungen bekundeten, sondern zudem Einfluss auf die Ausgestaltung der Siedlung nahmen. Das Fallbeispiel eines Abenteuerspielplatzes in einer Hamburger Großsiedlung zeigt exemplarisch die Partizipationsbemühungen der Bewohner*innen und deren Aufeinandertreffen mit den zuständigen Behörden, durch die verändernde Ansprüche an Demokratisierung und Gestaltung des Wohnumfelds deutlich werden.
INFO
Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte
Datum: 12.11.2021
Uhrzeit: 14:00 - 18:30 Uhr c.t.
Ort: JO 101, Johannisstraße 4, 48143 Münster
Kontakt: istg at uni-muenster.de; Tel. 0251 8327514
URL: https://www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte/
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