[WestG] [AUS] "... nach dem noerdlichen Eismeer zu sehe ich noch eine kleine Tuer." Schiffswege Kulturschaffender ins Exil (1933 - 1941), Dorsten, 25.08.-29.11.2020

Holtrup, Sandra Sandra.Holtrup at lwl.org
Do Aug 20 08:00:19 CEST 2020


Von: "Thomas Ridder" <ridder at jmw-dorsten.de>
Datum: 18.08.2020


AUSSTELLUNG

"... nach dem nördlichen Eismeer zu sehe ich noch eine kleine Tür." Schiffswege Kulturschaffender ins Exil (1933 - 1941)

Von den Nationalsozialisten bedroht und verfolgt, mussten Tausende Kulturschaffende ihre Heimat verlassen. Dabei änderten sich die Ein- und Ausreisebestimmungen, Vorschriften für Pässe und Visa sowie Kapitaltransfers unentwegt. Im Laufe der sich zuspitzenden antijüdischen Entrechtungspolitik wurden Fluchten von 1933 bis zum Ausreiseverbot 1941, dem Beginn der lange geplanten Massendeportationen, immer schwieriger und gefahrvoller.

Flucht und Vertreibung ist das Thema der ersten großen Wechselausstellung in diesem Jahr. Coronabedingt hatte eine für den Frühsommer geplante Ausstellung abgesagt werden müssen. Die jetzige Ausstellung kann aber im vollen Umfang gezeigt werden. Auch wenn die hier thematisierten Fluchten bereits mehr als achtzig Jahre zurückliegen, hat das Thema leider nicht an Aktualität verloren. Immer noch bzw. Immer wieder müssen Künstler*innen und Schriftsteller*innen ihre Heimat verlassen, weil sie den jeweils Machthabenden nicht genehm sind.

Diese Ausstellung zeigt das Schicksal Kulturschaffender aus dem Deutschland der NS-Zeit. Anhand ausgewählter Schicksale aus den Bereichen Literatur und Bildende Kunst, darunter von Johannes Ilmari Auerbach, Georg Grosz, Mascha Kaléko, Anna Seghers, Bertolt Brecht und Tisa von der Schulenburg werden Schiffswege ins Exil illustriert: sorgfältig geplante, hastig angetretene, legale und illegale Aufbrüche Richtung Palästina, Großbritannien, Südamerika oder in die USA.

Historische Ansichtskarten der jeweiligen Schiffe, Abfahrts- und Ankunftshäfen - eine Besonderheit der Ausstellung - skizzieren die Routen ins Ungewisse, ergänzt von Kunstwerken, Romanpassagen, Gedichten und Briefzitaten, deren Motive und Themen Einblicke in das individuell Erlebte an Bord und anschließend in der Fremde gewähren.

Diese Ausstellung, kuratiert von Dr. Kristine von Soden, entstand in Anlehnung an die Ausstellung "Schiffswege von Künstlern und Literaten ins Exil (1933-1941)", die von November 2018 bis April 2019 im Kunstmuseum Ahrenshoop gezeigt wurde.


INFO

Das Jüdische Museum Westfalen freut sich, diese Ausstellung nun in Dorsten zeigen zu können. Die Ausstellung kann vom 25. August an bis zum 29. November 2020 besichtigt werden.

Die Ausstellung wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.


Ausstellung: "... nach dem nördlichen Eismeer zu sehe ich noch eine kleine Tür." Schiffswege Kulturschaffender ins Exil (1933 - 1941)
Vom 25. August bis zum 29. November 2020
Jüdisches Museum Westfalen
Julius-Ambrunn-Straße 1
46282 Dorsten

URL: www.jmw-dorsten.de 


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