[WestG] [AKT] Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter 07/2019

Holtrup, Sandra Sandra.Holtrup at lwl.org
Mi Jul 17 08:08:25 CEST 2019


Von: "Villa ten Hompel" <noreplyvth at stadt-muenster.de> 
Datum: 16.07.2019, 17:44


AKTUELL

Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter 07/2019

Themen des Newsletters 7 2019

Ausblick
- 20 Jahre Villa ten Hompel - Geburtstagsprogramm
- "Paulus van Husen und das Hitler-Attentat", Mittwochsgespräch mit Dr. M. Lütz
- Schauraum - Nacht der Museen und Galerien
- Tag des offenen Denkmals
- "100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland", Mittwochsgespräch mit Dr. Kerstin Wolff
- Theater in der Villa "Tischgespräche"
- Internationale Tagung, Münster, 29. - 31. Oktober 2019
- Nächste öffentliche Führung durch die Dauerausstellung
- Was bedeutet "Haltung zeigen?" - Tagung in Bochum

Rückblick
- Dialog der Generationen in Münster fördern
- Beeindruckendes Mittwochsgespräch zu Antisemitismus in Weimar - aktuelle Parallelen?
- "Antisemi... was?"
- Rundgang zu Münsters Denkmälern an der Promenade

Wir freuen uns, Ihnen eine Vorschau auf das Programm des 2. Halbjahres geben zu können. Ende August planen wir, das gedruckte Programm zu verschicken. Zugleich können Sie es dann auch auf unserer Homepage als pdf-Datei einsehen und herunterladen.


Ausblick

20 Jahre Villa ten Hompel - Geburtstagsprogramm

Im Dezember 1999 wurde auf Beschluss des Rates der Stadt Münster der Geschichtsort Villa ten Hompel gegründet. Die 20-jährige Wegmarke wird im 2. Halbjahr mit einem besonderen Programm gefeiert.

Auftakt ist im Rahmen der Reihe "Mittwochsgespräche" die Lesung und Buchpräsentation des Bestseller-Autors Manfred Lütz (4. September) über den Münsteraner Paulus van Husen, den Kreisauer Kreis und das Hitler-Attentat am 20. Juli 1944.

Vom 29. bis 31. Oktober treffen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zur internationalen Tagung "Ein Vierteljahrhundert nach Christopher Brownings "Ordinary men" - Perspektiven der neuen Polizei-Täterforschung und der Holocaust-Vermittlung". Prof. Dr. Christopher Browning (Chapel Hill, USA) selbst wird am 30. Oktober im Rathausfestsaal einen öffentlichen Festvortrag halten. Mehr Informationen hierzu finden Sie auf unserer Tagungs-Homepage: www.facingpoliceandholocaust.org 

Den Abschluss des Programms bildet am 15. Dezember eine Matinee in der Villa ten Hompel.
	

"Paulus van Husen und das Hitler-Attentat", Mittwochsgespräch mit Dr. M. Lütz

4. September, 19 Uhr

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem 20. Juli 1944 macht Manfred Lütz eine außergewöhnliche Entdeckung: Er findet die Autobiografie seines Großonkels Paulus van Husen und seine Beziehung zum Kreisauer Kreis. Was er darin liest, zieht ihn sofort in seinen Bann.

"75 Jahre nach der Befreiungstat vom 20. Juli 1944 wird in diesen Texten eine Zeit wieder lebendig, in der auf der einen Seite hemmungsloser Hass und Menschenverachtung die Macht ergriff, aber andererseits Menschen, die sonst unscheinbar ihrem Beruf nachgegangen wären, sich vor ihrem Gewissen aufgerufen fühlten, Widerstand zu leisten - unter Einsatz ihres Lebens." (Manfred Lütz)

Die Veranstaltung findet in den Räumen der WWU im Schloss, Hörsaal 10 statt.

Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich!

	 
Schauraum - Nacht der Museen und Galerien

Samstag, 7. September

Die Dauerausstellung "Geschichte-Gewalt-Gewissen" ist von 14 bis 24 Uhr geöffnet.

16, 18, 20 und 22 Uhr: Kostenlose öffentliche Kuratoren Führungen mit den Historikern Thomas Köhler (Mitarbeiter der VtH) und Dr. Christoph Spieker (Leiter der VtH).

Imposante Industriellenvilla aus der Weimarer Republik, Machtzentrale der uniformierten Polizei in der NS-Zeit, danach Schauplatz der Entnazifizierung von Tätern sowie der Entscheidung über Ansprüche von Opfern: Das war die Villa ten Hompel im Lauf der Geschichte.

Gewalt hat die Geschichte der Villa ten Hompel geprägt. Hier standen die Schreibtische jener NS-Beamten, die Polizisten ins besetzte Europa abkommandierten - zur Teilnahme an Massenmorden an Juden, Sinti und Roma. Hier standen die Schreibtische jener Nachkriegsbeamten, die nationalsozialistische Gewalttaten untersuchten und zugefügtes Unrecht wiedergutmachen sollten.

Gewissen bleibt eine Sache der einzelnen Person. Auch wer Gewalt auf staatliche Anordnung ausübt, muss sich fortan als Gewalttäter im Spiegel anschauen und seine Handlungen vor seinem Gewissen verantworten.


Tag des offenen Denkmals

Sonntag, 8. September

Die Dauerausstellung ist in der Zeit von 10 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet! Führungen durch die Ausstellung finden um 12, 14 und 16 Uhr mit dem Historiker Timm C. Richter statt.


"100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland", Mittwochsgespräch mit Dr. Kerstin Wolff

12. September, 19 Uhr

Auch wir wollen die Wahl haben! Der lange Weg der deutschen Frauen zum politischen Stimmrecht

Am 12. November 1918, mitten in den Wirren der Revolution, erklärte der Rat der Volksbeauftragten, dass fortan "alle Wahlen [.] nach dem gleichen, geheimen, direkten Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen" sind. Damit hatte dieses Männergremium mit einem Federstreich das Frauenwahlrecht in Deutschland eingeführt.

In ihrem Vortrag zur Geschichte des Kampfes um das Frauenstimm- und -wahlrecht in Deutschland rollt die Historikerin Kerstin Wolff den langen Kampf der deutschen Frauen um dieses Recht auf. Sie ist Historikerin und Geschäftsführerin der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel.

In Kooperation mit dem Evangelischen Forum Münster e.V. und dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte.

Die Veranstaltung wird nachgeholt, da die ursprünglich geplante Termin ausgefallen ist.


Theater in der Villa "Tischgespräche"

Donnerstag, 26. September, 19 Uhr

Hitlers Monologe über Gott und die Welt, Darsteller Andreas Breiing

Martin Bormann, Leiter der Parteikanzlei der NSDAP und Privatsekretär Hitlers, ließ zwischen Mitte 1941 und Anfang 1944 die Unterhaltungen bei Tisch in der "Wolfsschanze" mitstenografieren.

Besonderheit der Aufführung in der Villa ten Hompel ist der generationenübergreifende Dialog, der Mythen, Lügen, Legenden und Vorurteile zu demaskieren hilft. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion mit dem Darsteller und einem Mitarbeiter der Villa ten Hompel.

Aufgrund begrenzter Zahl an Plätzen wird vorab um eine Reservierung unter: Tel. 02 51/4 92-71 01 oder per Mail an tenhomp at stadt-muenster.de gebeten.

Eintritt: 10 Euro pro Person, Einlass ab 18.30 Uhr

Die nächste Vorstellung ist am 21.11.19, 19 Uhr.

	 
Internationale Tagung, Münster, 29. - 31. Oktober 2019

Holocaust-Geschichte im Gespräch: Täterforschung, Vermittlungsstrategien und Konsequenzen

Vor einem Vierteljahrhundert erschien Christoper R. Brownings wegweisendes Buch "Ordinary Men" ("Ganz normale  Männer") zum Reserve-Polizeibataillon 101, das in Deutschland auch weit über die Wissenschaft hinaus große Aufmerksamkeit und zu einem Grundimpuls für die Gründung des Geschichtsortes wurde. 

Die internationale Konferenz anlässlich 25 Jahren "Ordinary Men" und 20 Jahren Geschichtsort Villa ten Hompel will eine Zwischenbilanz und Perspektiven der künftigen Forschungs- wie Vermittlungsstrategien ausloten.

Das Veranstaltungsprogramm und alles weitere an Informationen finden Sie unter: facingpoliceandholocaust.org

Anmeldungen zur Tagung sind leider nicht mehr möglich! Die Abendveranstaltung am 30.10. im Rathausfestsaal ist öffentlich! 

		 
Nächste öffentliche Führung durch die Dauerausstellung

Sonntag, 29. September, 15 Uhr

Wie immer am letzten Sonntag des Monats haben Sie Gelegenheit, an der kostenlosen öffentlichen Führung durch unsere Dauerausstellung "Geschichte-Gewalt-Gewissen" teilzunehmen.

Anmeldung nicht erforderlich! Weitere Führungen in diesem Jahr: 27. Oktober und 30. November


Was bedeutet "Haltung zeigen?" - Tagung in Bochum

Freitag, 13. September, 13-18 Uhr, ver.di-Haus, Bochum

10. Tagung "Dagegen! Und dann.?!" zum Austausch und zur Vernetzung von Bündnissen, Engagierten und Interessierten

Viele Engagierte in der Zivilgesellschaft sind sich einig: Es gilt "Haltung zu zeigen!" - sei es gegen rechte Populisten und ihre angstschürenden Parolen, gegen "besorgte Bürger und Bürgerinnen", die bei Demonstrationen Seite an Seite mit rechten Hooligans und Neonazis auf die Straße gehen, gegen rassistische Sprüche im Alltag oder gegen die Normalisierung von Rechtsaußenpositionen in der Politik. Aber wie kann das in Anbetracht der widrigen Umstände gelingen? Und grundsätzlicher: Was bedeutet das eigentlich - "Haltung zeigen"?

Im Rahmen unserer Tagung möchte mobim jene Menschen zu Wort kommen lassen, die sich täglich, sei es in ihrem beruflichen Kontext, sei es durch ihr Engagement, damit auseinandersetzen, was es heißt sich zu positionieren. Gemeinsam mit Engagierten aus Bündnissen, Initiativen und Vereinen, aber auch aus Bildungseinrichtungen, kommunalen Gremien oder Gewerkschaften soll ausgehend von den jeweiligen Erfahrungen ein Austausch über Erfolgserlebnisse, Fallstricke, und Motivationen des Engagements stattfinden, um voneinander zu lernen.

Anmeldung unter info at mobile-beratung-nrw.de

Weitere Informationen: http://www.mobim.info/2019/07/05/13-9-19-tagung-was-bedeutet-haltung-zeigen/ 
	 


Rückblick

Dialog der Generationen in Münster fördern

Die Stiftung "Stædte für Menschen" wendet der Villa ten Hompel über ihren Förderverein Projektmittel in Höhe von 7000 Euro zu. Das gab jetzt Rüdiger Wiechers als Stiftungsvorstand in seiner Heimatstadt Münster bekannt. Er überreichte dem Leiter des Geschichtsortes, Dr. Christoph Spieker, und seinem Kollegen für die Schul- und Jugendbildung, Stefan Querl, einen entsprechenden Förderbescheid.

Ein ausführlicher Bericht zum Projekt und zur Stiftung auf www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/muenster/aktuelles/detailseite/dialog-der-generationen-in-muenster-foerdern.html 


Beeindruckendes Mittwochsgespräch zu Antisemitismus in Weimar - aktuelle Parallelen?

Zum Abschluss der Reihe Mittwochsgespräche war die renommierte Historikerin Professorin Stefanie Schüler Springorum zu Gast in der Villa ten Hompel. Die Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin zeigte vor mehr als 80 Gästen eindringlich auf, dass entgegen des allgemeinen Bildes der "Goldenen Zwanziger" Juden in Deutschland während der Weimarer Republik zunehmender Gewalt bis hin zu Pogromen und Morden ausgesetzt waren. Antisemitismus war tief in der Mitte der Gesellschaft verankert und konnte ohne Hehl gezeigt werden. In der Diskussion drängten sich Fragestellungen zum aktuell wieder aufkeimenden offenen Antisemitismus in Deutschland deshalb geradezu auf.


"Antisemi... was?"

Das pädagogische Pilotprojekt "Antisemi... was? Reden wir darüber!" beschließt nach dem Besuch einer Gruppe des Westfalen-Kollegs Dortmund in der Villa ten Hompel am 11. Juli die erste und erfolgreiche Jahreshälfte 2019.

Im Rahmen der von der Landeszentrale für politische Bildung NRW geförderten Kooperation zwischen der Villa ten Hompel und dem Jüdischen Museum Westfalen sind bislang sechs Workshops mit verschiedenen Schulformen in beiden Häusern veranstaltet und evaluiert worden. Zielsetzung des Projektes ist, dass die Teilnehmenden sich ein kritisches Verständnis für die Funktionen von antisemitischen Stereotypen aneignen können und für die mitunter schwer erkennbaren Formen des Antisemitismus sensibilisiert werden.

In der zweiten Jahreshälfte folgen weitere Veranstaltungen, unter anderem Informations- und Weiterbildungsworkshops für Lehrkräfte.


Rundgang zu Münsters Denkmälern an der Promenade

Im Rahmen ihrer Bildungspartnerschaft mit der Villa ten Hompel hat die Jahrgangsstufe 10 der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Saerbeck mit Christoph Spieker, Leiter des Geschichtsorts, und seinen Kollegen Peter Römer, Timm Richter und Philipp Erdmann unterschiedliche Denkmäler an der Promenade erkundet. Zwischen Paul Wulf und dem Zwinger, zwischen Dreizehner- und Stalingradehrenmal war Raum für und kontroverse Diskussionen und Abstimmungen.

Schließlich schlugen die Schülerinnen und Schüler konkrete Denkmal-Neuwidmungen vor: Ihre Vorschläge reichten von Friedens- oder Widerstandskämpfern über Fußballer zu Greta Thunberg und zum Euro.
 

Vielen Dank für Ihr Interesse! Ausführliche Informationen zu unseren Veranstaltungen finden Sie auch auf unserer Homepage  https://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/startseite.html 


INFO

Neues erfahren Sie auch auf unserer Homepage unter: https://www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel/startseite.html

Stadt Münster
Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster



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