[WestG] [AUS] Erfolgreiche Ausstellung - Sommerpause in der Gedenkstaette Zellentrakt - Neue Ausstellung ab 06.09.2019
Holtrup, Sandra
Sandra.Holtrup at lwl.org
Mi Jul 17 08:45:06 CEST 2019
Von: "Christoph Laue" <c.laue at kreis-herford.de>
Datum: 16.07.2019, 12:00
AUSSTELLUNG
Erfolgreiche Ausstellung - Sommerpause in der Gedenkstätte Zellentrakt - Neue Ausstellung ab 6.9.
Die vom 27. Januar bis 14. Juli 2019 in der Gedenkstätte Zellentrakt gezeigte Ausstellung: STANDHAFT TROTZ VERFOLGUNG - JEHOVAS ZEUGEN UNTER DEM NS-REGIME ist zu Ende gegangen. Mit über 2300 Besucher*innen, darunter 779 Schüler*innen - die meist auch den begleitenden Film "Das radikal Böse" im Capitol-Kino besucht haben - war sie eine der erfolgreichsten Ausstellungen in der Gedenkstätte. Es handelte sich um eine Ausstellung des Geschichtsarchivs der Zeugen Jehovas, Selters /Taunus, die um örtliche und regionale Bezüge aus dem Raum Herford ergänzt wurde. Veranstalter waren das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V. und die Gemeinden der Zeugen Jehovas, Herford, die auch viele Führungen mit betreut haben. Insbesondere auch die lokalen Fälle von Denunziation, Kindesentzug, KZ-Haft und Todesurteilen fanden große Aufmerksamkeit. Damit wurde würdig an diese Opfergruppe erinnert.
Die Tätigkeit der Religionsgemeinschaft der Ernsten Bibelforscher ist für den Raum Herford seit über 100 Jahren belegt. Im Jahre 1931 nahmen sie den Namen Jehovas Zeugen an. Nach dem die Nationalsozialisten 1933 die Macht an sich gerissen hatten, geriet die Gemeinschaft sehr früh ins Visier der neuen Machthaber. Da es die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft mehrheitlich ablehnten sich an Wahlen zu beteiligen, den sogenannten deutschen Gruß "Heil Hitler" zu verwenden, weder der NSDAP noch anderen Massenorganisationen beitraten und den Kriegsdienst ablehnten, wurden Jehovas Zeugen als erste Religionsgemeinschaft im Juni 1933 in Preußen verboten.
Für den Bereich der Orte Herford, Löhne, Vlotho, Bünde und der Ortschaften des heutigen Hiddenhausen sind für die Zeit ab 1933 rund 100 Angehörige der Glaubensgemeinschaft namentlich nachweisbar. Mindestens 40 von ihnen standen bis 1945 vor unterschiedlichen Gerichten. Von diesen wurden 35 zu Haftstrafen verurteilt. Von den Verurteilten wurden sechs in Konzentrationslager verbracht. Die Haftzeiten schwanken dabei zwischen sechs Wochen und - unter Einbeziehung der KZ-Zeiten - sieben Jahren. Zwei Kinder wurden ihren Eltern entrissen und in einem NSV-Erziehungsheim in Nettelstedt bzw. bei einer regimetreuen Familie in Herford untergebracht. Insgesamt acht Zeugen Jehovas aus dem Raum Herford verloren ihr Leben. Von diesen wurden vier nach der Verurteilung durch das Reichskriegsgericht hingerichtet.
INFO
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
32052 Herford
Die Gedenkstätte Zellentrakt ist jetzt über die Sommerpause hinweg geschlossen. Am 6. September 2019 wird dort die nächste Ausstellung eröffnet. Sieben Künstlerinnen aus dem Raum Herford werden sich unter dem Titel "aufgeschlossen - Kunst im Zellentrakt" künstlerisch mit den Räumen und ihrer Geschichte beschäftigen. Infos: www.zellentrakt.de
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