[WestG] [AKT] Neue Forschungsergebnisse der Archaeologie in Westfalen-Lippe: LWL laedt zur Jahrestagung nach Muenster ein, 11.03.2019

Holtrup, Sandra Sandra.Holtrup at lwl.org
Fr Feb 22 08:13:18 CET 2019


Von: "LWL-Pressestelle" <presse at lwl.org> 
Datum: 21.02.2019, 12:06


AKTUELL

Neue Forschungsergebnisse der Archäologie in Westfalen-Lippe: LWL lädt zur Jahrestagung nach Münster ein

Deutschlands älteste Mosasaurier, eine bemalte Grafengruft und Verbrechen des Nationalsozialismus - auch im Jahr 2018 waren die Forschungen von Paläontologen und Archäologen in Westfalen vielseitig. Die herausragenden Entdeckungen präsentieren die Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) auf ihrer Jahrestagung am 11. März in Münster.

In Arnsberg haben LWL-Archäologen einen Fund gemacht, der europaweit eine Seltenheit ist: Im Kloster Wedinghausen (Hochsauerlandkreis) die Wissenschaftler im Zuge von Sanierungsarbeiten die mittelalterliche Gruft der gräflichen Stifterfamilie geöffnet. Überraschend zeigte sich, dass die Wände der Grabkammern mit kunstvollen, 700 Jahre alten Bildern verziert waren. Darüber hinaus haben die Forscher in dem Kloster auch die älteste Warmluftheizung Westfalens aus dem 12. Jahrhundert entdeckt.

Für Aufmerksamkeit sorgte im vergangenen Jahr auch die unerwartete Freilegung der monumentalen Reste von zwei Stahlhütten in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis), die aus dem 19. Jahrhundert stammen. Auf vier Hektar erstrecken sich zahlreiche Gewölbe und Überreste technischer Anlagen, die von zwei archäologischen Fachfirmen in Absprache mit dem LWL dokumentiert wurden. Vergleichbare Überreste solcher Anlagen gibt es in dem Umfang europaweit kaum mehr.

Ein ganz aktuelles Forschungsprojekt der LWL-Archäologie für Westfalen ist eines der größten NS-Verbrechen in Deutschland: Im März 1945 - kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges - ermordeten Angehörige von Waffen-SS und Wehrmacht zwischen Warstein und Meschede im Sauerland insgesamt 208 polnische und russische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Viele Details der Mordaktionen lagen bis in die Gegenwart hinein im Dunkeln. Seit 2017 erforschen LWL-Historiker die Mordaktionen und deren Geschichte. Jetzt fanden in Kooperation mit den LWL-Archäologen und zusammen mit ehrenamtlichen Metallsonden-Gängern Ausgrabungen an allen drei Tatorten statt. Die Funde zeugen nicht nur von den letzten Stunden im Leben der Ermordeten, sondern geben auch Aufschlüsse über den genauen Ablauf der grausamen Taten.

Insgesamt 13 Vorträge auf der Tagung bedienen ein Spektrum von 94 Millionen Jahre alten Sauriern bis zur Archäologie der Moderne. "Unsere diesjährigen Themen zeigen nicht nur den Reichtum der westfälischen Geschichte, sondern verdeutlichen auch, wie bedeutsam die Zusammenarbeit verschiedener Akteure ist", so der LWL-Chefarchäologe Prof. Dr. Michael Rind. "Das betrifft die Vernetzung unterschiedlicher Einrichtungen des LWL, aber auch die Kooperation mit Fachfirmen und Ehrenamtlichen."

Die Tagung im "Speicher 10" in Münster-Coerde beginnt um 9 Uhr, die Vorträge enden gegen 17 Uhr. In der Tagungsgebühr von 30 Euro sind ein Frühstück, Getränke, Gebäck und ein Mittagessen enthalten. Interessierte können sich noch bis zum 24.2. per E-Mail an lwl-archaeologie at lwl.org oder telefonisch unter 0251 591 8801 anmelden. Das Tagungsprogramm und weitere Informationen gibt es unter: http://www.lwl-archaeologie.de


INFO

11. März 2019, 9 bis ca. 17 Uhr, Jahrestagung der LWL-Archäologie für Westfalen, An den Speichern 10, 48157 Münster


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